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CONNEXI 2017-09 Schmerz

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EINE BESTEHENDE

EINE BESTEHENDE HERAUSFORDERUNG Abbildung 1: Visuelle Analogskala für Kinder. Fünf verschiedene Gesichter symbolisieren unterschiedliche Schmerzstärken. Ein lachendes Gesicht bedeutet „kein Schmerz” das laut weinende Gesicht „unerträglichen Schmerz”. CONFERENCES punkt und bedeutet kein Schmerz und 10 der Endpunkt mit der Bedeutung maximal vorstellbarer Schmerz. Die Unterteilungen sind fest vorgegeben und damit Zwischenbewertungen schwierig. Es lassen sich aber auch hier Zahlenwerte ermitteln. Eine weitere Möglichkeit vier oder fünf unterschiedliche Zahlenwerte abhängig von der Schmerzstärke zu erfassen, ist die Gleichsetzung von Zahlen mit einer verbalen Beschreibung in sogenannten verbalen Ratingskalen [3] oder auch Bewertungsskalen. Beispiel: kein Schmerz = 0, geringer = 1, mäßiger = 2, starker = 3, sehr starker = 4, stärkster vorstellbarer Schmerz = 5. Ein Einsatzgebiet ist es, Veränderungen nach schmerztherapeutischen Maßnahmen zu erfassen, z. B. in der postoperativen Schmerzmedizin. Nachteil ist die geringere Sensibilität mit nur maximal fünf Unterteilungen. Besondere Patienten Für Kinder wird eine Smiley-Skala (z. B. Wong- Baker Faces Pain Rating Scale) [4] verwendet. Fünf verschiedene Gesichter symbolisieren unterschiedliche Schmerzstärken. Ein lachendes Gesicht bedeutet „kein Schmerz” das laut weinende Gesicht „unerträglichen Schmerz”. Eine Smiley-Skala kann bereits bei sehr jungen Kindern ab ca. drei Jahren benutzt werden (Abbildung 1). Die gängigen Schmerzmessmethoden zur Selbstbeurteilung scheitern bei dementen Patienten [5]. Möglichst objektive Beurteilungskriterien müssen benutzt werden. Beurteilung von Schmerzen bei Patienten mit Demenz (BESD) oder Pain Assessment in Advanced Dementia (PAINAD-Skala) mit den Kategorien Atmung, negative Lautäußerungen, Gesichtsausdruck, Körpersprache und Trost werden auf einer dreistufigen Ratingskala (0 bis 2) bewertet. Der maximale Gesamtwert ist zehn. Erwähnt werden sollte die BISAD-SKALA (Beobachtungsinstrument für das Schmerzassessment bei alten Menschen mit Demenz), die Schmerzen außerhalb und während der Pflege sowie bei Aktivität beurteilt. Der Vollständigkeit halber sollte das Brief Pain Inventory (BPI) zur Schmerzbeurteilung bei Tumorschmerzen genannt werden. Schmerzintensität, Beeinträchtigungen und Schmerzlokalisation werden erfasst. Interindividueller Schmerzvergleich Sind alle Messmethoden auch geeignet, um zwischen den Individuen zu vergleichen? In der Schmerzmedizin ist es nicht selten, dass Patienten hohe Schmerzraten angeben und subjektiv nicht schmerzgeplagt erscheinen. Auch wird häufig von Patienten selbst von einem Behandlungserfolg gesprochen, obwohl sich die Werte in den Schmerzskalen nicht verändert haben [2, 6]. Sollen über einen bestimmten, auch längeren Zeitraum jedoch Schmerzdaten erfasst werden, sind die numerischen oder visuellen Analogskalen immer noch die bewährtesten Methoden. Eine höhere Schmerzempfindlichkeit wie bei Depressionen wird nicht berücksichtigt und benötigt weitere ergänzende Instrumente [7]. Die standardisierte Dokumentation von Schmerzen über Schmerzfragebögen (Deutscher Schmerzfragebogen, Pain-Detect-Fragebogen), mobile Schmerztagebücher, auch in elektronischer Form, sind eine gute Ausgangslage sich dem Phänomen Schmerz und dessen Beurteilbarkeit weiter zu nähern. 20

EINE BESTEHENDE HERAUSFORDERUNG Schmerzen werden unterschiedlich stark eingeschätzt Ein Schmerz von fünf auf der NAS ist für den einen Patienten schon sehr hoch, fast unerträglich und für andere gut ertragbar. Die Vergleichbarkeit einer Gruppe mittels Schmerzwertvergleich hat diese individuelle Fehlerquelle. So darf bezweifelt werden, dass Arzneimittelzulassungen deren Grundlage Studien sind, die numerische Skalen zur Grundlage haben, deren Ergebnisse sich häufig nur gering vom Placeboeffekt unterscheiden, wirklich valide messen, was sie zu messen vorgeben. Dr. med. Dipl. oek. med. Thomas H. Cegla thomas.cegla@cellitinnen.de Abbildung 2: Emotion-Egg. Es ist ein natürlicher Reflex bei starken Schmerzen, die Faust zusammenzuballen.. Es bedarf einfacher, vergleichbarer Schmerzmessmöglichkeiten. Eine interessante Möglichkeit scheint das Emotion-Egg zu sein (Abbildung 2). Wird durch Druck auf ein gut transportables Gummi-Ei die Kraft gemessen und gespeichert, erhält man auswertbare Daten. Eine Eichung ist ebenfalls möglich, in dem die Maximalkraft erfasst wird. Es ist ein natürlicher Reflex bei starken Schmerzen, die Faust zusammenzuballen. Patienten könnten über eine solche Methode und der Ermittlung der unterschiedlichen Kraft bei unterschiedlichen Schmerzzuständen Schmerz leicht dokumentieren, vergleichbare und zuverlässige Daten zu Verlauf der Schmerzstärke liefern und uns gute Grundlagen an die Hand geben, die Schmerzsituation besser zu verstehen und zu behandeln. Eine klinische Testung steht noch aus. Die individualisierte Schmerzmedizin ist notwendig und effektiv, die Vergleichbarkeit der Therapie und der Schmerzmessergebnisse sollte es aber auch sein. Deren Optimierung bleibt eine bestehende Herausforderung. Referenzen 1. Lucas CE, Vlahos AL, Ledgerwood AM. Kindness kills: the negative impact of pain as the fith vital sign. J AM Coll Surg 2007; 205: 101–7. 2. Ballantyne JC, Sullivan MD. Intensity of Chronic Pain – The Wrong Metric? N Eng J Med 2015; 373: 2098–9. 3. Donner B, Willweber-Strumpf A, Zenz M. Schmerzmessung Lehrbuch der Schmerztherapie: Grundlagen, Theorie und Praxis für Aus und Weiterbildung. 2. Auflage, Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2001. 4. Pothmann R, Goepel R. Comparison of the Visual Analog Scale (VAS) and a Smiley Analog Scale (SAS) for the evaluation of pain in children. Fields, Dubner, Adv on Pain Res + Ther, Vol. 9, 1985. 5. Lautenbacher S, Kunz M, Mylius V. Mehrdimensionale Schmerzmessung bei Demenzpatienten. Schmerz 2007; 21: 529–38. 6. Deckert S, Kaiser U, Kopkow C et al. A systematic review of the outcome reported in multimodal pain therapy for chronic pain. Eur J Pain 2016; 20(1): 52–63. 7. Hermesdorf M, Berger K, Braune BT et al. Pain sensivity in patients with major depression: differential effect of pain with major depression: differential effect of pain sensivity measures, somatic cofactors, and disease characteristics. J Pain 2016; 17: 606–16. CONFERENCES 21

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