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CONNEXI 2017-09 Schmerz

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EIN AMBULANTES KONZEPT

EIN AMBULANTES KONZEPT CONFERENCES Gertrud Erhardt-Raum, M.Sc. Psych , Physiotherapeutin casathera@t-online.de konnten Grace et al. [5] zeigen, dass Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom im Vergleich zu Gesunden ein deutlich verschlechtertes Arbeitsgedächtnis hatten und das unabhängig vom IQ-Wert. Forkmann et al. [6] wiesen auf neuronaler Ebene nach, dass die Funktion vor allem des rechten Hippocampus durch Schmerzreize beeinträchtigt wird. Das bekannteste Modell zur Einschränkung der Konzentration bei Schmerzpatienten stammt von Eccleston und Crombez [7]. Sie postulierten: „pain demands attention“. Gesteigerte Aufmerksamkeit sei besonders wichtig in Situationen, die für den Menschen folgenschwer oder sogar lebensbedrohlich sein können. Schmerz als Symptom einer lebensbedrohlichen Situation führe somit zu einer Unterbrechung der laufenden Aktion. Andererseits dringen die unterbrochenen Aktionen ebenfalls auf eine vollständige Beendigung. Wenn der Bedarf von Verarbeitungsressourcen steigt, kommt es zu Leistungseinbrüchen, was besonders für starke Schmerzen, aber auch für Depression und Rumination gezeigt werden konnte [8]. Schmidt-Wilcke et al. empfehlen als Konsequenz aus den Untersuchungen, das Training von Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistungen in die Interventionen von chronischen Schmerzpatienten aufzunehmen [9]. Bewegungstherapeutische Übungen, die die Konzentration fördern, verwenden oft mehrere Anforderungen gleichzeitig. Beispielsweise werden Tänze und Choreographien eingesetzt, die eine bestimmte Schrittfolge vorgeben oder Rhythmusabfolgen, die in der Art eines Kanons von mehreren Gruppen wiederholt werden. All diese Aufgaben können durch eine stufenweise Steigerung des Tempos erschwert werden. Musik und vor allem Rhythmus unterstützen die Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung, was bei Untersuchungen mit Alzheimer-Patienten belegt werden konnte [10]. Pilotstudie zum Konzept FIBROS Es liegen viele Studien multimodaler Schmerztherapie im stationären und teilstationären Setting vor, die eine hohe Evidenz aufweisen. Für rein ambulante Angebote, die einmal wöchentlich über mehrere Monate oder Jahre im alltäglichen Kontext stattfinden, gibt es keine Studien. Deshalb habe ich das Konzept FIBROS im Rahmen meiner psychologischen Masterarbeit evaluiert und möchte hier kurz die Studie und die Ergebnisse vorstellen. Für die Untersuchung wurde eine experimentelle Evaluation mit Prä-Post-Design und einer Zufallsstichprobe gewählt. Konzentrations- sowie die Gleichgewichtsfähigkeit sind für Schmerzpatienten wichtige Parameter und wurden deshalb aus Outcome-Variablen ausgewählt. Darüber hinaus wurden subjektive Einschätzungen der schmerzbedingten Behinderung und der Schmerzintensität untersucht, um einen Vergleich mit multimodalen Schmerztherapieprogrammen durchführen zu können. Da das Funktionstraining die Krankheitsbewältigung verbessern soll, wurde dies ebenfalls mit einbezogen. 42

EIN AMBULANTES KONZEPT Stichprobe Die drei untersuchten Patientengruppen bestanden aus 15 Frauen und drei Männern mit einem Chronifizierungsgrad von II und III im MPSS (Mainz- Pain-Staging-System). Davon hatten acht Patienten chronische Rückenschmerzen und vier Patienten ein Fibromyalgie-Syndrom. Die durchschnittliche Schmerzdauer betrug mehr als acht Jahre. Bei zehn Probanden lag die Depressionsneigung über dem Cut-off-Wert von 22 auf der CES-D-Skala (Center for Epidemiological Studies Depression Scale). Versuchsmaterial Für die Überprüfung der Hypothesen wurden das Mainzer Stadienmodell der Chronifizierung (MPSS), die Schmerzbeschreibungsliste nach Korb, Pain Disability Index (PDI), CES-D zur Einschätzung der Depression, Fragebogen zur Erfassung der Schmerzverarbeitung nach Geissner (FESV) [11] und das Frankfurter Aufmerksamkeitsinventar (FAIR 2) [12] ausgewählt. Für die Testung des Gleichgewichts gab es kein adäquates Instrument, so dass in einer Vorstudie verschiedene Items evaluiert und einer Itemanalyse unterzogen wurden. Die Items, die das Konstrukt Gleichgewicht hinreichend abbildeten, wurden in die Studie mit einbezogen (z. B. Tandemstand (Abbildung 1). Für die Intervention wurde ein Testmanual mit den Inhalten von FIBROS für zwölf Übungseinheiten erstellt, das in jeder der drei Patientengruppen gleich durchgeführt wurde. Ergebnisse Der Konzentrationstest FAIR 2 zeigte eine Verbesserung der Leistung und der Kontinuität durch die Intervention, jedoch keine Verbesserung der Abbildung 1: Zum Testen der Balance-Fähigkeit eignet sich der Tandemstand: Die Patienten stellen für zehn Sekunden einen Fuß so vor den anderen, sodass die Ferse des einen die Zehen des anderen Fußes berührt. Qualität. Des Weiteren gab es eine signifikante Verbesserung der Gleichgewichtsfähigkeit (p=0.002). Die Effektstärke für den Gesamtscore des Gleichgewichts lag bei ESprä = -0.55 (mittlere Effektstärke). Auch die Schmerzintensität hatte sich signifikant verbessert (p=0.011), jedoch nicht die Beeinträchtigung des Alltags (PDI) durch Schmerzen. Die Subskalen der psychischen Beeinträchtigung durch Schmerzen bzw. der Bewältigungskompetenzen schmerzbedingte Angst und Hilflosigkeit, Handlungskompetenz, kognitive Umstrukturierung, Kompetenzerleben sowie Ruhe- und Entspannungstechniken sind auf dem Niveau p=0.05 bzw. p=0.01 signifikant, nicht signifikant ist beispielsweise die Skala gegensteuernde Aktivitäten. Der Zusammenhang zwischen Schmerzstadium und Konzentrations- bzw. Gleichgewichtsfähigkeit CONFERENCES 43

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