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CONNEXI 2013-05 Nephrologie Dialyse Transplantation

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Retrospektive der DGfN 2013

Gliptine, Gliflozine und

Gliptine, Gliflozine und andere neue Ansätze der Diabetes-Therapie Conferences Hier zeigte sich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Pankreatitis bei GLP-1 basierter Therapie. Folgestudien werden sicher folgen. Neue Substanzgruppe: Gliflozine Neu zugelassen wurde im letzten Jahr die Substanzgruppe der Natrium-Glukose-Transporthemmer (SGLT-2-Inhibitoren oder Gliflozine). Seit 1960 ist bekannt, dass Cotransporter für Natrium und Glukose im proximalen Tubulussystem existieren, die durch kleine Moleküle in ihrer Funktion gehemmt werden können. Mutationen der Transporter führen zu einer fehlenden Resorption von filtrierter Glukose aus dem Primärharn und der Ausscheidung von Glukose über den Urin. Die Nierenschwelle von Glukose fällt somit von 180 mg auf 70 mg/dl ab. Der Natrium-Glukose-Transporter-2 im proxiomalen Tubulus ist für 90 % der Glukoserückresorption verantwortlich und eine selektive Hemmung dieses Transporters vermag die Glukoseausscheidung über die Niere deutlich zu steigern. In klinischen Studien konnte man hierdurch eine negative Energiebilanz von ca. 80 g Glukose pro Tag erreichen (entspricht 320 kcal), auf der anderen Seite fiel der HbA1c-Wert bis zu 0,7 % ab. Über ein Jahr fiel das Körpergewicht um 3 bis 4 kg in der Interventionsgruppe ab. Vorteilhaft war, dass es unter dieser Therapie nicht zu vermehrten Hypoglykämien kam. Nachteilig war jedoch das Auftreten von Harnwegsinfektionen (vor allem mit Candida), Übelkeit, Schwindel und Hautausschlägen. Bei eingeschränkter Nierenfunktion mit einer GFR unter 60 ml/min wird der Einsatz von Natrium- Glukose-Transporthemmern nicht empfohlen, da dieser eine Dehydratation aufgrund der osmotischen Diurese fördern könnte. Zudem ist ihre Wirksamkeit bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht mehr gegeben. Der gemeinsame Bundesausschuss hat bislang aufgrund fehlender Studiendaten für Dapagliflozin keinen Zusatznutzen anerkannt, zudem wurden die Nebenwirkungen des Medikaments als derart gewichtig eingestuft, dass bislang hierdurch kein Zusatznutzen gegeben scheint. Dies entspricht nicht den Entscheidungen in anderen Ländern wie Großbritannien, Schottland und Dänemark, wo der Einsatz von Dapagliflozin mit einem Zusatznutzen bewertet wurde. Referenzen 1. De Fronzo RA et al., Diabetes 2009; 58:773 2 2. Scirica BM et al., New England Journal of Medicine 2013; 369:1317 3. Singh S et al., JAMA internal medicine 2013; 173:534 34

Hypertensiologie Antihypertensive Therapie bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz Martin Hausberg, Karlsruhe Prof. Dr. med. Martin Hausberg martin.hausberg@klinikum-karlsruhe.de Chronische Nierenerkrankungen und Bluthochdruck bedingen und verstärken sich bei einem großen Teil der Patienten gegenseitig. Ein signifikanter Anteil von Patienten mit arterieller Hypertonie verstirbt an den direkten und indirekten Folgen einer chronischen Nierenerkrankung. Chronische Nierenerkrankungen tragen somit erheblich zur Sterblichkeit von Patienten mit Bluthochdruck bei. Die Hauptursache einer terminalen Niereninsuffizienz in den Industrienationen sind sekundäre Nephropathien. Die Prävalenz der terminalen Niereninsuffizienz liegt in Europa bei ca. 1 pro tausend Einwohner. Eine Niereninsuffizienz verursacht bzw. verschlechtert eine arterielle Hypertonie durch verschiedene Mechanismen, auf der anderen Seite trägt die arterielle Hypertonie erheblich zur Progression einer Niereninsuffizienz bei. Somit ist eine effektive antihypertensive Therapie entscheidend. Eine solide Evidenz für strengere Zielblutdruckwerte als

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