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CONNEXI 2014-06 AIDS und Hepatitis

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Retrospektive des dagnä-Workshops 2014, AIDS und Hepatitis

HIV-Therapieleitlinien

HIV-Therapieleitlinien 2014 Deutsch-Österreichische Leitlinien zur antiretroviralen Therapie der HIV-Infektion AWMF-Register-Nr.: 055-001 Klassifikation: S2k Federführung: Deutsche AIDS-Gesellschaft (DAIG) unter Beteiligung der folgenden Fachgesellschaften: Österreichische AIDS-Gesellschaft (ÖAIG) Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Deutsche STI-Gesellschaft (DSTIG) Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) Gesellschaft für Virologie (GfV) und der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) und Projekt Information Verträglichkeit und Kombinierbarkeit von neueren antiretroviralen Medikamenten in einer klassischen Dreifachtherapie. Das Gebot der HIV-Therapie „Du sollst die Therapie immer mit drei Substanzen aus mindestens zwei Klassen, aber mit mindestens zwei NRTI beginnen“ gerät aber mehr und mehr unter Druck. Schon heute werden durch Experten ausgewählte vereinfachte Therapien bei erfolgreich behandelten Patienten immer häufiger zur Realität. Der Wechsel und die Anpassung der HIV-Therapie an die Lebensumstände des Patienten fällt heute zunehmend leichter und das Gebot „Du sollst nicht Ehebrechen“ könnte als das Äquivalent zum Thema HIV-Therapieumstellung angesehen werden. Sie müssen nicht an aber Sie sollten Version 1.0 vom 13.5.2014 Conferences Weitere Informationen unter: www.daignet.de können zu Therapiebeginn nicht wahllos kombiniert werden. Kombinationen von antiretroviralen Medikamenten können nicht nur keine Vorteile, sondern durch überlappende Toxizität und Interaktionen sogar ernsthafte Komplikationen verursachen. Trotz einiger vielversprechender Studienergebnisse ist die Kombination von nur zwei Medikamenten, z. B. eines Proteaseinhibitors mit einem Integraseinhibitor in der Erstlinientherapie der HIV- Infektion weiterhin nicht empfohlen. Grund dafür sind u. a. die bedenkliche Resistenzentwicklung im Falle des Therapieversagens und eine sehr gute Eine funktionierende Beziehung (Therapie) aufzugeben, bedarf oft mehrerer Gründe, manchmal aber nur eines Anlasses. Die deutsch-österreichischen Leitlinien empfehlen, dass, wenn unter der ersten Therapie eine stabile Virussuppression bestand, bei dokumentiert fehlenden Resistenzen der Wechsel auf eine andere Therapie im Allgemeinen bzgl. der virologischen Wirksamkeit unproblematisch ist, wenn diese in Studien eine vergleichbare Wirksamkeit gezeigt hat. Wirtschaftlichkeit HIV-Therapie ist hochpreisig, aber kosteneffektiv. Neue HIV-Medikamente müssen im AMNOG- Verfahren ihren Zusatznutzen beweisen und können darauf aufbauend in die Preisverhandlungen mit den Kostenträgern gehen. Dieser Prozess 30

HIV-Therapieleitlinien 2014 ist komplex und nicht ohne Fehler, wird aber aus Sicht vieler HIV-Spezialisten bisher als weitgehend gelungen angesehen. Nach dem Motto „Du sollst nicht stehlen“ sind Ärztinnen und Ärzte gefordert, dem Wirtschaftlichkeitsgebot gerecht zu werden und die Solidargemeinschaft nicht inadäquat zu belasten, wenn sie ihre Patienten behandeln. Die Therapieleitlinien sehen die im Rahmen des AMNOG-Verfahrens ausgehandelten Preise bei der Verordnung der Medikamente als Sicherheit, dass die Anwendung prinzipiell dem Gebot der Wirtschaftlichkeit entspricht, insoweit sie eindeutig im Rahmen der Indikation erfolgt. Zur Wirtschaftlichkeit von Verordnungen in der Zeit zwischen die Leitlinien glauben, danach handeln. EMA-Zulassung und dem IQWIG-Gutachten bzw. G-BA-Beschluss kursieren jedoch unterschiedliche Ansichten der Gelehrten. Die Zulassung und die Preise der neuen Hepatitis C-Medikamente machen diesen interessanten Konflikt im System gar zum potenziellen Interessenkonflikt. sind einsehbar. Sie sollen die Transparenz fördern und den Leser in seiner Meinungsbildung unterstützen. Keineswegs haben sie die Absicht, Konflikte im Sinne des Gebots „Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Hab und Gut“ heraufzubeschwören. Transparenz (lat. transparens „durchscheinend“) bedeutet ja auch Durchsichtigkeit. Wenn Dinge durchsichtig werden, lassen sie sich aber nicht zwangsläufig leichter erkennen. Der Offenlegung von Interessenkonflikten muss folglich der Umgang mit potenziellen Interessenskonflikten folgen. Dieser ist weitaus schwieriger und erfordert sowohl vom Offenleger als auch vom Leser Sachverstand, Disziplin und Fingerspitzengefühl. Diese Eigenschaften wiederum sind essentielle Voraussetzungen der Ärztinnen und Ärzte für eine bestmögliche Versorgung ihrer HIV-Patienten. Die deutsch-österreichischen Therapieempfehlungen wollen ihnen dabei helfen, gemäß dem Motto „Sie müssen nicht daran glauben, aber Sie sollten danach handeln“. Prof. Dr. Georg Behrens ist Präsident der Deutschen AIDS- Gesellschaft. Leitlinien kritisch lesen und interpretieren Gab es Interessenskonflikte des Autors bzw. der Autoren der 10 Gebote? Hat Moses dem Volk Israel seine potenziellen Interessenskonflikte offenbart? Darüber schweigt die Bibel. Vielleicht sind ja die Zehn Gebote selbst als globaler Vorschlag zum Umgang mit Interessenskonflikten zu werten. Die potenziellen Interessenkonflikte der Autoren der deutsch-österreichischen Therapieempfehlungen Conferences 31

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