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CONNEXI 2013-05 Nephrologie Dialyse Transplantation

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Retrospektive der DGfN 2013

Interview mit dem

Interview mit dem Kongresspräsidenten Prof. Dr. Helmut Geiger Von Antikörpertherapie bis Zystenniere Aus dem breiten Spektrum an wissenschaftlichen und klinischen Themen des viertägigen Programms der 5. Jahrestagung der DGfN, die in diesem Jahr in Berlin stattfand, und damit erstmals nicht in der Stadt, wo die Kongresspräsidenten selbst tätig sind, sprach CONNEXI über ausgewählte Schwerpunkte mit Prof. Dr. Geiger. Conferences Wo liegen aktuell die Hauptprobleme bei Nierenerkrankungen in Deutschland? Hat sich epidemiologisch und an der Art der Erkrankungen im Laufe der Jahre etwas verändert? Es gibt viele nierenkranke Patienten, die wahrscheinlich gar nicht wissen, dass sie es sind, weil die klassischen, oft immunologisch bedingten chronischen Nierenerkrankungen meist ohne spürbare Symptome einhergehen. Eines der Hauptprobleme, mit dem auch viele Folgephänomene verbunden sind, ist deshalb: Eine Nierenschädigung wird meist zu spät und oft nur durch Zufall erkannt. So spät, dass kurz vor der Dialyse keine Möglichkeit des Eingreifens mehr besteht, um die Krankheit zu stoppen. Die Inzidenz an Neuerkrankungen insgesamt hat sich nicht dramatisch geändert. Das Krankheitsspektrum hat sich dahin gehend entwickelt, dass noch Anfang der 80er Jahre die häufigste Ursache für die Dialysepflicht glomeruläre Nephritiden waren, während heute ein großer Teil der Dialysepatienten Diabetiker sind, die die Komplikationen des Diabetes erleben, weil sie durch bessere Medikation und Überwachung deutlich länger leben. Etwa ein Drittel der Patienten, die Diabetes haben, werden gleichzeitig nierenkrank. Das macht sich in der Nephrologie bemerkbar, sowohl zahlmäßig als auch bei der Konstitution der Patienten. Je älter sie sind, desto multimorbider sind sie und müssen entsprechend komplexer behandelt werden. Ebenso spielt der Bluthochdruck eine große Rolle, und es gibt nach wie vor Krankheiten, die angeboren sind, z. B. zystische Nierenerkrankungen. Diese sind jetzt wieder mehr in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, weil möglicherweise erstmalig Therapieoptionen zur Verfügung stehen, die es bisher nicht gab. Stichwort Metabolisches Syndrom und Niere: Wird dieser Risikokonstellation in der Hausarztpraxis Rechnung getragen? Fakt ist, dass Patienten meist zu spät zum Spezialisten überwiesen werden. Dabei wird das Kreatinin als Marker oft unterschätzt. Häufig wird verkannt, dass ein Kreatinin-Wert von 1,7 möglicherweise schon eine 50 %ige Reduktion der Nierenfunktion bedeuten kann. Das hat viele Konsequenzen, z. B. bei der Dosierung von Medikamenten und für eine geeignete Therapie der Funktionsstörung. Es wird oft nicht erkannt, dass gerade im Anfangsbereich von 1,3 bis 1,7 mg/dl viel passiert. Und es werden zu selten Tests durchgeführt, die Hinweise geben können. Mikroalbuminurie ist ein frühes Symptom der Nierenbeteiligung, aber der Eiweißtest beim Diabetiker wird, möglicherweise u. a. aus Kostengründen, viel zu wenig gemacht. Insgesamt könnte man also früher beginnen mit der Therapie und damit (medikamentös) präventiv mehr tun. Vor allem der Patient würde profitieren, wenn er länger ohne Dialyse bleiben könnte. Und angesichts der Tatsache, dass eine Dialyse heute ca. 40.000 pro Jahr kostet, geht es um riesige Kosteneinsparungen, wenn man eine Dialyse nur um fünf Jahre hinauszögern könnte. Was würden Sie als „Highlights der nephrologischen Forschung“ dieser Jahrestagung 2013 hervorheben? Da gibt es einige gute Beispiele. In der ersten Plenary Lecture berichtete Herr Wright aus 8

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