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CONNEXI 2014-06 AIDS und Hepatitis

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Retrospektive des dagnä-Workshops 2014, AIDS und Hepatitis

Interview mit Dr. med.

Interview mit Dr. med. Knud Schewe Conferences dagnä SCHRIFTENREIHE 01 LABORLEITFADEN HIV Download verfügbar unter: www.dagnae.de (DocCheck) bei welchem Patienten genau erfolgversprechend? Was ist mit Komorbiditäten, was mit Resistenzen? Hier setzt die Studie an – sie soll neue Erkenntnisse für Versorgung und Therapie geben. Wann wird es erste Ergebnisse geben? Die Ergebnisse der Studie werden 2017 veröffentlicht, erste Erkenntnisse liegen wahrscheinlich bereits in 2015 vor. Wir freuen uns sehr, dass die PROPHET-Studie eine erneute Kooperation von dagnä und Prof. Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen, der sich um den wissenschaftlichen Part kümmern wird, ist. Seit 2013 gibt es die Internet-basierte interaktive Kongressberichterstattung in Form von Webinaren. Wie werden die Webinare angenommen? Sehen Sie unter dem Aspekt des Rückgangs der Fortbildungsförderung in dieser Art der Wissensvermittlung eine Modelloption auch für andere, größere Fachgruppen? Die Idee der Webinare ist denkbar einfach: dagnä und Deutsche AIDS-Gesellschaft bieten nach den internationalen HIV-Kongressen – etwa IAS und CROI – gemeinsam Internet-basierte Fortbildungen an. Eine Gruppe von Spezialisten besucht den Kongress und bereitet die wichtigsten Inhalte in einer Präsentation auf, die online im Anschluss an den Kongress life und interaktiv präsentiert wird. Noch handelt es sich um ein Modellprojekt, das wir – zertifiziert durch die Ärztekammer Berlin – seit zwei Jahren durchführen. Nach verhaltenem Beginn ist die Annahme in der Mitgliedschaft mittlerweile sehr positiv. Bei einer 1:1-Übernahme für andere Fachgruppen wäre ich vorsichtig, aber die Grundidee ist sicher adaptierbar. Welche Informationsangebote der dagnä gibt es neben den Webinaren und regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen? Welche Rolle können Leitfäden spielen? Auf dem dagnä-Workshop 2014 wurde eine Schriftenreihe aus der Taufe gehoben. Die ersten beiden Ausgaben waren ein Laborleitfaden HIV wie auch ein Praxisleitfaden HIV-Begleiterkrankungen. Sie sind eine praktische Handreichung für den Arbeitsalltag der HIV-Behandler. So werden die meisten HIV-Patienten in den Schwerpunktpraxen auch vollumfänglich hausärztlich betreut. Mit den zunehmend älter werdenden HIV-Patienten rücken die Volkskrankheiten Diabetes, Osteoporose, Hypertension, koronare Herzerkrankung und Krebs immer mehr in den Fokus. Deshalb möchte die dagnä mit dem Praxisleitfaden den Mitgliedern Hilfestellung geben, das Behandlungskonzept über HIV hinaus zu erweitern. Klar ist natürlich: Die Leitfäden ersetzen keine Leitlinien. Herr Dr. Schewe, vielen Dank für das Gespräch. Die Fragen stellte Elke Klug. Dr. Knud Schewe ist Sprecher des dagnä-Vorstandes. 10

Interview mit Dr. med. Axel Baumgarten Erstmals qualitätsgestützte HCV-Behandlung aus Spezialisten-Hand Dr. med. Axel Baumgarten baumgarten@dagnae.de Gegenwärtig erfährt insbesondere die Therapie der chronischen Hepatitis C (HCV) viel Aufmerksamkeit – auch abseits der Fachkreise. Die dagnä hat Versorgungskonzepte für Krankenkassen erarbeitet. connexi- Interview mit Dr. Axel Baumgarten, Vorstand der dagnä, über aktuelle Themen der Versorgung und die gesundheitspolitische Großwetterlage. Herr Dr. Baumgarten, „Qualität“ scheint in dieser Legislaturperiode das Leitmotiv der Gesundheitspolitik der Großen Koalition zu sein. Ein richtiger Schritt auch in der HIV-Versorgung? Ein Fokus auf Qualität wird von den HIV-Schwerpunktbehandlern sehr begrüßt. Zwar richtet sich die gesundheitspolitische Qualitäts-Debatte schwerpunktmäßig auf den stationären Bereich, ein Seitenblick auf die HIV-Versorgung würde aber nicht schaden. Denn: Die ambulante Versorgung von HIV-Infizierten lebt die Qualitätsorientierung Schlagzeilen macht gegenwärtig auch weniger die HIV- als die Hepatitis C-Versorgung: Woher kommt die Aufregung? Bei der Behandlung der chronischen Hepatitis C kommen aktuell zwei Faktoren zusammen: Einerseits sind seit 2014 neue, direkt antiviral wirksame Arzneimittel verfügbar, die zur Heilung der Krankheit bei einem Großteil der betroffen Patienten führen werden. Andererseits sind die neuen Wirkstoffe extrem hochpreisig, was seitens der Kostenträger zu teilweise nervösen Reaktionen geführt Die ambulante Versorgung von HIV-Infizierten lebt die Qualitätsorientierung bereits. bereits. Mit der bundesweiten Qualitätssicherungsvereinbarung HIV/Aids nach § 135 SGB V wurde vor einigen Jahren ein auch im internationalen Vergleich erfolgreicher Weg der Qualitätsorientierung eingeschlagen. Hierbei ist vor allem die systematische Prozess- und Strukturqualität bedeutsam, die die Arbeit der HIV-Schwerpunktzentren auszeichnet. Mit Erfolg: Bei fast 85 % der Patienten ist die Viruslast unterhalb der Nachweisbarkeitsgrenze. Auf diese Weise leistet Qualitätsorientierung einen eminent wichtigen Beitrag zur hochwertigen Versorgung von Menschen mit HIV/ Aids in Deutschland. hat. Durch eine forcierte Unsicherheit nahmen bei den Ärzten Regresssorgen deutlich zu. Die qualitätsgesicherte Indikationsstellung und Behandlung wurden durch reine Kostenfragen überlagert. Erschwerend kommt hinzu, dass es – anders als bei HIV – keine Qualitätssicherungsvereinbarung gibt. Die bedarfsgerechte Betreuung und Behandlung der Betroffenen durch qualifizierte Ärzte sowie der sinnvolle Einsatz der aufwändigen Therapie sind nicht ausreichend sichergestellt. Conferences 11

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