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CONNEXI 2015-02 AIDS und Hepatitis

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Retrospektive der 6. Münchner AIDS und Hepatitis Werkstatt 2015

Sind CD4-Zellen bei

Sind CD4-Zellen bei (erfolgreich) behandelten Patienten verzichtbar? Fazit In ausgesuchten Situationen bleibt die dauerhafte, regelmäßige und auch kurzfristige CD4-Zell-Messung sinnvoll: Etwa bei immunologisch-virologischer Diskordanz, um ein erhöhtes Aids-Risiko zu erfassen und/oder ggf. eine ART-Umstellung, bspw. auf Maraviroc oder PI/r, durchzuführen. Zusätzlich kann, zumindest im ersten Jahr nach Erreichen von mehr als 200 Helferzellen/µl − in dem laut Studienlage das Erkrankungsrisiko noch deutlich erhöht bleibt −, neben einer nicht mehr nachweisbaren Viruslast dem Patienten eindrücklich der Therapieerfolg anhand der Immunrekonstitution vor Augen geführt werden - und dadurch die Motivation zur Adhärenz gegebenenfalls steigern. Die Diskussion ist noch nicht abgeschlossen. Referenzen 1. DHHS-Guidelines for the Use of Antiretroviral Agents in HIV-1-Infected Adults and Adolescents. Downloaded from http://aidsinfo.nih.gov/guidelines on 3/15/2015 2. Huldrych et al. Antiretroviral Treatment of Adult HIV Infection2014 Recommendations of the International Antiviral Society–USA Panel. JAMA. 2014;312(4):410−425 3. EACS Guidelines Nov 2014, downlowded on 3/15/2015 from http://www.eacsociety.org/files/guidelines_english_ 71_141204.pdf 4. Deutsch-Österreichische Leitlinien zur Antiretroviralen Therapie der HIV-Infektion, Version 1.0 vom 13.5.2014, download am 15.3.2015 von http://www.daignet.de/ site-content/hiv-therapie/leitlinien1/Deutsch_Osterreichische%20Leitlinien%20zur%20antiretroviralen%20 Therapie%20der%20HIV_Infektion.pdf 5. Chow et. al. Routine CD4 cell count monitoring seldom contributes to clinical decision-making on antiretroviral therapy in virologically suppressed HIV-infected patients. HIV Medicine 2015, 16, 196−200 6. Gale HB, Gittermann SR, Hoffman HJ et al. Is frequent CD4+T-Lymphocyte count monitoring necessary for persons with counts >=300 cells/muL and HIV-1-suppression? Clin Infect Dis 2013; 56:1340-43 7. Girard PM, Nelson M, Mohammed P, Hill A, van Delft Y, Moecklinghoff C. Can we stop CD4-testing in patients with HIV-1 RNA suppression on antiretroviral treatment? Analysis of the ARTEMIS trial. AIDS 2013; 27: 2759−63 8. Phillips AN, Youle M, Lampe F et al. CD4 cell count changes in individuals with counts above 500 cells/mm and viral loads below 50 copies/mlon antiretroviral therapy. AIDS 2002; 16: 1073−75 9. Whitlock GG, Ahmed N, Benn P, Edwards S, Waters L. Stop routine CD4 monitoring in HIV-infected patients with fully suppressed virus and CD4 >=350 cells/µl. Clin Infect Dis 2013; 57: 327 10. Mocroft et. al. The Incidence of AIDS-Defining Illnesses at a Current CD4 Count ≥ 200 Cells/µL in the Post-Combination Antiretroviral Therapy Era. Clinical Infectious Diseases, 2013; 57(7):1038−47 11. Hentrich et al. Stage-adapted treatment of HIV-associated Hodgkin lymphoma: results of a prospective multicenter study. J Clin Oncol. 2012 Nov 20;30(33):4117−23 Conferences 38

HIV-Präexpositionsprophylaxe Kann die HIV-Übertragung verhindert werden? Heiko Jessen, Ivanka Krznaric, Berlin Um einen Anstieg der Zahl von HIV-Neuinfektionen zu verhindern, wird seit einigen Jahren der Ansatz der sog. Präexpositionsprophylaxe (PrEP) geprüft. In Studien konnte eine gute Schutzwirkung von Truvada ® nachgewiesen werden, Nebenwirkungen waren selten. PrEP erwies sich als potenziell wertvolles Instrument für die Reduzierung des Infektionsrisikos. In Europa ist PrEP aber noch nicht zugelassen, obwohl die Voraussetzungen für einen Zulassungsantrag gegeben sind. Stellt sich 2015 die Frage: Quo vadis PrEP? Die Zahl der HIV-Neuinfektionen zeigt in den letzten Jahren weltweit zwei unterschiedliche Entwicklungen. Während es in vielen Ländern, vor allem in Subsahara-Afrika, zu einer deutlichen Reduktion kam, verzeichneten andere Länder, darunter auch Deutschland, einen kontinuierlichen Anstieg der Neuinfektionen [1]. Dieser Anstieg ist in Deutschland vor allem in der Gruppe der Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben zu beobachten und deutet darauf hin, dass die etablierten Präventionsstrategien einer erneuten Überprüfung bedürfen. PrEP −Historie Dr. med. Heiko Jessen mail@praxis-jessen.de In Tierversuchen wurde seit einigen Jahren mit Erfolg ein Konzept geprüft, in dem die HIV-Medikamente bei den nichtinfizierten Individuen eingesetzt werden, um die Entwicklung der Infektion zu verhindern. Dieser Ansatz wird als Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bezeichnet. Basierend auf den Ergebnissen von vier humanen klinischen Studien [2−5] empfahl die USA-Gesundheitsbehörde CDC schon 2011 den Menschen mit andauernd hohem HIV-Infektionsrisiko eine tägliche Gabe des Virostatikums Truvada ® (Fixdosiskombination von Tenofovirdisoproxilfumarat und Emitricitabin). Im Juli 2012 erfolgte die Zulassung von Truvada ® für PrEP-Einsatz in den USA. Im Mai 2014 präzisierte die CDC den PrEP-Einsatz für die klinische Praxis [6]. Im Juli 2014 erfolgte eine Empfehlung in den WHO-Leitlinien für die HIV-Prävention, vor allem für die MSM-Risikogruppe [7]. In Europa dagegen ist PrEP noch nicht zugelassen. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) diskutierte in 2012 die Entwicklung von nicht-klinischer und klinischer PrEP und erkannte PrEP als ein potenziell wertvolles Instrument für die Reduzierung des Infektionsrisikos im Rahmen eines integrierten Ansatzes. Die EMA bereitete damit eine Plattform für die Bewertung des Zulassungsantrags, der vom Hersteller allerdings bisher nicht gestellt wurde. PrEP − Applikation Die Verwendung von PrEP ist entweder lokal oder systemisch möglich. Als lokale Varianten wurden mit unterschiedlichen Ergebnissen Medikamentenhaltige Vaginal- und Rektalgels und Vaginalringe getestet. Keine von den Studien mit dieser Art der PrEP zeigte Ergebnisse, die auf eine überzeugende und sichere Schutzwirkung hindeuteten. Conferences 39

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