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CONNEXI 2015-02 AIDS und Hepatitis

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Retrospektive der 6. Münchner AIDS und Hepatitis Werkstatt 2015

MAHW

MAHW 2015: Die CROI in Seattle life Die dagnä/DAIG Webinarserie geht in die zweite Runde Georg Behrens, Markus Bickel, Patrick Braun, Patrick Ingiliz, Carl Knud Schewe, Hans-J. Stellbrink, Christoph Wyen Der Fortschritt im Bereich der HIV-Medizin ist rasant. Nicht jeder Interessierte ist in der Lage, die wichtigen internationalen Kongresse zu besuchen. Vereinsziel von DAIG und dagnä ist die Förderung von Fort- und Weiterbildung ihrer Mitglieder im Bereich der HIV-Medizin. Um dieses Ziel zu erreichen, führen beide Vereine seit 2013 nach der Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections (CROI) und den Konferenzen der International AIDS Society (IAS) eine erfolgreiche Serie Internet-basierter interaktiver Konferenzberichterstattungs-Seminare (Webinare) durch. Im Rahmen der Webinare berichten fünf Referenten online und life über die Highlights der Konferenzen. Teilnehmer können im Chat Fragen an Referenten und Moderatoren stellen. Veranstaltungen und Zertifizierung Unter der wissenschaftlichen Leitung des DAIG Vorstandes Prof. Georg Behrens und des DAGNÄ Vorstandes Dr. Knud Schewe werden nach der CROI und den IAS-Konferenzen jeweils zwei Life-Webinare und ein Symposium auf dem dagnä Workshop respektive den Münchner AIDS- und Hepatitis- Tagen durchgeführt. Die aufgezeichneten Webinare sowie die Präsentationsfolien werden auf der Homepage von DAIG und dagnä der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt (www.webinare.dagnae.de). Die zugrunde liegenden Powerpoint-Präsentationen werden zudem in lokalen Qualitätszirkeln und Post-Conference Veranstaltungen präsentiert. Die Webinare sind durch die DAIG und die Berliner Ärztekammer mit zwei Punkten zertifiziert. Auf der diesjährigen Münchner AIDS-Werkstatt berichteten PD. Dr. Markus Bickel, Dr. Patrick Braun, Dr. Patrick Ingiliz, Prof. Hans-Jürgen Stellbrink und PD Dr. Christoph Wyen über die CROI 2015. Kongressbericht 22 nd Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections (CROI) 23.02. – 26.02.2015 Seattle, WA Der aus wissenschaftlicher Sicht wichtigste HIV- Kongress des Jahres ist die CROI. Dieses Jahr fand die Konferenz in Seattle, Washington statt. Nachfolgend eine Auswahl der aus unserer Sicht interessantesten Beiträge auf der Konferenz. Neues zur Präexpositionsprophylaxe (PrEP) Conferences Webinargruppe Seattle 2015 v.l.n.r. Patrick Braun, Hans-J. Stellbrink, Georg Behrens, Carl Knud Schewe, Markus Bickel, Patrick Ingiliz, Christoph Wyen PROUD-Studie: In diese prospektive, randomisierte in England durchgeführte Studie wurden knapp 550 MSM mit erhöhtem HIV-Infektionsrisiko eingeschlossen. Die Hälfte der Männer begannen nach Studieneinschluss sofort mit einer PrEP, 16

Die dagnä/DAIG Webinarserie geht in die zweite Runde bestehend aus der täglichen Einnahme einer Tablette Truvada ® , die zweite Gruppe begann mit dieser Form der PrEP zwölf Monate später. Insgesamt gab es drei HIV-Infektionen in der Gruppe, die sofort mit der PrEP begann, im Vergleich zu 19 Infektionen in der Gruppe mit verzögertem PrEP-Beginn. Durch Einsatz der PrEP konnte in dieser Studie eine 86 %ige Risikoreduktion einer HIV-Infektion erreicht werden. IPERGAY-Studie: In diese prospektive, randomisierte, Plazebo-kontrollierte französisch-kanadische Studie wurden ebenfalls MSM mit hohem HIV-Infektionsrisiko eingeschlossen. Im Gegensatz zu bisherigen PrEP-Studien wurde hier die Wirksamkeit eines episodischen PrEP-Einsatzes untersucht. Um einen sexuellen Risikokontakt herum nahmen die Studienteilnehmer zwei Tabletten Truvada ® 2−24 h vor dem Sex, eine Tablette 24 h nach dem Sex und eine Tablette 48 h nach dem Sex. Die Kontrollgruppe erhielt ein Plazebo. Aufgrund des frühzeitigen Nachweises der Wirksamkeit dieses PrEP-Ansatzes wurde im Oktober 2014 vorzeitig (nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 13 Monaten) die Studie abgebrochen. Bis dahin hatten sich 16 Studienteilnehmer mit HIV infiziert, davon 14 im Plazebo-Arm und lediglich zwei im PrEP-Arm – was einer rechnerischen Risikoreduktion von ebenfalls 86 % durch den Einsatz der PrEP entspricht. Fazit: Sowohl in der Proud-Studie als auch in der Ipergay-Studie konnte die Wirksamkeit des kontinuierlichen bzw. episodischen PrEP-Einsatzes bei MSM mit hohem HIV-Infektionsrisiko demonstriert werden. Allerdings werfen diese Studien eine Reihe von Fragen auf: Ist die PrEP auch bei Menschen mit einem geringerem HIV-Infektionsrisiko sinnvoll? Welches PrEP-Schema (tägliche oder episodische Einnahme) ist zu bevorzugen? Gibt es andere antiretrovirale Substanzen, die sich für den PrEP- Einsatz eignen? Inwiefern sind die gewonnenen Daten Plasma viral load (RNA copies/ml) Control Daily ART ART only Daily ART VRC01 / ART 10 8 VRC07-523 + Daily ART PGT121 / ART 10 7 10 6 10 5 10 4 10 3 10 2 10 1 0 20 40 60 Days post-SHIV Abbildung 1: Viruslastsenkung unter ART vs. bnABs im Tierversuch [Bolton DL CROI 2015 #50]. mit TDF auf das in absehbarer Zeit das TDF ablösende TAF übertragbar? Wird eine Indikationserweiterung von Truvada ® und eine Kostenerstattung der PrEP durch die Krankenkassen auch in Deutschland kommen? Neues aus der Grundlagenforschung Die “Broadly Neutralizing Antibodies (bnABs)” haben in der Grundlagen- und präklinischen Forschung in den letzten Jahren ein Comeback erlebt. Dies liegt zum Teil an der mittlerweile wesentlich einfacheren und auch kostengünstigeren Herstellungsmethodik, die einen breiteren Einsatz in der dauerhaften HIV-Therapie, aber auch als PEP und PrEP denkbar werden lassen. Ein Beispiel ist eine Tierstudie mit Affen, die nach SIV Infektion entweder gar nicht („control“), mit ART (TDF, 3TC, DTG s.c.), zunächst mit einem bnAB (VRC01) oder mit einer Kombination aus zwei bnABs („VRCO07 + PGT 121“) und dann zeitversetzt mit ART behandelt wurden. Die Abbildung 1 zeigt das Absinken der Conferences 17

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