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CONNEXI 2015-07 AIDS und Hepatitis

Neue Herausforderungen

Neue Herausforderungen für HIV-Schwerpunktpraxen Education den HIV-Therapeuten alarmieren. Circa ein Viertel der HIV-Patienten plagt sich mit Suizidgedanken, bei etwa 13 % kommt es zu einem Suizidversuch. Grund genug, den emotionalen Zustand des Patienten nicht zu vernachlässigen, die Symptome psychischer Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und, insbesondere bei Suizidverdacht, darüber zu sprechen. Je nach Schweregrad einer vorliegenden Depression empfiehlt die entsprechende S3-Leitlinie unterschiedliche Therapiemaßnahmen über mindestens zwei Wochen. Für die Diagnose und Verlaufsbeobachtung sind praktikable Screeninginstrumente verfügbar. Initial gibt bereits die Frage nach der Häufigkeit von Interessenverlust, Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit (von „überhaupt nicht“ bis „fast jeden Tag“)* Aufschluss. Je nach daraus errechnetem Summenwert kann der Verdacht erhärtet und ggf. eine Therapie begonnen werden. Im Rahmen der ganzheitlichen Begleitung des Pa tienten wird empfohlen, alle ein bis zwei Jahre ein psychiatrisches Screening durchzuführen. Antidepressive Therapie Eine adäquate antidepressive Therapie verbessere die Adhärenz für die ART, das HIV-Outcome und reduziere zudem das Risiko für HIV-Transmission. Die rechtzeitige Einleitung geeigneter Maßnahmen könne über die Prognose entscheiden, betonte Dr. Adli. Für die Therapie stehen neben einigen hilfreichen nicht-medikamentösen antidepressiven Therapiestrategien verschiedene Substanzen zur Verfügung, die grundsätzlich alle eine gute Wirksamkeit besitzen, sich jedoch unter dem Aspekt der Veträglichkeit z. T. erheblich unterscheiden. Das beste Verhältnis von Wirksamkeit und Verträglichkeit weisen derzeit Escitalopram und Sertalin auf [1]. Diese beiden Substanzen seien auch bei HAART-behandelten Patienten unkompliziert einsetzbar. Bezüglich relevanter Inhibitions- und Enzyminduktionseffekte seien Citalopram, Escitalopram und Sertalin unproblematisch. Gewarnt wird in diesem Zusammenhang vor dem Einsatz von Johanniskraut wegen der CYP3A4- Induktion, wodurch es zum Wirkverlust anderer Substanzen kommen könne. Zu vermeiden sei wegen des Interaktionspotenzials der Einsatz von Fluoxetin und Paroxetin, rät. Dr. Adli. Insgesamt sei es bei gleichzeitiger Einnahme antiretroviraler und Antipsychotika immer angezeigt, einen Interaktionscheck durchzuführen. Wie aus der Übersicht HIV.druginteractions. org hervorgeht, hat sich Raltegravir diesbezüglich als problemlos erwiesen. Die wichtigste Regel in der medikamentösen Behandlung sei, auf keinen Fall zu kurz zu verordnen, d. h. mindestens drei bis vier Wochen, und nicht zu niedrig zu dosieren. Nach drei Wochen ohne Besserung sinkt die Wahrscheinlichkeit eines therapeutischen Ansprechens auf unter 10 %. Dann müsse man sich eine neue Strategie überlegen, besser noch, zum Facharzt überweisen. Dies gilt ohnehin bei diagnostischer Unklarheit, schweren depressiven Episoden, bei Suizidalität und bei psychotischen Symptomen. Hilfreich sei außerdem die enge Kooperation mit Psychotherapeuten, um durch die Kombination effizienter medikamentöser und nicht-medikamentöser Maßnahmen die Chancen für einen Therapieerfolg zu erhöhen. Bericht: Elke Klug, Redaktion 1. Cipriani A,Furukawa TA, Salanti G et al. Comparative efficiacy and acceptability of 12 new-generation antidepressants: a multiple-treatments meta-analysis.Lancet 2009; 373:246-58 * Depressionsscreening PRIME-MD PHQ2 Quelle: MSD-Satellitensymposium „Der HIV-Patient ganzheitlich betrachtet und betreut“ im Rahmen des 25. dagnä-Workshops am 25. 09. 2015 in Köln. Mit freundlicher Unterstützung von MSD Sharp & Dohme GmbH. 44

News Neue Einsichten zur Immunkontrolle von HIV Forscherinnen und Forschern des Heinrich-Pette- Instituts (HPI) sowie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ist es gelungen, die Mechanismen der Erkennung von HIV-infizierten Zellen durch natürliche Killerzellen (NK-Zellen) weiter aufzuklären. Dafür wurden die Daten einer großen Patientenkohorte unbehandelter HIV- 1-infizierter Personen aus Südafrika ausgewertet. Die Ergebnisse sind nun im renommierten Journal „PLOS Medicine“ erschienen. Das menschliche Immunsystem ist darauf ausgerichtet, schnell und effektiv auf Pathogene wie Viren oder Bakterien zu reagieren. Der AIDS- Erreger HIV-1 entgeht dieser Immunkontrolle auf vielfältige Weise. Zahlreiche dieser Mechanismen konnten in den letzten Jahren durch intensive Forschungsarbeit aufgeklärt werden. Bisher war jedoch nur wenig darüber bekannt, wie natürliche Killerzellen (NK-Zellen) HIV-1-infizierte Zellen erkennen und wie das Virus es schafft, diesem Immundruck zu entkommen. Nun hat sich ein Team des Heinrich-Pette- Instituts, des UKE sowie Wissenschaftler aus den USA und Südafrika dieser Fragestellung mit einer großen Kohortenstudie gewidmet: Mit Proben von 390 HIV-1-infizierten unbehandelten Personen aus Durban (Südafrika) gingen sie der Frage nach, wie sich Mutationen in der Virus-Sequenz auf das Zusammenspiel zwischen NK-Zellen, deren KIR- Rezeptoren sowie den HLA-Rezeptoren auf den infizierten Zellen auswirkt. Mittels eines statistischen Analyse-Ansatzes, biochemischen Untersuchungen sowie durch Computergestützte Modellierung zeigten die Forscherinnen und Forscher, dass HIV-1 durch selektive Mutationen die Bindung von inhibierenden KIR-Rezeptoren bestärkt und so einem Zerstören der infizierten Zellen durch die natürlichen Killerzellen entgeht. „Unsere Ergebnisse belegen einmal mehr die Komplexität des Zusammenspiels von HIV mit dem angeborenen Immunsystem, aber auch eine weitere Strategie des Virus, dem Immundruck durch die natürlichen Killerzellen zu entgehen“, erklärt Prof. Marcus Altfeld, Leiter der HPI Abteilung „Virus-Immunologie“. Ob die zugrunde liegenden Mechanismen auch bei weiteren Krankheitserregern oder der Tumorpathogenese eine Rolle spielen, muss nun in zukünftigen Studien erforscht werden. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift „PLOS Medicine“ veröffentlicht [1]. Referenz 1. Hölzemer A., Thobakgale C., C. A. Jimenez Cruz C.A. et al. PLOS Medicine (2015) Nov.17.doi: 10.1371/journal. pmed.1001900 Rückfragen Prof. Marcus Altfeld: marcus.altfeld@hpi.uni-hamburg.de Quelle Pressemitteilung vom 17.11.2015 Heinrich-Pette-Institut – Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie Hamburg. Education 45

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