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CONNEXI 2017-09 Schmerz

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EIN AMBULANTES KONZEPT

EIN AMBULANTES KONZEPT Tabelle 2: Vergleich der Effektstärken unterschiedlicher multimodaler Schmerzprogramme mit dem Konzept FIBROS. Die Effektstärken wurden zum Teil aus den publizierten Mittelwerten und der Standardabweichung zum Messzeitpunkt t1 berechnet. PDI GRIP 2000 [13] 1.53 1.04 Schmerzintensität Depression 0.56 (ADS) FESV HPL FESV KU FESV KE FESV MA FESV GSA FESV RE n.e. n.e. n.e. n.e. n.e. n.e. MSD [14] 0.98 0.72 0.81 (ADS) n.e. n.e. n.e. n.e. n.e. n.e. SchmerzCentrum Dresden [15] FMS Bad Wildungen [16] 0.28 0.22 5.18 n.e. FIBROS 0.51 0.03 0.32 (HASD-D) 0.53 (HASD-D) 0.15 (CES-D) n.e. n.e. n.e. n.e. n.e. n.e. 0.39 0.40 0.35 0.30 0.06 0.54 0.64 0.55 0.67 0.07 0.10 0.92 Abk.: FESV, Fragebogen zur Erfassung der Schmerzverarbeitung; HPL, Handlungsplanungskompetenzen; KU, kognitive Umstrukturierung; KE, Kompetenzerleben; MA, mentale Ablenkung; GSA, gegensteuernde Aktivitäten; RE, Ruhe- und Entspannungstechniken; n.e., nicht erfasst CONFERENCES ebenso wie der Zusammenhang von Depressivität und Konzentrations- sowie Gleichgewichtsfähigkeit konnte nicht nachgewiesen werden. Ein tendenzieller negativer Zusammenhang besteht zwischen der Depressionsneigung und der Subskala „Qualität“ des FAIR: Bei Zunahme der Depressionsneigung verschlechtert sich die kognitive Selbstkontrolle. Diskussion Die Evaluation des Programms FIBROS zeigt insgesamt eine gute Wirkung trotz der kurzen Interventionsdauer. Die Konzentrationsleistung der Teilnehmer verbesserte sich deutlich, allerdings auf Kosten der Qualität. Die Gleichgewichtsleistung steigerte sich ebenfalls, aufgrund der gewählten Grenzwerte konnte jedoch eine objektive Leistungssteigerung nicht genau abgebildet werden. Die Schmerzintensität verringerte sich, jedoch nicht die Beeinträchtigung durch Schmerzen im Alltag. Möglicherweise ändert sich die Beeinträchtigung durch längere Interventionen, welche ja im Funktionstraining durchgeführt werden können. Es wurde erwartet, dass die eigene Schmerzkompetenz verbessert wird. Für die Subskalen schmerzbedingte Hilflosigkeit und Depression sowie Angst und Ärger konnte keine Verbesserung erreicht werden. Es ist anzunehmen, dass diese emotionalen Aspekte der Schmerzverarbeitung durch den bewegungstherapeutischen Schwerpunkt des Konzepts nicht bedeutsam beeinflusst werden können. Die Schmerzverarbeitungsstrategien Handlungskompetenzen, kognitive Umstrukturierung und Kompetenzerleben waren signifikant und mit mittleren Effektstärken auch deutlich verbessert. Diese Skalen gehören zur kognitiven Schmerzbewältigung, die durch intensive Schmerzedukation verändert werden kann. Der Zusammenhang zwischen Schmerzstadium bzw. Depressionsneigung und der Wirkung der Intervention bezüglich Konzentration und Gleichgewicht konnte nicht bestätigt werden, allerdings profitierten Patienten mit FMS tendenziell mehr von der Intervention als Patienten mit anderen Schmerzerkrankungen. 44

EIN AMBULANTES KONZEPT Beurteilung der Effektstärken Um das Konzept FIBROS mit multimodalen Schmerzprogrammen vergleichen zu können, wurden Effektstärken verwendet und zwar von: •• dem Göttinger Rücken-Intensiv-Programm (GRIP) [13], •• der multimodalen Schmerztherapie Dachau (MSD) [14], •• der multimodalen Schmerztherapie am UniversitätsSchmerzCentrum Dresden [15], •• dem Fibromyalgiekonzept der Rheumaklinik Bad Wildungen [16]. Im Vergleich mit diesen Studien kann insgesamt eine gute Wirksamkeit des Konzepts FIBROS gezeigt werden. Die oben erwähnten Programme dauern zwischen 30 und 120 Therapieeinheiten. Auch wenn die Effekte von FIBROS nicht direkt proportional auf die Therapieeffekte der genannten Programme umgerechnet werden können, ist die Wirksamkeit für Schmerzintensität und Subskalen der Schmerzbewältigungskompetenzen gut. Für die Parameter Konzentrations- und Gleichgewichtsfähigkeit konnten keine Studien aus Deutschland zum Vergleich herangezogen werden. Studien aus dem Ausland wurden in die Recherche nicht einbezogen, da für die Implementierung eines Konzepts in Deutschland sinnvollerweise auch die Bestimmungen des deutschen Gesundheitssystems relevant sind. Fazit für die Praxis Das Funktionstraining mit Inhalten von FIBROS zeigt eine gute Wirksamkeit, die Gruppen sollten im ambulanten Setting von speziell ausgebildeten Physio- bzw. Ergotherapeuten durchgeführt werden. Leider gibt es noch immer nicht genug Angebote für spezielles Schmerz-Funktionstraining, was sich hoffentlich in Zukunft, auch durch eine angemessene Vergütung der Therapeuten, ändern wird. Referenzen 1. Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) e.V. Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und Funktionstraining. Frankfurt am Main 2011. 2. Arnold B, Brinkschmidt T, Casser, HR et al. Multimodale Schmerztherapie für die Behandlung chronischer Schmerzsyndrome. Schmerz 2014; 23: 112–20. 3. Flor H, Hermann C. Kognitiv-behaviorale Therapie. In: J. F. B. Kröner-Herwig, Schmerzpsychotherapie, (6. Auflage) Heidelberg: Springer 2007: 603–14. 4. Häuser W, Zimmer W, Felde E, Köllner V. Was sind die Kernsymptome des Fibromyalgiesyndroms? Schmerz 2008; 22 (2): 176–83. 5. Grace GM, Nielson WR, Hopkins M, Berg MA. Concentration and memory deficits in fibromyalgia syndrome. JCEN 1999; 21: 477–87. 6. Forkmann K, Wiech K, Ritter C et al. Pain-specific modulation of hippocampal activity and functional connectivity during visual encoding. JNeurosci 2013; 33 (6): 2571–81. 7. Eccleston C, Crombez G. Pain demands attention: a cognitive-affective model of the interruptive function of pain. Psychol Bull 1999; 125 (3): 356–66. 8. Grisart JM, Plaghki LH. Impaired selective attention in chronic pain patients. Eur J Pain 1999; 3: 325–33. 9. Schmidt-Wilcke T, Wood P, Lürding R. Schmerz und Aufmerksamkeit – Kognitive Defizite bei Fibromyalgiepatienten. Schmerz 2010; 24: 46–53. 10. Thaut MH. Wie lassen sich die Wirkungen von Musik auf das Nervensystem therapeutisch nutzen? In: Spintge R. Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse, Band 47 – Musik im Gesundheitswesen. St. Augustin: Asgard 2007: 49–55. 11. Geissner E. Fragebogen zur Erfassung der Schmerzverarbeitung FESV. Göttingen: Hogrefe 2001. 12. Moosbrugger H, Oehlschlägel J, Steinwascher M. FAIR 2. Frankfurter Aufmerksamkeitsinventar 2. Testmanual (2. Aufl.). Bern: Huber 2011. 13. Hildebrandt J, Pfingsten M. Vom GRIP zur multimodalen Schmerztherapie – Ein Konzept setzt sich durch. Orthopäde 2009; 38: 885–95. 14. Pöhlmann K, Tonhauser T, Joraschky P, Arnold B. Die Multimodale Schmerztherapie Dachau (MSD) – Daten zur Wirksamkeit eines diagnoseunabhängigen multimodalen Therapieprogramms bei Rückenschmerzen und anderen Schmerzen. Schmerz 2009; 23: 40–6. 15. Schütze A, Kaiser U, Ettrich U, Große K, Goßrau G, Schiller M et al. Evaluation einer multimodalen Schmerztherapie am UniversitätsSchmerzCentrum Dresden. Schmerz 2009; 23: 609–17. 16. Lange M, Krohn-Grimberghe B, Petermann F. Mittelfristige Effekte einer multimodalen Behandlung bei Patienten mit Fibromyalgiesyndrom – Ergebnisse einer Wirksamkeitsstudie. Schmerz 2011; 25: 55–6. CONFERENCES 45

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