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CONNEXI 2015-07 AIDS und Hepatitis

dagnä-Workshop

dagnä-Workshop 2015: IAS in Vancouver life Webinare erfreuen sich zunehmender Beliebtheit Tim Kümmerle, Christoph Mayr, Ivanka Krznaric, Christoph D. Spinner, Christoph Boesecke Der Fortschritt im Bereich der HIV-Medizin ist rasant. Nicht jeder Interessierte ist in der Lage die wichtigen internationalen Kongresse zu besuchen. Vereinsziel von DAIG und dagnä ist die Förderung der Fort- und Weiterbildung ihrer Mitglieder im Bereich der HIV-Medizin. Um dieses Ziel zu erreichen, führen beide Vereine seit 2013 nach der Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections (CROI) und den Konferenzen der International AIDS Society (IAS) eine erfolgreiche Serie Internet-basierter interaktiver Konferenzberichterstattungs-Seminare (Webinare) durch. Im Rahmen der Webinare berichten fünf Referenten online und life über die Highlights der Konferenzen. Teilnehmer können im Chat Fragen an Referenten und Moderatoren stellen. In mittlerweile sechs Webinaren wurde über die wichtigsten Studienergebnisse der CROI als auch der IAS-Kongresse und der Welt-AIDS Konferenz berichtet. Die Veranstaltungsreihe erfreut sich zunehmender Resonanz mit bis zu 50 Teilnehmern bei den online-Veranstaltungen und vielen mehr, die sich die Webinar-Slides herunterladen oder die Aufzeichnung der Webinare im Videostream anschauen. Die Webinar-Slides werden im Rahmen von Qualitätszirkeln, der Münchner AIDSund Hepatitis-Tage und, wie auch dieses Mal, beim dagnä-Workshop präsentiert. Unter Supervision von Professor Georg Behrens und Dr. Knud Schewe haben im Juli dieses Jahres Dr. Tim Kümmerle (hier: Aktuelle wissenschaftliche Studien), Dr. Christoph Mayr (PrEP – It works, when You take it!), Dr. Ivanka Krznaric (Begleiterkrankungen & mehr), Dr. Christoph D. Spinner (Basic Science und Heilung) und Dr. Christoph Boesecke (Hepatitis C-Koinfektion) die IAS-Konferenz in Vancouver besucht und die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst. Kongressbericht 8th Conference on HIV Pathogenesis, Treatment and Prevention (IAS 2015) 19.07.-22.07.2015, Vancouver, Kanada Aktuelle wissenschaftliche Studien Conferences Webinargruppe Vancouver 2015 v.l.n.r. Georg Behrens, Tim Kümmerle, Christoph Mayr, Ivanka Krznaric, Christoph D. Spinner, Christoph Boesecke, Knud Schewe Die START-Studie Ein intensiv diskutierter Konferenzbeitrag auf dem IAS 2015 war die Präsentation der Ergebnisse der START-Studie [1]. In dieser Studie wurden über 4.500 therapienaive Patienten mit Ausgangshelferzellen über 500/µl entweder in eine sofortige Therapiegruppe oder in die verzögerte Therapiegruppe mit Start bei 350/µl Helferzellen randomisiert. Studienendpunkte waren gravierende AIDS- und non-AIDS-Ereignisse sowie Todesfälle. Das Ergebnis kurzgefasst: Bei den früh therapierten Patienten kam es zu einer Halbierung der Ereignisrate (57 % Risikoreduktion). Die beobachteten 26

dagnä-Workshop 2015: IAS in Vancouver life AIDS-Ereignisse waren vor allem Tuberkulose- Fälle, Lymphome und Kaposi-Sarkome. Bei den Non-AIDS-Ereignissen führten Krebserkrankungen vor kardiovaskulären Erkrankungen. Die Rate an Nebenwirkungen bei den therapierten Patienten war gering. Aus diesem Grund war die Studie bereits im Mai 2015 abgebrochen worden. Allen Teilnehmern wurde die Einnahme einer ART empfohlen. Die Studie wird nun als offene Beobachtungsstudie weitergeführt. Interessanterweise konnte in allen Subgruppen (Geschlecht, Alter, Ethnizität, Herkunftsland) ein Vorteil der frühzeitigeren Therapie gesehen werden. Es konnte keine Subpopulation identifiziert werden, die nicht von der Empfehlung einer unmittelbaren Therapieeinleitung bei Diagnosestellung profitieren würde. Die Risikoreduktion wurde unabhängig von den Helferzellzahlen bei Ereignis und der Ausgangsviruslast beobachtet. Die Mehrzahl der Ereignisse trat überraschenderweise in den hohen Helferzellstrata auf, die man hinsichtlich des Grades der Immundefizienz bisher eher als unbedenklich angesehen hatte. Dies ist möglicherweise durch die HIV-assoziierte Inflammation verursacht. Die START-Ergebnisse werden voraussichtlich auch die künftigen europäischen Guidelines in Richtung der bisherigen nordamerikanischen Therapieempfehlung einer generellen ART-Empfehlung für alle HIV-positiven Patienten beeinflussen. Die WAVES Studie WAVES [2] ist die erste große Studie zu antiretroviralen Therapiekonzepten, die ausschließlich mit weiblichen Probandinnen durchgeführt wurde. Das Studiendesign: 575 Teilnehmerinnen, die meisten aus Russland, Uganda und den USA, wurden entweder auf TDF/FTC plus Atazanavir (PI) oder Elvitegravir/COBI (INI) randomisiert. Bei der Auswertung zu Woche 48 zeigte sich eine statistische Überlegenheit des Integrasehemmer-Arms. Unter Elvitegravir konnte bei 87 % versus bei 80 % unter Atazanavir eine komplette Suppression der Virusreplikation gesehen werden. Zudem trat seltener eine Resistenzentwicklung auf. Immerhin drei Patientinnen unter PI entwickelten eine M184V-Mutation. Die Abbruchrate wegen Nebenwirkungen lag in der INI-Gruppe niedriger (10 % vs. 16 %). Keine Unterschiede bestanden in der Abnahme der Knochendichte in Hüfte und LWS, hier wurde eine Verringerung um ca. 3 % in beiden Armen über die Studiendauer beobachtet. Die eGFR nahm in der PI/r- Gruppe um 2,4 ml/min ab, in der INI-Gruppe um 6,1 ml/min. Switch auf TAF-basiertes Elvitegravir- Regime bei Patienten mit und ohne Nieren insuffizienz Studie GS 292-0109 [3] 1.500 Patienten mit TDF-haltiger virologisch erfolgreicher Therapie wurden 1:2 randomisiert auf Fortführung der bisherigen Therapie oder Umstellung auf „Stribild-TAF“, also E/C/F/TAF. Die Ausgangsregime waren Atripla, Truvada plus geboostertes Atazanavir oder Stribild. Die Analyse nach 48 Wochen Studiendauer zeigte eine statistische Überlegenheit der Umstellung auf E/C/F/TAF. Dieser Unterschied wurde verursacht durch die Umstellung der Patienten unter Atripla und geboostertem PI. Die Umstellung von Stribild zu „Stribild-TAF“ führte zu keinen Änderungen der Ansprechraten. Die Knochendichte in der Umstellungsgruppe nahm signifikant zu und führte zu einer Differenz zwischen den Behandlungsgruppen im Bereich der LWS um mehr als 2 %, bei der Hüfte um mehr als 1,6 %. Zudem verbesserten sich die Nierenfunktionsparameter deutlich. Conferences 27

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