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CONNEXI 2013-05 Nephrologie Dialyse Transplantation

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Retrospektive der DGfN 2013

Studiendaten belegen die

Studiendaten belegen die Zuverlässigkeit der Diagnostik CT-proAVP – das „bessere“ Vasopressin Die Relevanz von Vasopressin (auch Antidiuretisches Hormon (ADH), Adiuretin oder Arginin-Vasopressin (AVP)) für kardiovaskuläre und renale Funktionen ist Labormedizinern und Ärzten bekannt. Als renaler Biomarker führte das Peptidhormon aufgrund methodischer Einschränkungen jedoch in der Vergangenheit ein Schattendasein. Jetzt steht ein Vasopressin-Äquivalent (CT-proAVP bzw. Copeptin) zur Verfügung, das in der Lage ist, Diagnosen endokrinologischer Erkrankungen besser zu differenzieren und Laborabläufe zu optimieren. Mit dem neuen Thermo Scientific B·R·A·H·M·S CT-proAVP Assay wird das Hormon durch sein Äquivalent nun wieder interessant für die klinische Routine bei allen Krankheiten, die mit einer Störung der AVP-Ausschüttung bzw. einer Elektrolytstörung assoziiert sind. Industry Vasopressin ist eines der wichtigsten Hormone des menschlichen Körpers. Es ist hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, verantwortlich für die Steuerung des Wasserhaushaltes. Es spielt eine zentrale Rolle bei zahlreichen, mit einer Störung der Flüssigkeitsbilanz einhergehenden Erkrankungen, wie dem Polyurie-Polydipsie-Syndrom, Diabetes insipidus (DI), dem Schwartz-Bartter-Syndrom (SIADH), Hyponatriämie oder auch sekundärem DI bei Schädel-Hirn-Traumen. Abbildung 1: Stabilität von CT-proAVP im Zeitverlauf in verschiedenen Probenmaterialien bei Raumtemperatur. Messwerte zu den jeweiligen Zeitpunkten sind als Prozentwerte der Erstmessung dargestellt. (n=5) [7]. Sein großes diagnostisches Potenzial, z. B. für die Unterscheidung von Diabetes insipidus und primärer Polydipsie, konnte bisher aufgrund methodischer Limitierungen nicht voll ausgeschöpft werden: Vasopressin ist zu instabil für die direkte Messung und verfügbare Vasopressin-Assays sind mit komplexen Probenanforderungen sowie mit hohem Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden. Sie sind wenig geeignet für die Routinediagnostik im klinischen Alltag und werden daher nur noch selten angefordert. Das „stabile Ende des Moleküls“ ermöglicht präzise Ergebnisse Das im Hypothalamus synthetisierte Vasopressin entsteht durch Abspaltung aus einem größeren Vorläufermolekül, dem Prä-Provasopressin. Die Entwicklung des neuen Assays basiert auf Erkenntnissen über die Struktur und Sezernierungsmechanismen dieses Vorläufermoleküls, dessen proteolytische Spaltung neben Vasopressin auch Neurophysin II und CT-proAVP freisetzt. Für verschiedene klinische Situationen konnte gezeigt werden, dass die CT-proAVP- und Vasopressin-Konzentrationen in Serum bzw. Plasma signifikant korrelieren [1,2,3]. Die Tatsache, dass CT-proAVP und Vasopressin nach denselben Stimuli im Verhältnis 1:1 freigesetzt werden, die gleiche Kinetik besitzen, CT-proAVP jedoch unter ex vivo Bedingungen wesentlich stabiler ist, wird genutzt, um das Prähormonfragment „praxistauglich“ für die Diagnostik zu machen. Die außerordentliche Stabilität von CT-proAVP über mehrere Tage bei Raumtemperatur erleichtert sowohl die Handhabung als auch den Transport klinischen Probenmaterials und erhöht die Zuverlässigkeit 46

CT-proAVP – das „bessere“ Vasopressin des Tests (Abbildung 1). Die Inkubationszeiten der beiden verfügbaren Assayformate sind darüber hinaus wesentlich kürzer als bei herkömmlichen Vasopressin-Tests [4] (Abbildung 2). Die manuelle wie auch die vollautomatische Variante des innovativen Assays (Thermo Scientific B·R·A·H·M·S CT-proAVP LIA bzw. CT-proAVP KRYPTOR) liefern Ergebnisse in weniger als drei Stunden und erlauben so die Übermittlung der Mess-Ergebnisse noch am selben Tag. Mit den genannten Eigenschaften überwindet CT-proAVP die gravierenden Einschränkungen der klassischen Vasopressin-Bestimmung und empfiehlt sich als überaus attraktives und praktisches Test-Konzept. Beispiel Polyurie-Polydipsie-Syndrom zentralem Diabetes insipidus totalis und renalem Diabetes insipidus, darüber hinaus eine sichere Unterscheidung zwischen primärer Polydipsie und zentralem Diabetes partialis. Ausblick Abbildung 2: Die Inkubationszeiten der Thermo Scientific B·R·A·H·M·S CT-proAVP LIA- und KRYPTOR- Assays sind wesentlich kürzer als bei herkömmlichen Vasopressin-Tests [4]. In seiner technischen Überlegenheit mit validen präklinischen Studiendaten überzeugend untermauert, ist der hochsensitive CT-proAVP Test in der Differenzialdiagnostik des Polyurie-Polydipsie-Syndroms bereits in der Praxis angekommen. Zahlreiche große deutsche Labore schätzen die Vorteile des Tests: zuverlässige Ergebnisse, Kostenund Zeitersparnis sowie stark vereinfachte Laborabläufe. Um eine primäre Polydipsie von einem Diabetes insipidus sicher zu unterscheiden, ist nach Anamnese und Laboruntersuchung von Serum und Urin zurzeit ein für die Patienten sehr belastender Durstversuch die Methode der ersten Wahl. In neueren Untersuchungen konnte die Universitätsklinik Würzburg jedoch zeigen, dass die Validität der Differenzialdiagnostik mit diesem Verfahren eingeschränkt ist [5]. Der CT-proAVP Test hat sich hier als deutlich überlegen erwiesen. Ein vereinfachter Algorithmus mit zwei Blutabnahmen unter Anwendung des Tests erlaubt in der klinischen Routine einerseits die Diagnose von CT-proAVP hat als Biomarker für Indikationen, bei denen eine ausgeglichene Wasser- und Elektrolytbilanz eine zentrale Rolle spielt, ein vielversprechendes diagnostisches Potenzial. Das betrifft z. B. die Hyponatriämie, Polyzystische Nierenerkrankungen sowie den Septischen Schock. Um die diagnostischen Möglichkeiten dieses zentralen Hormons voll auszuschöpfen, sollte die Rolle von Vasopressin bzw. CT-proAVP in der Vasopressin-Durst-Urinkonzentrationsachse in klinischen Studien weiter untersucht werden [6]. Elke Klug Redaktion Referenzen 1. Jochberger S et al., Anaesth Intens Care 2006; 34(4): 498- 500 2. Jochberger S et al., Intens Care Med 2009; 35(3): 489-97 3. Jochberger S et al., Shock 2009; 31(2): 132-8 4. Gordon AC, JICS 2011; 12(1): 11-14 5. Fenske W et al., J Clin Endocrinol Metab. 2011 May: 96(5): 1506-15 6. Bankir L et al., Nat Rev Nephrol 2013; 9(4): 223-39 7. Morgenthaler NG et al., Clin Chem 2006; 52(1): 112-9 Industry 47

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