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CONNEXI 2015-05 Nephrologie Dialyse Transplantation

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Retrospektive vom Nephrologischen Seminar in Heidelberg, Erfurter Dialysefachtage, Expertenmeeting Dialyse in Erfurt, ERA EDTA in London 2015

Was nicht im Lehrbuch

Was nicht im Lehrbuch steht Prof. Dr. med. Thomas Mettang mettang@nephrologie-wiesbaden.de Peritonealdialyse mit Verbleib eines geringen Restvolumens (hochprozentige Tidal-Dialyse, also z. B. 90 % Tidal) oder die intraperitoneale Applikation von Lokalanästhetika in vielen Fällen Abhilfe schaffen. Sehr selten kann durch die Katheterspitze ein peritoneales Gefäß verletzt werden. Auch andere intraperitoneale Pathologika (Tumoren, enkapsulierende Peritonealsklerose etc.) werden beobachtet [2] (Tabelle 1). Bei einer erstmalig auftretenden und im Verlauf zunehmenden Hämorrhagie müssen in jedem Fall eine chirurgische Untersuchung sowie eine weitere Bildgebung erfolgen. Die Lokalisation der Blutung ist ohne Laparoskopie oder Laparotomie schwierig. Es kann versucht werden, mit Hilfe einer Kontrastmittel-Sonographie den Ort des Blutaustritts zu lokalisieren. Fall 2: 73-jähriger Patient mit seit zwei Jahren komplikationslosem Verlauf einer Peritonealdialysebehandlung. Plötzliches Auftreten einer rötlichen Verfärbung des Dialysatauslaufs (Abbildung 2a). Es besteht kein Trauma und der Patient zeigt keine Symptome. Am nächsten Tag Zunahme der rötlichen Verfärbung. In der Kontrastmittel-gestützten Ultraschalluntersuchung des Abdomens zeigt sich Für viele technische und medizinische Probleme finden sich bei der Peritonealdialyse individualisierte Lösungen. Der blutige Beutel – hämorrhagischer Auslauf ein Blutaustritt im Bereich der Katheterspitze (Abbildung 2b). Am Folgetag langsames spontanes Sistieren des Blutaustritts. Conferences Eine rötliche Verfärbung des Dialysatauslaufs ist insbesondere bei Frauen kein seltenes Ereignis. Meist klärt sich der Dialysatauslauf bei einem der folgenden Beutelwechsel. Als Ursachen für eine hämorrhagische Kontamination des Dialysats kommen sowohl eine retrograde Menstruation (bei Dialysepatientinnen sehr selten) wie auch rupturierte Ovarialzysten in Betracht. Dialysat-Leckagen durch defekte Katheter Gelegentlich kommt es primär oder im Verlauf einer Peritonealdialyse zur Entstehung von Leckagen. Im Falle einer Leckage im Bereich des inneren Cuffs ist meist eine chirurgische Revision erforderlich. Diese kann auf unterschiedliche 16

Was nicht im Lehrbuch steht (a) (b) Abbildung 2: Hämorrhagischer Dialysatauslauf (a). Sonographische Darstellung der Katheterspitze im Unterbauch (b). Der Pfeil markiert den Austritt von Ultraschall-Kontrastmittel (bubbles) in diesem Bereich (mit freundlicher Genehmigung Dr. Bönhoff, DKD Helios-Klinik Wiesbaden) Weise vorgenommen werden, im Idealfall ohne den Katheter zu wechseln. Sollte eine Leckage aus dem Katheter selbst vermutet werden, ist dies präoperativ nur schwierig zu verifizieren. Insbesondere wenn es sich um eine kleine Verletzung des Katheters handelt (z. B. Nadelstich), wird unter den üblichen Bedingungen wenig oder kein Dialysat aus dem Katheter austreten und bei der Untersuchung sichtbar werden. Hier kann man sich durch einen intraluminalen „Verschluss“ des Katheters mittels eines Fogarty-Katheters mit anschließender Kontrastmittelfüllung des distalen Teils des Katheters behelfen. Sollte der Katheter im Verlauf des Durchtritts durch die Bauchwand beschädigt sein, so ist es möglich, nur Teile des Katheters zu entfernen und mittels eines Verbindungsstückes den neuen Katheter am alten zu befestigen. Referenzen 1. Santos CR, Branco PQ, Martinho A et al. Salvage of malpositioned and malfunctioning peritoneal dialysis catheters by manipulation with a modified Malecot introducer. Semin Dial 2010; 23: 95–9. 2. Lew SQ. Hemoperitoneum: bloody peritoneal dialysate in ESRD patients receiving peritoneal dialysis. Perit Dial Int 2007; 27: 226–33. Ursachen fur ein Hämoperitoneum: ▶ katheterbezogen ▶ gynäkologische Ursachen ▶ retrograde Menstruation ▶ Ovulation ▶ hämorrhagische Lutealzyste ▶ Ovarzystenruptur ▶ Nierenzystenruptur ▶ tuberöse Sklerose ▶ Lebertumor, traumatische Leberschädigung ▶ Milzruptur ▶ Gefäßarrosion ▶ Aneurysmaruptur ▶ systemisch ▶ Hämophilie ▶ Infektion ▶ EPS (enkapsulierende peritoneale Sklerose) Tabelle 1: Ursachen für ein Hämoperitoneum bei Peritonealdialyse (mod. nach [2]). Conferences 17

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