Aufrufe
vor 4 Jahren

CONNEXI 2015-07 AIDS und Hepatitis

dagnä-Workshop

dagnä-Workshop 2015: IAS in Vancouver life 110 100 90 80 70 60 CLD COPD CVD HTN DM CKD 50 40 30 20 10 0 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 Abbildung 3: Adjustierte Inzidenzrate (pro 1.000 Personenjahre) über die Zeit [adjustiert nach Alter, Geschlecht sowie gewichteten CCI, CD4 und PVL zu Studienbeginn (log-10)]. COPD: Chronic Obstructive Pulmonary Disease, CLD: Chronic Liver Disease, HTN: Hypertension, DM: Diabetes Mellitus, CKD: Chronic Kidney Disease, CVD: Cardiovascular Disease Begleiterkrankungen & mehr Nehmen HIV-assoziierte Erkrankungen zu? In einer retrospektiven Erhebung über die letzten zehn Jahre des Gastgeberlandes Kanada wurden 8.620 Patientendaten erfasst. Der überwiegende Teil der Patienten war männlich (83 %). Hierbei zeigte sich, dass die Inzidenz der Lebererkrankungen deutlich abgenommen hat, diese jedoch weiterhin am häufigsten auftreten. Gleichzeitig kam es zu einem Anstieg von Hypertonus, Diabetes und Nierenerkrankungen zwischen 2000 und 2009. Die Anzahl von COPD und kardiovaskulären Erkrankungen blieben über den Zeitraum weitgehend konstant [7] (Abbildung 3). unabhängig von ART, Begleitmedikation, HIV-Status oder Transmissionsweg haben im Vergleich zu den HIV-negativen Patienten in der Kontrollgruppe der Heinz Nixdorf Recall-Kohorte [8]. Christoph Spinner zeigte die Ergebnisse einer Phase 1-Studie zum Einfluss der ART auf die Insulinresistenz. An der Studie nahmen 30 HIV-negative männliche Probanden teil, die entweder F/ TDF+LPV/r, F/TDF+DRV/r oder E/C/F/TDF erhielten. Die Insulinresistenz wurde an Tag 0 und an Tag 14 nach dem Goldstandard des hyperinsulinämischeuglykämischen Clamp gemessen. Nur in der Gruppe der Patienten, die LPV/r erhielten, zeigte sich eine signifikante Zunahme der Insulinresistenz [9]. Conferences Kardiovaskuläre Erkrankungen oder The German Session In einer oral Session wurden zwei Beiträge aus Deutschland präsentiert. Stefan Esser stellte die Daten der in NRW durchgeführten Heinz Nixdorf Recall und HIV/Heart-Studie vor. Hierbei wurden in beiden Studien die QT-Zeiten gemessen. Es zeigte sich, dass HIV-positive Patienten aus der HIV/HEART-Kohorte eine verlängerte QT-Zeit INH-Prophylaxe ist sinnvoll Die Prophylaxe mit INH wird immer kontrovers diskutiert. Hierzu präsentierte C. Hanrahan Daten aus Südafrika. In einer prospektiven Studie, in der 3.465 HIV-Infizierte dokumentiert wurden, erhielten 22 % (n=776) eine INH-Prophylaxe für sechs Monate. Die TBC-Inzidenz betrug 3,8/100 Patientenjahre. Die mediane Zeit bis zum Start der ART nach INH betrug 1,2 Jahre. Es zeigte sich, dass sechs 30

dagnä-Workshop 2015: IAS in Vancouver life Monate INH-Prophylaxe assoziiert sind mit einem signifikanten Abfall der TBC-Diagnosen, allerdings nur in den ersten 12 Monaten [10] (Abbildung 4). Neues zu Impfungen Die Arbeitsgruppe um Molina beschäftigte sich mit dem Thema Gelbfieberimpfung. HIV-Positive zeigen sowohl eine höhere Aktivität des Gelbfieber-Virus als auch einen schnelleren Titerabfall im Verlauf im Vergleich zu HIV-Negativen [11]. Aus Taiwan gab es Daten zur Hepatitis A-Impfung. Verglichen wurde die Standardimpfung (zwei Dosen) mit einer erweiterten Impfdosis (drei Dosen). Nach fünf Jahren war der Impftiter bei den Patienten, die die Standarddosis erhalten haben, deutlich niedriger im Vergleich zu denen, die drei Dosen bekommen haben [12]. Auch die Untersuchung zur HPV-Impfung zeigte bei den HIV-positiven Mädchen im Vergleich zu den HIV-negativen Teilnehmerinnen einen niedrigeren Titer [13]. Basic Science und Heilung Im Mittelpunkt der auf dem IAS 2015 in Vancouver vorgestellten Publikationen und Diskussionen stand das Thema „Heilung“. Neben der Untersuchung und Diskussion verschiedener Methoden der Messung des Reservoirs wurden verschiedene „Cure-Strategien“ diskutiert: Neben der bekannten „shock und kill“ Strategie wurde unter anderem die Möglichkeit des „silencings “ diskutiert. Durch eine tiefe Latenz mit fehlender Replikationsfähigkeit, beispielsweise durch „tat“- Inhibitoren bestünde so die Möglichkeit neben einer eradizierenden Heilung eine funktionelle Heilung durch Verlust der Replikationsfähigkeit zu erreichen. Im Zusammenhang der Modulation des Immunsystems wurde in einer zentralen Session auch die Probability of TB-free Survival 1.00 0,95 0,90 0,85 0,80 0,75 0 1 2 3 4 5 Time (years) Abbildung 4: Der Effekt einer präventiven Therapie mit INH auf die Inzidenz der Tuberkulose. IPT: Isoniazid Preventive Therapy Rolle des Interferons diskutiert. Neben Einfluss auf den HIV-Lebenszyklus ist eine mögliche antivirale Aktivität des Interferons bereits lange bekannt. Problematischerweise kann Interferon allerdings nicht nur im Tiermodell zu einer raschen Erkrankungsprogression führen, so dass seine Rolle kritisch zu beleuchten ist. Deutlich weiter fortgeschritten ist hingegen die Untersuchung und der Einsatz sogenannter „breit Neutralisierender monoklonaler HIV-Antikörper (bNAB)“. Prinzipiell ist ein Einsatz im Bereich Prävention und Therapie denkbar. Aufgrund der limitierten Verfügbarkeit und der kostenaufwändigen Produktion ist derzeit nur ein Einsatz in Studien möglich. Hierbei zeigte sich für bNABs nach Kombination verschiedener Erkennungsstellen zu einer mit der ART vergleichbaren Effektivität. Aufgrund der notwendigen parenteralen Applikation bietet dieser Ansatz zwar eine interessante hypothetische Möglichkeit der Therapie − bislang allerdings ohne Vorteil zur verfügbaren ART. Problematisch bleibt in diesem Zusammenhang vor allem die Induktion einer endogenen Antikörperproduktion, die hier Abhilfe schaffen könnte. Zusammenfassend gab es interessante neue Ansätze und Diskussionen mit Antikörpern, Interferon und „Silencing“ rund um den Bereich „CURE“ − bis zur definitiven Heilung scheint aber noch viel Forschungsarbeit notwendig. IPT Unexposed IPT Exposed Log-rank p 0.027 Conferences 31

connexi Jahrgänge

CONNEXI 2020-3 Infektiologie
CONNEXIPLUS 2020-2 Kardiorenale Achse
CONNEXI 2019-8 Schmerz Palliativmedizin
CONNEXI 2019-7 Nephrologie
CONNEXI 2019-6 AIDS Hepatitis
CONNEXI 2019-4 Diabetes Adipositas
CONNEXI 2019-3 Neurologie
CONNEXI 2019-2 Nephrologie
CONNEXI 2017-05 AIDS Hepatitis
CONNEXI 2017-04 Hämatologie Onkologie
CONNEXI 2017-03 Nephrologie
CONNEXI 2017-01 Neurologie Psychiatrie
CONNEXI 2016-09 Schmerz
CONNEXI 2016-03 Nephrologie
CONNEXI 2016-02 Schmerz
CONNEXI 2016-01 Hämatologie Onkologie
CONNEXI 2015-06 AIDS und Hepatitis
CONNEXI 2015-05 Nephrologie Dialyse Transplantation
CONNEXI 2015-04 Kardiologie
CONNEXI 2015-3 Schmerz und Palliativmedizin
CONNEXI 2015-02 AIDS und Hepatitis
CONNEXI 2015-01 Schmerz und Palliativmedizin
CONNEXI 2014-06 AIDS und Hepatitis
CONNEXI 2014-03 Nephrologie Dialyse Transplantation
CONNEXI 2014-02 Kardiologie
CONNEXI 2014-01 AIDS und Hepatitis
CONNEXI 2013-03 Schlafmedizin
CONNEXI 2013-02 AIDS und Hepatitis
CONNEXI 2013-01 Schmerz und Palliativmedizin

connexi Themen

CONNEXIPLUS 2020-2 Kardiorenale Achse
CONNEXI 2019-7 Nephrologie
CONNEXI 2019-2 Nephrologie
CONNEXI 2017-03 Nephrologie
CONNEXI 2016-03 Nephrologie
CONNEXI 2015-05 Nephrologie Dialyse Transplantation
CONNEXI 2014-03 Nephrologie Dialyse Transplantation
CONNEXIPLUS 2020-2 Kardiorenale Achse
CONNEXI 2018-8 KARDIOLOGIE
CONNEXI 2018-4 KARDIOLOGIE
CONNEXI 2015-04 Kardiologie
CONNEXI 2014-02 Kardiologie
CONNEXI 2020-3 Infektiologie
CONNEXI 2019-6 AIDS Hepatitis
CONNEXI 2018-5 AIDS und HEPATITIS
CONNEXI 2017-05 AIDS Hepatitis
CONNEXI 2015-06 AIDS und Hepatitis
CONNEXI 2015-02 AIDS und Hepatitis
CONNEXI 2014-06 AIDS und Hepatitis
CONNEXI 2014-01 AIDS und Hepatitis
CONNEXI 2013-02 AIDS und Hepatitis
CONNEXI 2019-3 Neurologie
CONNEXI 2017-01 Neurologie Psychiatrie
CONNEXIPLUS 2020-2 Kardiorenale Achse
CONNEXI 2019-4 Diabetes Adipositas
CONNEXI 2017-04 Hämatologie Onkologie
CONNEXI 2016-01 Hämatologie Onkologie