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CONNEXI 2015-02 AIDS und Hepatitis

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Retrospektive der 6. Münchner AIDS und Hepatitis Werkstatt 2015

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Corner Stone Labs - Expert Lectures Opportunistische Infektionen: Was ist heute relevant? Martin Wächtler, München Die Beziehung zwischen HIV-Infektion und opportunistischen Infektionen (OI) ist wechselseitig. Infolge der HIV-Infektion werden CD4-positive T-Lymphozyten (Helferzellen; CD4) zerstört und damit zellvermittelte Immunität [1]. Dadurch entstehen OI. Andererseits können OI zu einem reversiblen Anstieg der Viruslast (VL) führen [2]. Durch Unterdrückung der VL und Anstieg der Helferzellen reduziert die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) das Risiko des Auftretens einer OI [3]. Studien haben den deutlichen Rückgang der Inzidenz HIV-assoziierter OI bei Kohorten mit Zugang zu einer HAART gezeigt [3]. Dem Robert-Koch-Institut in Berlin (RKI) werden jährlich etwa 3.400 neue HIV-Diagnosen mitgeteilt. Von 2001 bis 2009 betrafen 49,5 % der gemeldeten HIV-Erstdiagnosen in der BRD Late Presenter, 2012 bestand bei 24 % der Patienten ein Stadium AIDS [4]. Helferzellen unter 50/µl werden CMV-abhängige Erkrankungen sowie atypische Mykobakteriosen möglich. Diese CD4-Schwellenwerte sind Richtwerte. Unabhängig von CD4-Grenzwerten werden als OI Kaposi-Sarkom, Lungen-Tuberkulose, bakterielle Pneumonien oder Herpes-Zoster-Virus-assoziierte Erkrankungen beobachtet [9]. Zwischen 1998 und 2010 wurden in einer Europäischen Kohorten-Studie die Inzidenzen individueller AIDS-definierender Erkrankungen bei 207.539 Patienten mit CD4 >200/µl untersucht. Unter den 12.135 beobachteten Erkrankungen waren Der Zugang zu einer HAART ist mit einem deutlichen Rückgang der Inzidenz HIV-assoziierter OI verbunden. Conferences Diese Zahlen verdeutlichen, dass OI auch im Zeitalter einer möglichen HAART bedeutsam bleiben. Gründe hierfür sind späte Diagnosen der HIV-Infektion, ineffektive Therapien oder fehlende Prophylaxen [5]. Bei heterosexuell Infizierten und Migranten findet sich ein Anteil von Late Presentern von über 50 % [4]. So werden immer noch 30–50 % aller HIV-Infektionen in Europa in einem späten Stadium entdeckt [6−8]. Bei Helferzellzahlen

Opportunistische Infektionen: Was ist heute relevant? Wann die HAART beginnen? In der US-amerikanischen ACTG-A5164-Studie [11] wurden 282 Patienten mit OI randomisiert. Die HAART wurde entweder früh (Tag 12) oder spät (Tag 45) begonnen. Nach 48 Wochen waren in der Gruppe der früh Behandelten signifikant weniger AIDS-definierende Erkrankungen/Todesfälle dokumentiert (OR = 0.51; 95% CI = 0.27-0.94). Eine HAART sollte deshalb früh begonnen werden. Dies gilt auch für die Tuberkulose bei fortgeschrittenem Immundefekt (CD4 100/µl und/oder tuberkulöser Meningitis aufgrund von möglichem Immun-Rekonstitutionssyndrom und möglichen Medikamenten-Interaktionen die HAART erst 4–8 Wochen nach Beginn der Behandlung der OI begonnen werden. Bei der Kryptokokken-Meningitis wurde in einer randomisierten Studie in Botswana nach sofortigem Beginn der HAART eine erhöhte Letalität unter den auch schon initial schwer kranken Patienten gefunden [12]. Auch zeigte sich ein deutlich häufigeres Auftreten eines Immun- Rekonstitutionssyndroms bei raschem Beginn der HAART bei dieser Erkrankung [13]. Daher sollte hier mit dem Beginn der HAART etwa fünf Wochen gewartet werden [5]. Die PML und Kryptosporidiose sind kaum behandelbar, außer durch eine Immunrekonstitution in der Folge einer HAART. Eine Immunrekonstitution durch HAART schützt auch vor OI-Rezidiven. Dr. med. Martin Wächtler martin.waechtler@klinikum-muenchen.de Beginn, Fieber, Cephalgie, Sensibilitätsstörungen und fokal-neurologische Symptome. Die global bedeutendste OI ist die Tuberkulose. In der BRD ist die Inzidenz rückläufig. Sie lag 2012 bei 5,2/100.000 (RKI 2014). Die geschätzte HIV-Inzidenz unter Tuberkulose-Patienten liegt bei 4,5 % (RKI 2013). Das relative Tuberkulose-Risiko steigt mit sinkenden CD4-Zahlen. Mit fortschreitender Immunschwäche bleiben die bei Immunkompetenten klassischen Symptome wie Husten, Hämoptysen, Granulom- oder Kavernenbildung aus. Bei CD4

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