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CONNEXI 2016-02 Schmerz

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  • Schmerzkongress
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Retrospektive des Deutschen Schmerzkongress 2015

Wo

Wo Schmerz zur Sucht wird Education Rechtliche Grundlagen und Zusatz weiterbildung Die Rechtsgrundlage der Substitution bei Opioidabhängigkeit regelt in Deutschland das Betäubungsmittelgesetz und die BtM-Verschreibungsverordnung (BtMVV). Darüber hinaus sind die Leitlinien der Bundesärztekammer zur Substitutionstherapie standesrechtlich verbindlich. Die Bundesärztekammer hat festgelegt, dass nur Ärzte, die eine spezifische suchtmedizinische Qualifikation (Zusatzweiterbildung „Suchtmedizinische Grundversorgung“) erworben haben, Substitutionsmittel verschreiben dürfen. Ärzte, die nicht über diese Zusatzweiterbildung verfügen, können nach § 5 Abs. 3 der BtMVV in Kooperation mit einem Konsiliararzt, welcher die Zusatzbezeichnung erworben hat, maximal drei Substitutionspatienten betreuen. Voraussetzung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung „Suchtmedizinische Grundversorgung“ ist die Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung. Die Weiterbildung beinhaltet die Teilnahme an einer 50-stündigen Kursweiterbildung in Suchtmedizinischer Grundversorgung. sind am Tag aktiver und weniger dysphorisch, denn auch das Substanzverlangen lässt nach. Ein weiterer Vorteil gegenüber den Vollagonisten ist der sogenannte Ceiling-Effekt des Buprenorphins, der bei der Atemdepression auftritt, nicht aber bei der Analgesie. Bei einer Dosis von 16 mg/d sind ca. 95 % der μ-Rezeptoren belegt und die Wirkung lässt sich auch durch eine höhere Dosierung nicht mehr steigern. Der Ceiling-Effekt, der unter anderem auf einen Partialagonismus zurückgeführt wird, sorgt für ein ausgesprochen günstiges Sicherheitsprofil. Eine Atemdepression, die gefürchtetste Nebenwirkung der Opioidagonisten, ist bei Buprenorphin, wenn es alleine eingenommen wird, kaum zu befürchten betonte Weckbecker. Buprenorphin flutet langsam an, Kick und Euphorie als Suchtverstärker bleiben aus, und es verfügt über eine lange Halbwertzeit, das Substanzverlangen wird über lange Zeit zuverlässig unterdrückt. Der entscheidende Vorteil der Substitutionstherapie bei Schmerzpatienten sei, so Weckbecker, dass die Patienten sofort den enormen Druck verlieren, ihr Suchtmittel zu „besorgen“. Die Patienten bleiben unter Suboxone® in der Regel arbeitsfähig und alltagstauglich. Das kurzfristige Ziel der Substitution ist die Stabilisierung des Patienten, denn nur ein stabiler Patient ist auch für längerfristige multimodale Therapie mit medizinischen und psychotherapeutischen Maßnahmen empfänglich. Nach einer Stabilisierungs- und Erhaltungsphase über ca. ein halbes bis ein Jahr, können Schmerz- und Suchtsituation erneut bewertet werden. Bericht: Rüdiger Zart Referenzen 1. Schubert I, Ihle P, Sabatowski R. Increase in opiate prescription in Germany between 2000 and 2010: a study based on insurance data. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(4): 45–51. 2. Brinkschmidt T, Neumeier S. Therapie von Nicht-Tumorschmerz – So umgehen Sie die Opioidtoleranz. Angew Schmerzther Palliativmed 2013; 6 (3): 2–4. 3. Empfehlungen der S3-Leitlinie „Langzeitanwendung von Opioiden bei nicht tumorbedingten Schmerzen (LONTS). AWMF-Register Nr. 145/003 http://www.awmf.org/ uploads/tx_szleitlinien/145-003l_S3_LONTS_2015-01.pdf 4. Striebel HW. Therapie chronischer Schmerzen. Ein praktischer Leitfaden. 3. Auflage. Stuttgart, New York: Schattauer Verlag, 1999. 5. Mindach M. Keine Opioidabhängigkeit bei Schmerzpatienten? Der Schmerz 2000; 14 (6): 186–91. Quelle: Symposium „Wo Schmerz zur Sucht wird“ am 16. Oktober 2015 anlässlich des 26. Deutschen Schmerzkongresses in Mannheim, unterstützt durch die INDIVIOR (Deutschland) GmbH. Mit freundlicher Unterstützung der INDIVIOR (Deutschland) GmbH. 42

The Story Behind® Aua! Michael Kaplan, Edinburgh Wir kommen zu nahe an einen heißen Ofen und zucken instinktiv mit der Hand zurück. Wir verlassen die Wohnung, ziehen die Tür hinter uns zu … und bemerken, dass die Schlüssel immer noch in der Wohnung sind, sicher eingeschlossen. Wir investieren in das Unternehmen eines Verwandten – und es geht pleite. Wir sehen ein kleines Kind, das ganz allein unterwegs ist und geradewegs auf eine Felskante zusteuert. Eine Freundin erzählt detailliert, wie sie stürzte und sich den Knöchel brach. Wir stellen fest, dass der Fliesenleger im Bad die falschen Fliesen angebracht hat. Wir erinnern uns noch ganz deutlich daran, wie wir als Kind einmal die Lehrerin vor der ganzen Klasse mit „Mama“ angesprochen haben. Wir geben eine falsche Antwort auf eine Quizfrage und schlagen uns frustriert an die Stirn. Ach! All diese Ereignisse haben eins gemeinsam: Schmerz. Ob es nun ein direkter oder ein nur vorgestellter Schmerz ist oder die bloße Erinnerung daran, ob es eine peinliche Situation ist – peinlich kommt von Pein –, ein Verlust oder auch nur ein Fehler, das subjektive Gefühl ist immer ähnlich: Das flaue Gefühl in der Magengrube und das Kribbeln in den Extremitäten. „Da kriege ich Bauchschmerzen“ sagen wir, wenn wir konfrontiert sind mit schwierigen Aufgaben, unangenehmen Erlebnissen oder auch unerwarteten Ereignissen. Unsere Fehler und Ängste, eigentlich dem Gehirn entspringend, übertragen sich auf unseren Körper. Aber warum? Wir Menschen als hoch entwickelte Primaten sollten zumindest teilweise diese instinktiven Reaktionen überwunden haben. Wir besitzen Verstand, Abstraktionsvermögen, logisches Denken. Unsere Entscheidungen, so haben wir gelernt, sind besser, wenn wir ruhig sind und nicht unter dem Einfluss negativer Emotionen stehen. Und doch: Manchmal reicht es, wenn wir uns nur an eine bestimmte Situation erinnern, und schon fühlen wir das gesamte körperliche Unwohlsein und den Druck wie bei einer realen, schmerzvollen Gefahrensituation. In einem kürzlich durchgeführten Experiment fanden Versuchspersonen den Gedanken, im Austausch gegen eine Belohnung einem anderen Menschen einen elektrischen Schock zu versetzen, so beängstigend und schmerzlich, dass sie es vorzogen, selbst den elektrischen Schock zu erleiden. Was ist die Basis für diese Vielfalt an Erfahrungen, die wir unter dem Begriff „Schmerz“ subsumieren? Ist es eine Frage von: 1. Bewusstsein? 2. Chemie? oder 3. Schaltkreisen? Senden Sie uns Ihre Antwort über unsere Website Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir ein Buch über Wissenschafts- und Medizingeschichte. Education 43

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