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CONNEXI 2015-07 AIDS und Hepatitis

Speed Case Dating: HCV

Speed Case Dating: HCV Therapie zwischen GBA und DGVS-Leitlinie Conferences Patient Einverständniserklärung Experten / Arzt Diskussionsforum HepData www.hepdata.de HepData mit Expertenräten Expertenräte von 2 Experten Online zum Arzt Arzt • HCV Genotyp, HCV RNA • Vorhandensein einer Leberzirrhose? • evtl. Ergebnis Elastografie • Vor-und Begleit erkrankungen • bisherige Therapie Arzt entscheidet über Therapie und dokumentiert diese ausführlich (Verlaufsdokumentation in vorgegebenen Abständen ab dem Therapie beginn oder -umstellung) Abbildung 1: HepData ermöglicht das Einholen von Therapieempfehlungen zu einzelnen anonymisierten Patienten von erfahrenen Hepatologen. Verdauung und Stoffwechsel) [1] mehrere Therapieoptionen in Betracht: • 24 Wochen Sofosbuvir+Ribavirin • 24 Wochen Sofosbuvir+Daclatasvir (+Ribavirin) • 24 Wochen Sofosbuvir/Ledipasvir (+Ribavirin) • (12 Wochen Peginterferon+Ribavirin+Sofosbuvir). Die 24-wöchige Kombinationsbehandlung von Sofosbuvir und Ribavirin ist für Patienten ohne Zirrhose vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) am 1. September 2014 positiv bewertet worden, es ergibt sich ein Anhalt für einen geringen Zusatznutzen. Das Therapieansprechen sinkt jedoch bei Patienten mit einer Leberzirrhose auf 68 bis 79 % [2, 3]. Insgesamt erlaubt diese Kombination jedoch eine sichere Verordnung für alle Genotyp 3-Pa tienten. Für die 12-wöchige Behandlung mit Peginterferon/Ribavirin und Sofosbuvir wurde vom GBA am 1. September 2014 kein Zusatznutzen im Vergleich zu Peginterferon/Ribavirin gefunden. Von den Fachgesellschaften wird diese Kombination – die Verträglichkeit von Interferon und Ribavirin vorausgesetzt – jedoch als Alternativtherapie bei behandlungsnaiven und -erfahrenen Patienten mit Leberzirrhose empfohlen. In der Boson-Studie erbrachte diese Kombination bei Patienten mit Leberzirrhose eine SVR 12 bei 85 % der Teilnehmer und schnitt damit besser ab als die Vergleichstherapie aus Sofosbuvir und Ribavirin über die doppelte Dauer. Von den beiden verbleibenden Kombinationen hat lediglich die 24-wöchige Kombination aus Sofosbuvir und Daclatasvir mit Ribavirin die Empfehlung der bng/DGVS bei behandlungserfahrenen Patienten mit Leberzirrhose. Für diese Kombination zeigen Daten vom EASL 2015 Ansprechraten (SVR 12) von 88 % [4] und Studiendaten vom AASLD 2015 eine SVR 12 bei 16/18 (89 %) zirrhotischen Genotyp 3-Patienten nach 16 Wochen Behandlung [5]. 24

Speed Case Dating: HCV Therapie zwischen GBA und DGVS-Leitlinie Faktoren, die die Auswahl der Behandlung beeinflussen Die Auswahl der antiviralen Therapie ist abhängig von mehreren Faktoren. Dazu gehören in erster Linie der HCV-Genotyp, eine mögliche Vorbehandlung sowie das eventuelle Vorliegen einer Leberzirrhose. Weitere Faktoren, die in die Behandlungsentscheidung mit einfließen, sind das Geschlecht, die Viruslast und das eventuelle Vorliegen von Resistenzen nach vorherigem Therapieversagen. Auch das Auftreten von Wechselwirkungen mit der bestehenden Vormedikation muss berücksichtigt werden. Klarheit verschaffen können hier die Website www.hep-druginteractions.org oder die Interaktionshotline unter www. ifi-interaktions-hotline.de. Die Empfehlungen der Fachgesellschaft bieten einen guten Überblick über die Therapiepräferenzen auf dem Boden der Studienlage. Sie berücksichtigen jedoch nicht primär die Zulassung oder die Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA). Grundsätzlich gilt, dass eine ausführliche Dokumentation der Gründe für eine Behandlungsoption wichtig ist. Hilfreich ist es auch, sich die geplante Therapie im Rahmen eines 4-Augenprinzips durch Kollegen schriftlich bestätigen zu lassen, z. B. durch lokale Konferenzen. Das Expertenratsystem Hepdata ermöglicht das Einholen von Therapieempfehlungen zu einzelnen anonymisierten Patienten von erfahrenen Hepatologen über eine online-basierte Maske (www. hepdata.de). Patienten mit Leberzirrhose sollten nur im kompensierten Stadium im niedergelassenen Bereich behandelt werden. So veröffentlichte die FDA im Oktober 2015 eine Zulassungsänderung, die die Kombination von Viekirax® und Exviera® bei Pa tienten mit einer Leberzirrhose Child-Pugh B und höher aufgrund aufgetretener Fälle von Leberdekompensation und Leberversagen untersagt. Für Patienten mit einer fortgeschrittenen Lebererkrankung empfiehlt sich eine Anbindung an ein Transplantationszentrum. Therapieentscheidung Priv.-Doz. Dr.med. Karsten Wursthorn wursthorn@ifi-medizin.de In der Diskussion war der fortgesetzte Alkoholabusus des Patienten ein kontroverser Punkt, der viele von einer sofortigen Behandlung Abstand nehmen ließ. Für den geschilderten Fall wird eine Interferon-freie Behandlungsoption angestrebt. Diese wird aller Voraussicht nach aus einer Kombination von Sofosbuvir plus entweder Daclatasvir oder Velpatasivr bestehen. Letzteres ist ein Zweitgenerations-NS5A-Inhibitor, der eine pangenotypische Wirksamkeit besitzt und dessen Zulassung für 2016 erwartet wird. Literatur: 1. bng / DGVS Empfehlungen zur Behandlung der Hepatitis C Februar 2015. 2. Foster GR, Boson Studie, EASL 2015. 3. Zeuzem S, NEJM 2014. 4. Hezode C, EASL 2015. 5. Leroy V, LB-3, AASLD 2015. Conferences 25

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