Aufrufe
vor 5 Jahren

CONNEXI 2013-05 Nephrologie Dialyse Transplantation

  • Text
  • Dgfn
  • Transplantation
  • Dialyse
  • Nephrologie
Retrospektive der DGfN 2013

News Wissenschaftspreise

News Wissenschaftspreise der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie 2013 Education Im Rahmen ihres Jahreskongresses hat die DGfN eine Reihe von Preisen an ausgewählte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die sich durch exzellente Forschungsleistungen ausgezeichnet haben. Carl-Ludwig-Preis Mit dieser Auszeichnung werden einzelne wegweisende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckkrankheiten geehrt. Einer der beiden diesjährigen Träger des Carl-Ludwig- Preises ist Dr. Thimoteus Speer aus Homburg/Saar. Dr. Speer erhält den Preis für eine herausragende Forschungsarbeit, die nahe legt, dass High-Density Lipoprotein (HDL) bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz zu einem roatherogenen Lipoprotein wird, womit ein neuer Risikofaktor für die Entstehung kardiovaskulärer Ereignisse identifiziert ist. Der zweite Preisträger ist Prof. Dr. Marcus D. Säemann aus Wien. Zum Thema PostTransplant Diabetes (NODAT) bei nierentransplantierten Patienten wiesen seine Analysen eine völlig neuartige Form des Diabetes mellitus nach, die sich vom klassischen Typ 2-Diabetes mellitus grundlegend unterscheidet, deshalb andere therapeutische Implikationen hat und derzeit intensiv von ihm erforscht wird. Hans-U.-Zollinger-Forschungspreis Der Hans-U.-Zollinger-Forschungspreis wird durch eine Stiftung der Firma Roche Pharma AG ermöglicht und zeichnet wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Immunologie der Nierenerkrankungen und Nierentransplantation aus. In diesem Jahr erhält ihn Dr. Helmut Hopfer aus Basel (CH) für seine Studie zum Thema „Resolving Polyomavirus- Nephropathy“ im Bereich der Nierentransplantat- Pathologie. Nils-Alwall-Preis Dr. Anja Haase-Fielitz aus Magdeburg erhält den Nils-Alwall-Preis 2013, mit dem die DGfN Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der klinischen Nephrologie fördert. Die Preisträgerin möchte mit ihren Arbeiten die Inzidenz der akuten Nierenschädigung und der assoziierten Morbidität bzw. Mortalität reduzieren. Bernd-Sterzel-Preis Speziell zur Ehrung besonderer Arbeiten im Bereich der Grundlagenforschung wurde in diesem Jahr erstmalig der Bernd-Sterzel-Preis ausgelobt und an Dr. Ivica Grgiććaus Marburg vergeben. Er konnte bereits mehrere neuartige Erkenntnisse in der Erforschung der Pathomechanismen von renaler Fibrose und der Identifizierung neuer therapeutischer Zielstrukturen gewinnen. Rainer-Greger-Promotionspreis Für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses vergibt die DGfN den Rainer-Greger- Promotionspreis. Ausgezeichnet wurde 2013 zum einen Dipl.-Ing. Barbara Reich aus Regensburg. In ihrer herausragenden Arbeit wurde im Modell der unilateralen Ureterobstruktion gezeigt, dass Fibrozyten in vivo nicht aus den klassischen Monozyten entstehen. Weiterhin ist es gelungen, Fibrozyten nur mit Hilfe von extrazellulären Oberflächenantigenen zu charakterisieren und zu depletieren. Zum anderen erhält Dr. Mi Ryu aus München diesen Preis für ihre international prämierte Promotionsarbeit „Role of TNF-α on progressive glomerulosclerosis in Alport nephropathy“. Quelle: www.DGfN.eu/presse 42

The Story Behind® Der Stein rollt weiter Michael Kaplan, Edinburgh Ägyptische Mumien hatten sie; Ärzte im antiken Indien behandelten sie; der Hippokratische Eid verspricht, an ihnen keine Operationen durchzuführen, sondern diese Aufgabe “den dafür qualifizierten Leuten” zu überlassen. Nieren- und andere Harnwegsteine sind seit jeher konstante, aber unliebsame Begleiter in der Geschichte der Menschheit. Michel de Montaigne, der Erfinder des Essays, hat stark unter ihnen gelitten – manche sagen, dass seine stoische Philosophie eine Antwort auf die Schmerzen war. Samuel Pepys, einer der frühesten Tagebuchschreiber, gab jährlich ein “Steinfest” zur Feier seines erfolgreichen Steinschnitts. Kaiser Napoleon III verlor ihretwegen einen Krieg; Michelangelo starb wegen ihnen. Heilige, Wissenschaftler und Sportler, Bettler, Päpste und Könige – alle haben diesen plötzlichen, sich ausbreitenden Schmerz gekannt, der die menschliche Leidensfähigkeit bis aufs Ganze testet. Solch eine universelle Krankheit sollte, so denkt man, konstant und unverändert in ihren Eigenschaften und ihrem Auftreten sein. Daher war es besonders beunruhigend, als auf dem jährlichen Treffen der American Urological Association 2008 ein Papier vorgestellt wurde, welches zeigte, dass die Effekte eines bestimmten hohen Risikofaktors für Nierensteine in den USA vor dem Jahre 2050 um 25 % und bis zum Jahre 2095 um 75 % steigen würden. Die Zahl der Neuerkrankungen würde bei etwa 2 Millionen Fällen liegen und die Behandlungskosten bei etwa einer Milliarde Dollar pro Jahr. Abbildung 1: Mikroskopische Aufnahme von Nierensteinen. Das sind große Zahlen. Zum Vergleich: Zwei Millionen Fälle ist das zehnfache der Anzahl an Amerikanerinnen, bei denen jährlich Brustkrebs diagnostiziert wird; eine Milliarde Dollar pro Jahr sind die Kosten von Medicares gesamtem Brustkrebsdiagnostikprogramm. Wenn ein einziger Risikofaktor solch einen hohen Anstieg einer schwerwiegenden Krankheit wie Nierensteinen verursacht, wieso gab es dann keine große öffentlich angelegte Gesundheitskampagne, um auf diesen Faktor aufmerksam zu machen? Vielleicht liegt es am Faktor selbst. Ist er: 1. ein mit unserer Ernährung verbundener Vorgang? 2. ein geophysischer Prozess? 3. ein demographischer Trend? Die Lösung finden Sie auf Seite 45. Education 43

connexi Jahrgänge

connexi Themen