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FRÜHE KLINISCHE DATEN

FRÜHE KLINISCHE DATEN ZU HIV-IMPFSTOFF PUBLIZIERT APPROACH macht Hoffnung Die HIV-Infektion ist zwar heute gut behandelbar, aber nach wie vor sind Millionen von Menschen davon bedroht, sich mit dem HI-Virus zu infizieren. Eine effektive Impfung könnte dieses Risiko mindern, aber auch helfen, insbesondere in der Dritten Welt, viel Geld zu sparen. Einer Berechnung zufolge wären es bei 50%iger Effektivität eines Impfstoffes und einer Durchimpfungsrate bei Erwachsenen von 40 % über 20 Jahre 134 Millionen Dollar. Erste klinische Daten zu einem mosaikbasierten Impfstoff sind vielversprechend. EDUCATION Ein wesentlicher Grund, warum die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Human Immunodeficiency (HI) Virus so schwer und bisher meist gescheitert ist, liegt in dessen weltweit hoher Diversität, erklärte Prof. Dr. Hendrik Streeck vom Institut für HIV-Forschung an der Universität Essen. Diese Vielfalt geht zurück auf die Reverse Transkriptase, ein Enzym, das entscheidend ist für die HIV-Replikation, so Streeck. Über dieses Enzym wird die genetische Information auf der RNA des Virus umgeschrieben in die postcodierende DNA. Dabei wurden über viele Jahre so viele Fehler in das Genom des HI-Virus eingebaut, dass eine große Diversität entstanden ist. Die Firma Janssen hat einen sogenannten Mosaik impfstoff entwickelt, der in der Lage ist, verschiedene Typen des HI-Virus zu erreichen. Dazu enthält der Impfstoff (Ad26.Mos.HIV) Mosaik- Immunogene, die unter Verwendung von Genen aus einer Vielzahl von HIV-1-Subtypen erzeugt werden. Verschiedene trivalente als auch tetravalente Versionen des Impfstoffs beinhalten virale Vektoren, die Immunogene abgeben, welche eine Immunantwort gegen die drei Hauptproteine von HIV (Env, Pol und Gag) auslösen sollen. Die tetravalente Formulierung enthält noch ein viertes Immunogen, welches die Breite der Immunantworten auf HIV-1-Sub typen erweitern soll. APPROACH zeigt robuste HIV-Antikörperantwort Die ersten klinischen Daten wurden dieses Jahr in The Lancet veröffentlicht [1]. Es handelt sich um die Phase 1/2a-Studie mit dem Akronym APPROACH (HIV-V-A004/NCT02315703). Eingeschlossen waren 393 gesunde Erwachsene im Alter zwischen 18 und 50 Jahren. Untersucht wurden Sicherheit, Verträglichkeit sowie die Immunogenität von verschiedenen mosaikbasierten Impfregimen zur Vorbeugung von HIV Infektionen. Die verschiedenen Impfregime wurden wie folgt eingesetzt: •• Initial wurde der mosaikbasierte Impfstoff Ad26. Mos.HIV in den Wochen 0 und 12 appliziert. •• Darauf folgten in den Wochen 24 und 48 zwei Booster-Impfungen mit entweder Ad26.Mos.HIV, MVA-Mosaic und/oder verschiedenen Dosen des löslichen Proteins Clade C gp140, welches mit Aluminiumphosphat versetzt wurde. Ein Jahr nach der ersten Impfung zeigten alle in dieser frühen Studie evaluierten Programme ein günstiges Sicherheitsprofil. Bisher stellten sich keine unerwarteten Ereignisse ein, die auf den Impfstoff zurückzuführen wären. Alle getesteten Impfregime riefen eine robuste humorale und zelluläre HIV-1-Immunantwort hervor. Probanden, die das mit Ad26+gp140 geboosterte Ad26 erhielten, erreichten eine HIV-Antikörper-Reaktion, die bis zu einem Jahr nach Impfung erhalten blieb. Vergleichbare Wirkung beim Menschen und beim Affen Eine parallel dazu bei nichthumanen Primaten, nämlich bei Makaken, durchgeführte Studie mit dem Impfregime, das sich bei den Menschen als besonders immunogen herausgestellt hatte, zeigte 18

FRÜHE KLINISCHE DATEN ZU HIV-IMPFSTOFF PUBLIZIERT bei diesen eine 67%ige Wirkung. Damit war die Immunantwort bei den Affen mit der beim Menschen vergleichbar gut. Ende 2017 ist in afrikanischen Ländern südlich der Sahara die Phase-2b IMBOKODO angelaufen. Diese wendet sich an sexuell aktive, aber nicht mit HIV-1 infizierte Frauen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Erste Ergebnisse werden für die Jahre 2020 beziehungsweise 2021 erwartet, berichtete Streeck. Phase-III-Studie in Deutschland? Hierzulande stellt sich angesichts der Tatsache, dass die PrEP so gut wirkt, die Frage, inwieweit es noch möglich sein wird, eine Effektivitätsstudie zur HIV-Impfung in Phase III durchzuführen, äußerte Streeck. Für diese Präventionsmaßnahme konnte in verschiedenen Studien ein Rückgang der HIV-Infektionen um bis zu 92 % erzielt werden. Mehr Klarheit erwartet sich Streeck von der Vaccine Prepardness Studie. Bei dieser geht es um die Beantwortung von drei einfachen Fragen: Wie hoch ist die Inzidenz der HIV-Infektion, wie hoch wäre die Verbleiberate an einer Studie und wie groß ist die Bereitschaft, überhaupt daran teilzunehmen? PrEP ist hoch effektiv, aber aufwendig PrEP schützt besser vor der Infektion, als wir es uns jemals vorstellen konnten, erklärte Dr. Stefan Scholten, Köln. Als Beispiel verwies er auf Erkenntnisse aus San Francisco. Dort wurde PrEP von Beginn an eingesetzt. Heute erhalten 47 % der dortigen Risikopopulation (Männer, die Sex mit Männern haben) diese Prävention. Damit ist die Zahl der Neudiagnosen innerhalb von vier Jahren um 51 % gesunken. Allerdings erfordert PrEP einen hohen Aufwand. Damit stellt sich für Scholten die Frage, ob Praxen und Zentren mit der erforderlichen Erfahrung in der Lage sein werden, eine leitliniengerechte und flächendeckende Versorgung mit dieser Präventionsmaßnahme nachhaltig sicherzustellen. Können Impfung und PrEP das HIV eliminieren? Aus der Sicht des niedergelassenen Arztes hat Scholten hohe Erwartungen an eine zukünftige HIV-Impfung, etwa in Bezug auf die Herdenimmunität. Durch die Impfung in Kombination mit PrEP könnten wir es vielleicht sogar schaffen, die HIV-Infektion noch in unserer Lebenszeit zu kontrollieren, so Scholten. Möglicherweise könnte eine wirksame HIV-Impfung PrEP auch weitgehend ersetzen und damit die Arztpraxen entlasten. Scholten sieht dadurch die Chance, eine Nachhaltigkeit von Therapie und Prävention zu gewährleisten, um gegebenenfalls ein Ende der HIV-Epidemie zu ermöglichen. Dazu wird aber eine Menge an Überzeugungsarbeit erforderlich sein, um eine breite Anwendung der Impfung sicherzustellen. Bericht: Martin Bischoff, Redaktion Quelle: Pipeline-Presseworkshop „Janssen in der Infektiologie: Aktuelle Studiendaten zur HIV-Impfung“ veranstaltet am 14.11.2018 in Düsseldorf Referenz 1. Barouch DH et al. The Lancet 2018; 392(10143): 232−243. EDUCATION 19

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