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CONNEXI 2018-9 AIDS Hepatitis

POST CONFERENCE WEBINAR

POST CONFERENCE WEBINAR AMSTERDAM 80 % Prävalenz von Depression und Suizidalität bei HIV-infizierten Kenianern 70 % CONFERENCES Prozenzt 60 % 50 % 40 % 30 % 20 % 10 % 0 % Männer Frauen Suizidgefährdung Depression Abbildung 1: Depression bei HIV. Prospektive Untersuchung zur digital-rektalen DRU in Australien • n=327; 862 Untersuchungen in zwei Jahren; Alter 51 (Mittel) Ergebnisse: • Ein frühes Analkarzinom zu BL diagnostiziert • AIN 2/3 = 8 • Anogenitale Warzen = 31 • Hohe Akzeptanz (95%) der jährlichen DRU • 79 % würden nach der Studie eher einen Arzt bei Symptomen aufsuchen Abbildung 2: Hohe Akzeptanz einer jährlichen digital-rektalen Untersuchung (DARE). HIV-positiver Frauen in Botswana dokumentiert. Bei gut 88.000 Geburten kam es in 86 Fällen zu Neuralrohrdefekten, was einer Prävalenz von 0,1 % entspricht; die globale Prävalenz von Neuralrohrdefekten liegt höher, nämlich bei 0,19 %. Neuralrohrdefekte entstehen während der Embryogenese, also in den ersten 6−8 Wochen post conceptionem. Sie können morphologisch sehr unterschiedlich sein, so auch in dieser Studie. Im Dolutegravir- Arm traten Neuralrohrdefekte in 0,94 % (4/426) der Fälle, im Efavirenz-Arm in 0,05 % (3/5787) auf. Entsprechend der frühen Genese von Neuralrohrdefekten trat im Falle der Neueinstellung auf Dolutegravir bei bereits bestehender Schwangerschaft kein einziger Fall auf. Die Übertragbarkeit dieser Daten auf die deutsche Situation ist eingeschränkt: Die Afrikanerinnen hatten keine Prophylaxe mit Folsäure erhalten, was in Deutschland selbstverständlicher Standard ist. Eine erweiterte Analyse der Studiendaten hat die WHO für Mai 2019 angekündigt. In einer Projektion auf 3,5 Mio. Frauen und auf 1,1 Mio. HIVexponierte Kinder zeigt Dolutegravir im Vergleich zu Efavirenz weniger pädiatrische Infektionen und Todesfälle sowie weniger Geburtsschäden (ausgenommen NRD). Es kam seltener zu HIV-Übertragungen unter Dolutegravir. 98 Entwicklungsländer empfehlen bereits Dolutegravir als dritte Substanz, hierunter mehrere Länder in Asien, fast alle afrikanischen Länder sowie fast ganz Latein- und Mittelamerika. Die vorläufige Empfehlung lautet, Frauen im gebärfähigen Alter nicht auf Dolutegravir einzustellen bzw. bereits mit Dolutegravir Behandelte umzustellen. In mehreren asiatischen Arbeiten konnte gezeigt werden, dass die Hepatitis A-Impfung bei HIV- Infektion eine sehr gute Wirksamkeit zeigt. Nach der zweiten Impfung kam es in 95 % der Fälle zu einer Serokonversion. Tritt eine Hepatitis A bei HIV- Infizierten auf, steigt die ALT (=GPT) weniger stark an, und die Erkrankungsphase (klinische apparente Hepatitis) dauert länger. Die Impfstoffe Havrix und Vaqta sind gegeneinander austauschbar. Prävention − Stopp AIDS Anja Meurer, München Prävention hat traditionell einen hohen Stellenwert bei der Welt-AIDS-Konferenz. Vor zwei Jahren in Durban herrschte eine regelrecht euphorische Stimmung wegen der PrEP, die in vielerlei Settings eingesetzt wurde. Wenn man sich aber die aktuellen Zahlen anschaut, wird man schnell desillusioniert: Die Zahl der HIV-Neuinfektionen bleibt stabil bei 1,8 Mio./Jahr weltweit! Wie steht es in Europa um die UNAIDS-Präventionsziele 90-90-90, also 90 % der HIV-Infizierten 14

POST CONFERENCE WEBINAR AMSTERDAM diagnostiziert, von diesen 90 % unter ART und davon 90 % mit supprimierter Viruslast? Die letzten 90 % sind mit 89 % in Europa fast erreicht; Deutschland liegt dabei sogar über dem Durchschnitt. Andere Länder wie Rumänien haben allerdings noch einen weiten Weg vor sich: Hier werden ca. 50 % der HIV-Infizierten erfolgreich behandelt. In Deutschland sind schätzungsweise 86 % der HIV-Infizierten diagnostiziert. Das liegt zum Teil daran, dass Menschen nicht ausreichend über ihr Risiko informiert sind und daher nicht zum Test gehen. Zudem ist die Verfügbarkeit von anonymen Testmöglichkeiten in ländlichen Regionen schlecht. Aus diesem Grund wurde die Heimtestung 2018 zugelassen, und wir erhoffen, so eine höhere Rate an Diagnosen zu erzielen. Wenn häufiger getestet wird, reduziert sich nämlich die Zahl der Neuinfektionen deutlich, wie eine holländische Berechnung zeigte: Bei sechsmonatlichen Testungen von 50 % vs. 20 % der MSM würde die Neuinfektionsrate um 37 % bis 2027 gesenkt werden. Wie sieht es mit der PrEP-Verfügbarkeit aus? Weltweit stehen ca. 350.000 Menschen unter PrEP, die meisten in Ländern mit niedriger Prävalenz und öffentlich geförderten PrEP-Programmen. Insbesondere in den Hochprävalenzländern muss noch viel passieren, bis das UNAIDS-Ziel von 3 Mio. Nutzern bis 2020 erreicht ist. Natürlich ist der Effekt der PrEP bei hoher Prävalenz besonders ausgeprägt. In den USA zeigte sich ein Rückgang der Neuinfektionen um 30 % in Staaten mit hohem PrEP-Gebrauch (11 % PrEP- Nutzung in Risikogruppen). Die Daten der Prevenir-Studie aus Frankreich zeigen, dass der Schutz sowohl bei kontinuierlicher wie auch bei anlassbezogener PrEP-Einnahme gegeben ist. Personen unter kontinuierlicher PrEP hatten – wenig überraschend – mehr Sexualpartner und häufiger kondomlosen Sex (Tabelle 1). Tabelle 1:Prevenir – PrEP schützt kontinuierlich und anlassbezogen Jeglicher Sex Analsex Insertiver Analsex Rezeptiver Analsex mit Ejakulation Rezeptiver Analsex ohne Ejakulation Jeglicher Sex mit STI 0,0 0,2 0,4 0,6 2,7 HIV-Transmissionsrate innerhalb der Paare (pro 100 CYFU) In mehreren Studien wurde gezeigt, dass die Rate an STI unter PrEP wohl ansteigt, insbesondere bei Hochrisikosexualkontakten bei Chemsex. Der schönste Moment war die Vorstellung der Partner2-Ergebnisse: Bei 77.000 kondomlosen Sexualakten bei diskordanten MSM-Paaren gab es keine assoziierte Transmission, auch bei vorliegender STI nicht (Abbildung 1). Die Redaktion bedankt sich bei der dagnä und den beteiligten Referenten für die freundliche Unterstützung bei der Gestaltung dieses Beitrages. Assoziierte Obere CFU* CLS** Übertragung 95 % CL Kontakte 0 0,23 1.596 76.991 0 0,24 1.546 70.743 0 0,27 1.345 52.572 0 0,57 652 20.770 0 0,43 867 23.153 0 2,74 135 6.301 * Paar Jahre Beobachtung ** Kondomloser Sexualverkehr Abbildung 1: Assozierte HIV-Übertragungen in diskordanten MSM-Paaren unter ART. Dr. med. Sven Schellberg Novopraxis Berlin GbR, Mohrenstraße 6, 10117 Berlin Dr. med. Nils Postel prinzmed, Sendlinger-Tor-Platz 8, 80336 München Dr. med. Anja Meurer Zentrum für Innere Medizin und Infektiologie, Ainmillerstr. 26, 80801 München Follow-Up Patientenjahre HIV-Inzidenz pro 100 Patientenjahre (95 % Cl) TDF/FTC (täglich) 443 0 (0–0,8) TDF/FTC (anlassbezogen ) 506 0 (0–0,7) 85 HIV-Infektionen verhindert • Kontinuierliche PrEP: mehr Sexualpartner und kondomloser Sex • Zunahme kondomloser Sex, HCV-Inzidenz 1,1/100 Patientenjahre 1.628 Teilnehmer in Frankreich, Ziel: 3.000 Open label, optional täglich oder anlassbezogen (mind. 1 Tabl. vor Sex und eine Tabl. 24 Std. danach) Mittleres Follow-up sieben Monate, Studienabbrüche: 3,3 % CONFERENCES 15

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