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CONNEXI 2015-07 AIDS und Hepatitis

Ein Modell für

Ein Modell für Deutschland? Das Zahnärzte-HIV-Projekt Baden-Württemberg Albrecht Ulmer, Stuttgart Noch immer finden Sonderbehandlungen von Patienten mit Hepatitis B, C oder HIV statt. Fast immer ist das sinnlos. Mit einer umfassenden gemeinsamen Fortbildungsinitiative konnte das in Baden-Württemberg tausenden von Zahnärzten vermittelt werden. Zahnärztekammer und Zahnärzte erweisen sich dabei als so großartige Kooperationspartner, dass es Mut macht, das auch in anderen Bundesländern zu versuchen. Deutschlandweit haben HIV-Patienten jahrelang große Probleme gehabt, einen Zahnarzt zu finden, der sie normal behandelt. Es kam zu unzähligen Ablehnungen und Hintanstellungen, oft als Diskriminierung erlebt. Die Ängste in Medizin und Zahnmedizin, sich über Patienten mit HIV zu infizieren, sind auch heute noch weitverbreitet. Dem liegen leicht behebbare Informationsdefizite zugrunde. Unbehandelte HIV-Patienten haben hohe Viruslasten. Das ist auch die Situation derer, die zum Arzt gehen, ohne von ihrer Infektion zu wissen. Sie sorglos zu behandeln und erst mit Sondermaßnahmen zu beginnen, wenn HIV bekannt wird, macht überhaupt keinen Sinn. Denn das Bekanntwerden der Infektion bedeutet heutzutage meist Behandlung und weitgehende Viruslastunterdrückung. (Abb. 1) 1200 actually Pred AZT / 3TC / ABC / Pred ABC / 3TC / SQVr / Pred ABC / 3TC / NVP / Pred CD4% x 30 WF 11391M 06/00 MSM 10000 1000 1000 800 100 CD4/ μl 600 CD4/ l 10 3 V.L. x 10 / ml 400 1 200 Lues 0,1 Conferences V.L./ml 30015 0 9.5.00 9.5.01 9.5.02 9.5.03 8.5.04 8.5.05 8.5.06 8.5.07 7.5.08 7.5.09 7.5.10 7.5.11 6.5.12 6.5.13 6.5.14 6.5.15 5.5.16 years Abbildung 1: Viruslast (V.L., rote Linie) vor und während der Behandlung. Mit der Viruslastunterdrückung stabilisiert sich auch die CD4-Zahl, die, vereinfacht gesagt, ein Maß für die immunologische Gesundheit ist. 0,01 8

Ein Modell für Deutschland? Das Baden-Württembergische Modell In Baden-Württemberg haben sich alle Be teiligten an einen Tisch gesetzt: AIDS-Hilfe, Schwer punktärzte, Beratungsstellen, das Landesgesundheitsamt, schließlich das Sozialministerium und die Zahnärztekammer und mit ihr zusammenarbeitende Printmedien. Flankiert durch mehrere Publikationen und ein eigens von DAIG und dagnä verfasstes Grundsatzpapier wurde eine Serie von Fortbildungen organisiert, die bisher etwa 4.000 Zahnärzte erreicht hat. „Zahnärztlichen Kolleginnen und Kollegen empfiehlt die DAIG bzw. die dagnä, sich bei Fragen bzgl. der Interaktion von antiretroviralen Medikamenten, einer antibiotischen Prophylaxe oder ggf. einer Postexpositionsprophylaxe (PEP) an den betreuenden HIV-Spezialisten der Patienten in ihrer Nähe zu wenden. Weitere Auskünfte zu diesen Fragen geben auch gerne die sachkundigen Mitglieder und Ansprechpartner der DAIG und dagnä. Auf Dr. med. Albrecht Ulmer albrecht.ulmer@gmx.de Atmosphäre guter Kommunikation und Kooperation entstanden, und die Klagen über Ablehnungen oder Hintanstellungen haben spürbar abgenommen. ZÄK und Zahnärzte erweisen sich beim Zahnärzte-HIV-Projekt Baden-Württemberg als großartige Kooperationspartner. deren Internetportalen sind darüber hinaus entsprechende Informationsmaterialien und Adressen niedergelassener und universitärer HIV-Schwerpunktbehandler zu finden.“ Aus dem Grundsatzpapier der DAIG und dagnä, Oktober 2010, http:/lwww.dagnae.de/wp-content/uploads/2010/10/HIV- Zahnmed-10-2010.pdf Die Fragen haben sich längst erweitert: Auf Hepatitis B und C, MRSA und Tuberkulose. Natürlich sind noch längst nicht alle Fragen und Probleme aus der Welt geschafft, aber es ist eine Dieses Modell zeigt, dass man gemeinsam viel weiter kommen kann. In einer Atmosphäre des Miteinanders lassen sich selbst unüberwindlich erscheinende Probleme lösen. Inzwischen gibt es Überlegungen, Ähnliches auch in anderen Teilen Deutschlands auf die Beine zu stellen. Dazu können wir die Baden-Württembergischen Erfahrungen gerne zur Verfügung stellen. Wo immer eine Initiative ergriffen wird: Es ist immer am besten, wenn möglichst viele Beteiligte mit einbezogen sind. Conferences 9

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