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CONNEXI 2015-02 AIDS und Hepatitis

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Retrospektive der 6. Münchner AIDS und Hepatitis Werkstatt 2015

München im März - das

München im März - das Mekka deutscher HIV-, AIDS- und Hepatitis-Spezialisten Kann man bei den vielen neuen antiviralen Therapien schon von ausreichender Evidenz sprechen? Sind sie für den Patienten sicher? Die neuen HCV-Medikamente sind nach dem bisherigen Wissen, das sich allerdings nur auf einen Zeitraum von wenigen Jahren bezieht, wenn die Studienzeiträume mitgerechnet werden, sicherer und weitaus weniger toxisch als die bisherigen Therapien (Interferon und Ribavirin). Wir sehen beim Einsatz der neuen Direct Acting Agents uns bisher unbekannte Erfolge, die nicht nur darin bestehen, das Virus zu eliminieren und in einigen Fällen auch die Leberfibrose zu verbessern. Patienten fühlen sich wieder kräftiger und leistungsfähiger. Häufig haben sie über Jahre oder Jahrzehnte Müdigkeit und Leistungsknicks empfunden, die Hepatitis C war bekannt, wurde aber nicht behandelt. Den meisten kann heute mit einer zwei- bis dreimonatigen Therapie deutlich besser geholfen werden als früher. Wie kann der Verunsicherung bzgl. der neuen Therapien und beim Verordnungsverhalten (Regressgefahr!), die bei den Ärzten in den Diskussionen zu spüren war, begegnet werden? Meines Erachtens wird die Regressgefahr (Einzelfallprüfungen) derzeit vor dem Hintergrund der sehr hohen Kosten der Therapie von den Behandlern und Verschreibern überschätzt. Allerdings sind auch die meisten MDK erst dabei, sich an die neuen Medikamente zu gewöhnen und beginnen Nachfragen zu stellen, was ja an sich berechtigt ist und noch nicht als Regress gewertet werden darf. Ob die Verhinderung von Spätkomplikationen (Leberzirrhose, Leberzellkarzinom, Lebertransplantation), die erfolgreiche Elimination des Virus, d. h. Heilung von HCV und die Verbesserung der Lebensqualität vieler Patienten die derzeit hohen Kosten rechtfertigen, wird intensiv diskutiert. Die Medikamentenpreise, das ist anzunehmen, werden sich in den nächsten Monaten und Jahren weiter nach unten einpendeln. Wann werden die Münchner AIDS-Tage 2016 stattfinden, und ist die nächste Werkstatt schon in Planung? Die 16. Münchner AIDS- und Hepatitistage finden vom 11. bis 13. März 2016 statt. Sowohl für diese Tagung, die ja größer ist – es werden ca. 1.500 Teilnehmer erwartet – als auch für die Münchner AIDS- und Hepatitiswerkstatt 2017 sind die Planungen bereits angelaufen. Vielen Dank Herr Dr. Jäger für dieses Gespräch. Die Fragen stellte Elke Klug 16. Münchner AIDS und Hepatitis Tage 11. bis 13. März 2016 in München Conferences Tagungsleitung: Dr. med. Hans Jäger, München PD Dr. med. Christian Hoffmann, Hamburg Tagungsort: Hotel Dolce Munich Unterschleißheim 10 Veranstalter: SVV – Süddeutscher Verlag Veranstaltungen GmbH

The Story Behind® HIV - die allzu menschliche Pandemie Michael Kaplan, Edinburgh Zwischen Frühjahr letzten Jahres und August dieses Jahres haben Ärzte in den USA bei 500 Amerikanern ein erworbenes Immunschwäche-Syndrom diagnostiziert, auch AIDS genannt … Mindestens 175 dieser Menschen sind inzwischen verstorben. Von denen, die im Jahr 1980 AIDS entwickelt hatten, sind inzwischen 70 % tot … . Ende 1982 hatte die Krankheit immerhin einen Namen, eine Identifikation der Risikopopulation und eine (sehr beängstigende) Mortalitätsrate. Aber bei allem, was darüber hinausging, war man noch recht ahnungslos – obwohl man inzwischen in der Statistik genügend vorangekommen war, um die kommende Pandemie zumindest voraussehen zu können. In dem Maße, in dem die gesamte Breite der möglichen Übertragungswege bekannt wurde (und die begrenzten Epidemien der westlichen Welt der generalisierten Epidemie in Afrika südlich der Sahara wichen), stiegen die Voraussagen für die weltweiten Todesfälle in immer neue Höhen. Im Jahr 2002 schätzte eine UN-Studie, dass allein zwischen 2000 und 2020 etwa 68 Millionen Menschen an AIDS sterben würden. In diesem Jahr hat dieselbe UN-Institution für das Jahr 2030 ein Ende der Pandemie vorausgesagt. Die Realität der AIDS-Erkrankung bleibt zwar schrecklich, aber die pessimistischen Voraussagen der Vergangenheit sind nicht eingetroffen. Seit dem Höhepunkt im Jahr 2005 sind die AIDS-assoziierten Todesfälle um 30 % zurückgegangen; auch die Neuinfektionen sind seit 2001 um ein Drittel gesunken. Etwa 35 Millionen Menschen leben mit HIV, aber der immer weiter steigende Anteil derjenigen, die Michael Kaplan m.s.e.kaplan@btinternet.com angemessen behandelt werden, hat inzwischen eine Lebenserwartung, die der von Nichtinfizierten nahekommt. Wie ist es dazu gekommen? Immerhin ist AIDS eine hochkomplexe Krankheit, und sie trifft Menschen in einigen der ärmsten Gegenden der Welt. Die bisherigen Erfolge der Menschheit gegen Pandemien – Pocken, Kinderlähmung, Tuberkulose – waren im Grunde Einzelsiege. Ein Medikament oder Impfstoff, flächendeckend eingesetzt, konnte den infektiösen Keim in Schach halten. So ein Medikament gibt es gegen AIDS noch nicht, aber wir haben Anlass zu der Hoffnung, dass das Schlimmste vorüber ist. Wodurch wurde das erreicht? 1. Effektive antiretrovirale Medikamente? 2. Umfangreiche Screening-Untersuchungen? oder 3. Gezielt eingesetzte finanzielle Mittel für die öffentliche Gesundheit? Die Lösung finden Sie auf www.con-nexi.de 11 Conferences

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