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CONNEXI 2015-07 AIDS und Hepatitis

dagnä-Workshop

dagnä-Workshop 2015: IAS in Vancouver life Studie GS 292-0112 [4] In dieser einarmigen Studie wurden 242 Patienten im medianen Alter von 58 Jahren mit milder bis moderater Niereninsuffizienz (entsprechend eGFR von 30–69 ml/min) unter virologisch erfolgreicher Therapie umgestellt auf E/C/F/TAF. Die Patienten wurden stratifiziert gemäß vorausgegangener Therapie mit oder ohne Einschluss von TDF. Circa 40 % der Patienten litten unter einer arteriellen Hypertonie, circa 14 % unter einem Diabetes mellitus. Die Ergebnisse zu Woche 48: Die Umstellung führte nicht zu einer Änderung der errechneten GFR. In der Gruppe mit vorausgegangener TDF-haltiger Kombination kam es aber zu einer signifikanten Verringerung der Proteinurie und der Knochendichte. Die Lipide stiegen an, am ehesten wegen der geringeren Konzentrationen des lipidsenkenden freien Tenofovirs. Bei Patienten ohne TDF-haltiger Vortherapie waren alle diese Parameter im Vergleich unverändert, hier kam es aber zu einer signifikanten Verringerung der Cholesterinwerte. Insgesamt bestätigten diese beiden Studien die gute Wirksamkeit der neuen Kombination E/C/F/TAF und den deutlichen positiven Effekt der Umstellung von Tenofovir auf TAF hinsichtlich der Nierenfunktion und Knochendichte. PrEP – It works, when you take it! Auf der diesjährigen IAS-Konferenz in Vancouver nahm die biomedizinische Prävention einen gewichtigen Platz in der Programmgestaltung ein. Neben der Debatte um „Test and Treat“ war die Präexpositionelle Prophylaxe (PrEP) das beherrschende Thema. In einigen Beiträgen wurde die hohe Effektivität der New HIV cases (per100,000 people) 10.7 10 9 8 7 6 5 4 3 Greece Germany EU Conferences 1,75 1990 1995 2000 2005 2010 Peter Aldhous for Buzz feed News/Via data.euro.who.int Abbildung 1: HIV-Inzidenz im Vergleich: Europa – Deutschland – Griechenland. 28

dagnä-Workshop 2015: IAS in Vancouver life PrEP eindrucksvoll beschrieben. Die regelhafte Einnahme von TDF/FTC, d. h. die gute Adhärenz, wurde übereinstimmend als bestimmender Erfolgsfaktor beschrieben. Wenngleich seit 2010 Studien zur Wirksamkeit weltweit durchgeführt bzw. veröffentlicht wurden, ist erst im Jahr 2015 – mit Veröffentlichung zweier europäischer Studien – die Diskussion über eine Implementierung im deutschen Gesundheitssystem breit begonnen worden. Die Daten von IPERGAY [5] und PROUD [6], veröffentlicht bei der diesjährigen CROI in Seattle, zeigen für MSM mit hohem sexuellen Risikoverhalten überzeugend, dass die PrEP vor der Ansteckung mit HIV gut schützt. Ähnlich der Einnahme einer antiretroviralen Therapie (ART) ist eine Compliance von 95 % für den gewünschten Erfolg zu fordern. UNAIDS hat mit ihrer schon im Oktober 2014 proklamierten neuen Agenda 90-90-90 by 2020 ein ambitioniertes Ziel gesetzt: 90 % aller Menschen mit HIV mögen bis dahin per Test identifiziert sein, davon mögen 90 % einer antiretroviralen Therapie zugeführt worden sein. Schließlich mögen bis 2020 90 % aller Behandelten erfolgreich unter die sog. Nachweisgrenze supprimiert sein. Deutschland dürfte nach den uns vorliegenden Daten zumindest das letzte der drei Ziele bereits erreicht haben. Francoise Venter, Leiter eines Forschungsinstituts in Südafrika, wies in Vancouver auf den drastischen Anstieg von HIV-Infektionen in Griechenland seit 2010 hin (Abbildung 1). Die Recherche hatte erbracht, dass in Zeiten der Wirtschaftskrise dieses Landes der intravenöse Drogenkonsum drastisch zugenommen hatte. Daneben haben wohl die Bedingungen des griechischen Sozialversicherungssystems zu diesem Anstieg „unfreiwillig“ beigetragen: Menschen mit HIV sind aufgrund Ihrer Erkrankung wohl finanziell besser unterstützt. Die Einwanderung von Flüchtlingen nach Griechenland tut ein Übriges. Sheena McCormack, Leiterin der PROUD-Studie wies beim 25. dagnä-Workshop in Köln in Ihrem bemerkenswerten Redebeitrag darauf hin, dass in Großbritannien in einer Analyse 35 % aller HIV-Infizierten als infektiös anzusehen seien (Abbildung 2). Von diesen seien allerdings 62 % ohne Wissen um die bestehende Infektion. Dies sei, so McCormack, der Motor für die weitere Verbreitung von HIV und ein entscheidendes Argument, die PrEP den MSM mit hohem sexuellem Risikoverhalten anzubieten. Number of HIV-infected MSM 40,000 35,000 30,000 25,000 20,000 15,000 10,000 5,000 0 *viral load >1500 copies/ml Non-infective Infective 35% 2010 Distribution of infectives on ART 5% Untreated Undiagnosed >500 16% 62% 12% 5% Untreated 350-500 Untreated

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