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CONNEXI 2013-05 Nephrologie Dialyse Transplantation

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Retrospektive der DGfN 2013

Phosphatmanagement

Phosphatmanagement Vielversprechender neuer eisenhaltiger PO 4 -Binder senkt die Spiegel und die Tablettenlast Einer der Hauptfaktoren für das erhöhte Mortalitätsrisiko von Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) sind pathologisch erhöhte Phosphatspiegel. Fast jeder Dialysepatient benötigt Phosphatbinder – aber jede klinisch tätige Nephrologie kennt das Problem der zu geringen Compliance. Deshalb fanden optimierte Medikamente zur Therapie der Hyperphosphatämie großes Interesse bei den Teilnehmern der 5. Jahrestagung der DGfN. Prof. Dr. Jürgen Floege, Aachen, berichtete in einem Mittagssymposium über die Ergebnisse einer Phase III-Studie [1] mit PA21, einem neuen eisenhaltigen Phosphatbinder. Education Die Kontrolle der Hyperphosphatämie ist eines der wichtigsten Therapieziele bei Dialysepatienten, denn es konnte nachgewiesen werden, dass Phosphatspiegel im Serum von >2,91 mmol/l im Vergleich zu Konzentrationen von 1,29-1,16 mmol/l mit einem doppelt so hohen Mortalitätsrisiko einhergehen [2]. Die KDIGO-Leitlinien empfehlen für niereninsuffiziente Patienten ab Stadium 3 die Kontrolle des Phosphatspiegels, um exzessive Phosphatwerte zu vermeiden. Bei diesen Patienten sollten die Spiegel im Normalbereich (0,81-1,45 mmol/l) gehalten werden; für Dialysepatienten wird empfohlen, erhöhte Serumphosphatwerte in Richtung des Normbereichs zu senken [3]. Diese Ziele sind nur selten mit diätetischer Phosphatrestriktion zu erreichen. Die Verordnung von oralen Phosphatbindern sei meistens unumgänglich und mit bis zu neun Tabletten pro Tag hauptverantwortlich für eine täglich durchschnittliche Medikamentenmenge von ~19 Tbl./Tag bei HD- Patienten, demonstrierte Floege. PO 4 -Binder stellen mit 49 % den Hauptanteil der täglichen Arzneimittellast [4]. Neben der Tablettenmenge seien unerwünschte Nebeneffekte der klassischen Phosphatbinder ein weiterer gewichtiger Grund, weshalb die Compliance unbefriedigend und der Therapieerfolg bei vielen Patienten limitiert ist. „Die Phosphatkontrolle der Patienten in Deutschland hat sich nicht wirklich verbessert (56 % vs. 70 % im Jahr 2002). Das zentrale Problem ist die schlechte Adhärenz. Nur ca. 61 % unserer Patienten nehmen ihre PO 4 -Binder in der verschriebenen Menge ein“, konstatierte Floege. Deshalb sei es eine gute Nachricht, dass im Markt aktuell verfügbarer Phosphatbinder Bewegung ist. So gehe der Anteil von Präparaten mit unerwünschten Nebeneffekten zurück, während gleichzeitig die Palette durch diverse neue Phosphatbinder erweitert wird. Sie haben unterschiedliche pharmakologische Ansätze, sind erst seit kurzem zugelassen oder noch in der klinischen Prüfung, deren Ergebnisse zur Effektivität, zu biochemischen Effekten und zur Verträglichkeit mit Spannung erwartet werden. Der Neue: Vielversprechend für bessere Compliance Eines dieser zu erwartenden Präparate ist PA21, ein eisenhaltiger Phosphatbinder in Form einer Kautablette. PA21 bestehe aus polynuklearem Eisen (III)-Oxyhydroxid, Saccharose, Stärke und Wasser – das Eisen sei gewissermaßen in eine Matrix verpackt, um die Eisenresorption zu verhindern. Bei der Einnahme zu einer Mahlzeit adsorbiere PA21 das über die Nahrung eingenommene Phosphat im Gastrointestinaltrakt durch das Ersetzen von Hydroxy-Gruppen und verhindere so seinen Transport ins Blut. Das gebundene Phosphat werde anschließend mit dem Stuhl ausgeschieden, erläuterte Floege. Charakteristisch für PA21 ist die Fähigkeit, aufgrund seiner hohen Phosphatbindungsfähigkeit die Hyperphosphatämie bei CKD-Patienten bei gleichzeitiger Reduktion der Tablettenlast erfolgreich zu kontrollieren. 40

Neuer eisenhaltiger PO 4 -Binder senkt die Spiegel und die Tablettenlast PA-CL-05 A & B – Überzeugende Studienergebnisse Die zulassungsrelevante Phase III-Studie wurde im Juli 2012 erfolgreich abgeschlossen und die vollständigen Ergebnisse im November 2012 an der Kidney Week der American Society of Nephrology (ASN) präsentiert. Es handelte sich um eine offene, randomisierte, aktiv kontrollierte Parallelgruppenstudie (n=808), die die Sicherheit und Wirksamkeit von PA21 gegenüber Sevelamercarbonat untersuchte, gefolgt von einem randomisierten Vergleich der Erhaltungsdosis von PA21 gegenüber inaktivem niedrigdosierten PA21 bei Dialysepatienten mit Hyperphosphatämie. Im Anschluss daran wurde eine sechsmonatige Erweiterungsstudie zur Untersuchung der Sicherheit durchgeführt. Ergebnisse Die Studie erreichte sowohl ihre primären als auch die sekundären Endpunkte. Das heißt die PA21-Erhaltungsdosis ist effektiver als lowdose (p

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