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CONNEXI 2015-02 AIDS und Hepatitis

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Retrospektive der 6. Münchner AIDS und Hepatitis Werkstatt 2015

Die dagnä/DAIG

Die dagnä/DAIG Webinarserie geht in die zweite Runde Conferences SIV DNA copies / cell 10 0 10 -1 10 -2 10 -3 10 -4 10 -5 10 -6 total * * Lymph node p=0.006 naive CD4 T-cell population Day 17 Control ART only VRC01 / ART VRC07-523 + PGT121 / ART Abbildung 2: Ausbildung viraler Reservoirs unter ART vs. bnABs im Tierversuch [Bolton DL CROI 2015 #50]. SI-Viruslast in allen vier Gruppen. Die Kombination aus zwei bnAB konnte eine äquivalente Viruslast- Reduktion im Vergleich zu ART allein erreichen. Die akute Ausbildung des früheren viralen Reservoirs, gemessen als SIV DNA Kopien pro CD4+ Zelle in Lymphknoten, konnte durch die alleinige Gabe eines oder zwei bnABs in vergleichbarem Ausmaß im Vergleich zur ART Behandlung reduziert werden (Abbildung 2). Eine Pilot-Studie bei akuter HIV-Infektion bei Menschen wird dieses Jahr noch beginnen. Erste Ergebnisse werden für nächstes Jahr erwartet. Hepatitis C-Koinfektion Im Gegensatz zu den letzten Jahren, in denen Substanzsstudien auch zur HCV-Monoinfektion Einzug in die CROI hielten, fand dieses Jahr eine Rückbesinnung zur HIV-HCV-Koinfektion statt. Vorgestellt wurde die ALLY-2-Studie, in der die Wirksamkeit von Sofosbuvir in Kombination mit Daclatasvir unter Beweis gestellt wurde. Naive und vorbehandelte Patienten (hierzu zählten auch Sofosbuvir-vorbehandelte Patienten) der Genotypen 1 bis 4 erhielten die Kombination über 12 Wochen, die Heilungsrate lag bei 97 %. 50 therapienaive Patienten wurden zudem in einem Verkürzungsarm über acht Wochen behandelt, hier lag die Heilungsrate allerdings nur bei 76 %. In der ION-4-Studie wurden HIV-HCV-koinfizierte Patienten mit den Genotypen 1 und 4 über 12 Wochen mit Sofosbuvir und Ledipasvir behandelt, hier lag die Heilungsrate bei 96 %, unabhängig von Vortherapie oder Fibrosegrad. Die eindrucksvollen Behandlungserfolge konnten annähernd in Real-Life-Kohorten reproduziert werden. So wurden auf der CROI Daten der deutschen Kohorte GECOSO präsentiert. Die Heilungsraten bei verschiedenen Sofosbuvir-basierten Regimen lagen hier bei 88 %, bei Zirrhotikern allerdings nur bei 79 %. In Anbetracht universeller Heilungsraten stellt sich folglich die Frage der Möglichkeit einer HCV- Eradikation vor dem Hintergrund der erheblichen Kosten der Therapie. Ein mathematisches Modell zu HIV-HCV-positiven MSM wurde aus der Schweizer Kohorte vorgestellt: Eine Therapie aller Patienten bei Fibrosegrad F3 verdoppelt leberbezogene Todesfälle gegenüber F2. Eine Behandlung bei Fibrosegrad F4 vervierfacht die Dauer der Infektiosität. Virologie Unabhängig von der CROI fand in Seattle vorab der IHDRW (International HIV Drug Resistance Workshop) statt. Im Rahmen dieses Workshops wurden Daten aus der „Swiss Cohort“ bezüglich der Resistenzlage bei therapie-erfahrenen Patienten präsentiert. Es konnte gezeigt werden, dass der relative Anteil von Patienten mit Resistenzmutationen im Verlauf der Zeit kontinuierlich abnimmt. 18

Die dagnä/DAIG Webinarserie geht in die zweite Runde Therapie-erfahrene Patienten Therapie-erfahrene Patienten mit resistenten Viren First-line treatment: Single- Triple-Class Dual- Resistance First-line treatment: No. of Individuals 8000 7000 6000 5000 4000 3000 2000 1000 0 Potent cART Historic cART Historic ART No. of Individuals 2000 1500 1000 500 Potent cART Historic cART Historic ART Calendar Year Calendar Year Abbildung 3: Swiss Cohort zur Resistenzlage bei therapierfahrenen Patienten: Der relative Anteil von Patienten mit Resistenzmutationen nimmt im Verlauf kontinuierlich ab [A Scherrer, IHDRW 2015, # 85]. Während in 2003 noch bei jedem dritten therapieerfahrenen Patienten resistente Viren nachgewiesen wurden, konnten in 2013 nur bei jedem Vierten resistente HI-Viren detektiert werden. Der größte Anteil der Patienten mit resistenten HI-Viren entstammt dem Kollektiv, welches vor langer Zeit mit einer mono- oder dualen- Therapie gestartet ist (Abbildung 3). Ein anderer Themenschwerpunkt fokussierte auf die Bewertung der proviralen Resistenztestung bei Patienten mit niedriger oder nicht nachweisbarer Viruslast. Verschiedene Arbeitsgruppen zeigten, dass für die Resistenzbestimmung bei Patienten mit erfolgreicher Virus-Suppression provirale DNA (EDTA-Vollblut) verwendet werden kann. Die Übereinstimmung zwischen beiden Methoden liegt bei >80 %. Der Goldstandard für die Resistenzanalyse bei Patienten mit nachweisbarer Viruslast bleibt aber weiterhin die HIV-RNA der freien Virionen aus EDTA-Plasma. Ein unerwartetes Ergebnis lieferte die Auswertung der NGS (Next Generation Sequencing)-Daten der STaR-Studie (RPV/TDF/FTC vs. EFV/TDF/FTC). Rückstellproben wurden mit NGS reanalysiert, um zu prüfen, ob minore resistente Viruspopulationen schon vor Therapiestart vorlagen und identisch sind mit den Viren bei Therapieversagen. Es gab keine Übereinstimmung zwischen der Detektion von minoren resistenten Viruspopulationen zur Baseline und dem Therapieansprechen. Antiretrovirale Therapie Es wurden die Ergebnisse zweier paralleler großer Phase 3-Studien mit dem Vergleich der Ein-Tabletten-Regime (STR) Tenofovir-Disoproxilfumarat/ Emtricitabin/Elvitegravir/Cobicistat (TDF/FTC/ EVG/c) und Alafenamid/Emtricitabin/Elvitegravir/ Cobicistat (TAF/FTC/EVG/c) bei insgesamt 1732 ART-naiven Patienten vorgestellt, Conferences 19

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