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CONNEXI 2014-06 AIDS und Hepatitis

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Retrospektive des dagnä-Workshops 2014, AIDS und Hepatitis

Diskriminierung im

Diskriminierung im Gesundheitswesen - Nehmen wir es nicht hin! Conferences Podcast „Diskriminierung im Gesundheitswesen“ – in kurzen Szenen werden Diskriminierungssituationen eindrücklich dargestellt und die Gedanken und Veränderungswünsche der HIV-positiven Protagonisten vermittelt. Der kurze Film kann in Fortbildungen und auf Kongressen eingesetzt werden. (Download unter www.aidshilfe.de / DAH Videos) Zugleich dokumentiert und sammelt die Kontaktstelle Fälle, um Diskriminierung sichtbar zu machen und erfolgreiche Strategien dagegen aufzuzeigen. Dafür wurde ein Dokumentationsbogen entwickelt, der auch von Ärzten zusammen mit den Patienten (anonym) ausgefüllt werden kann. Die Auswertung der Dokumentationsbögen ermöglicht eine genauere Analyse der im Gesundheitswesen auftretenden Diskriminierung, um Problemfelder zu erkennen, besser zu verstehen und Veränderungsmöglichkeiten zu erweitern. Wir hoffen dabei insbesondere auf die Mitwirkung von HIV-Schwerpunktärzten durch die Dokumentation der Erfahrungen ihrer Patienten. Der Dokumentationsbogen kann unter www.aidshilfe.de/sites/default/files/Fragebogen- Antidiskrimierung-2014_0.pdf heruntergeladen werden. Was können Ärztinnen und Ärzte gegen Diskriminierung tun? HIV-Schwerpunktärzte setzen sich bereits für eine gute Behandlung ihrer Patienten ein. Bewährt hat sich, den Fachkollegen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und z. B. bei der Überweisung gleich eine Visitenkarte mitzugeben und Kontaktaufnahme bei Fragen zu HIV anzubieten. Ein häufiges Thema ist die Unsicherheit in Bezug auf notwendige Hygienemaßnahmen – hier kann ein kurzer Hinweis auf Standardmaßnahmen hilfreich Schulungskonzept für medizinisches Personal Unter dem Dach der Deutschen AIDS-Hilfe haben Menschen aus der Selbsthilfe ein Schulungskonzept entwickelt, mit dem medizinisches Personal für das Thema Umgang mit HIV sensibilisiert werden soll. Die Schulungsmodule können an Kranken- und Altenpflegeschulen und in der Ausund Fortbildung von medizinischem Personal eingesetzt werden. Diskriminierung wird als explizites Thema platziert, um den Raum für Auseinandersetzung mit Ängsten und Unsicherheiten zu geben und gemeinsam alternative Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Die Trainer sind selbst HIVpositiv und wurden in Schulungen pädagogisch und methodisch qualifiziert. Das Projekt wird in Kooperation mit den Aidshilfen vor Ort umgesetzt. sein. Wünschenswert wäre, in allen Regionen Netzwerke von Fachärzten aufzubauen, die keine Probleme im Umgang mit Menschen mit HIV haben. Für Patienten sind ihre Ärzte häufig die ersten Ansprechpartner – Offenheit für Diskriminierungsfragen zu zeigen und nach einem Facharztbesuch aktiv um Feedback zu bitten, kann Patienten unterstützen, von ihren Erfahrungen zu berichten. Bei weiterem Unterstützungsbedarf kann ein Hinweis auf Aidshilfen vor Ort und die Kontaktstelle der DAH sinnvoll sein. Insbesondere im Bereich der Zahnmedizin ist Diskriminierung von Menschen mit HIV sehr verbreitet. Neben der Stellungnahme von dagnä und DAIG „Die zahnmedizinische Betreuung HIV-infizierter Menschen“ (2010) hat nun die Bundeszahnärztekammer gemeinsam mit der Deutschen AIDS-Hilfe ein Informationsblatt „Zahnärztliche Behandlung von HIV-positiven Patienten“ zum Welt-Aids-Tag 2014 veröffentlicht. Darin wird ausdrücklich festgestellt: „Für HIV-Infizierte ist weder ein eigener Behandlungsraum erforderlich, noch ist 26

Diskriminierung im Gesundheitswesen – nehmen wir es nicht hin! es notwendig, sie am Ende eines Sprechtages zu behandeln“ (Download unter www.bzaek.de oder www.aidshilfe.de). Die Deutsche AIDS-Hilfe möchte die Kooperation mit Ärzten in der ambulanten und klinischen HIV- Versorgung und deren Fach- und Berufsverbänden weiter ausbauen, um gegen Diskriminierung im Gesundheitswesen zu arbeiten. Gemeinsame Initiativen von Ärzten, Aidshilfen und Menschen mit HIV sind gefragt, um erfolgreich die Situation in der Versorgung von Menschen mit HIV zu verändern − damit eine gute, diskriminierungsfreie fachärztliche Behandlung keine Glückssache ist! Kerstin Mörsch ist Ansprechpartnerin bei der Kontaktstelle zu HIV-bedingter Diskriminierung bei der Deutschen AIDS-Hilfe. gegendiskriminierung@dah.aidshilfe.de Tel. 030/ 69008767 Abbbildung 2: Motiv aus der Anti-Diskrimnierungskampagne der Deutschen AIDS-Hilfe. Conferences 27

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