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CONNEXI 2018-9 AIDS Hepatitis

INTERVIEW

INTERVIEW „dagnä-Workshop bietet passgenaue medizinische und berufspolitische Angebote“ mit Robin Rüsenberg, Berlin Der mittlerweile seit fast 30 Jahren stattfindende jährliche dagnä-Workshop ist eine der wichtigsten Aktivitäten der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä). Die Teilnehmerzahl war in diesem Jahr lt. Veranstalter „die höchste aller Zeiten“. CONFERENCES Was macht den Workshop so attraktiv, was lockt seit fast 30 Jahren die Niedergelassenen im September nach Köln? Rüsenberg: Der dagnä-Workshop ist wirklich ein Juwel. Im Mittelpunkt stehen passgenaue Fortbildungsangebote, die – ganz wichtig – mit der Qualitätssicherungsvereinbarung nach § 135 SGB V harmonieren. Unsere aktuell laufende Mitgliederbefragung zeigt: Zum einen ist der Workshop ganz oben im Kalender der HIV-Schwerpunktärzte markiert. Zum anderen genießen Themen und Inhalte wie auch Aufbau und Struktur hohe Akzeptanz. Wichtig ist aber nicht zuletzt auch der kollegiale Austausch in angenehmer Atmosphäre. Die hohen Teilnehmerzahlen geben uns recht. Der Workshop sei „ein Kind seiner Zeit“ (Knud Schewe), das klingt nach Veränderung. Was an dem Konzept hat sich bewährt, wie sah das „teilweise neue Gewand“ des Workshops 2018 aus? Rüsenberg: Die Grundstruktur des Workshops hat sich bewährt, keine Frage. Im Laufe der Zeit wurden gleichwohl natürlich Format und Größe angepasst, so auch 2018: Erstmalig begann der Workshop am Freitag bereits um 9.00 Uhr. Hands-on-Workshops verstärkten den interaktiven Charakter. Inhaltlich ging es dabei um praktische Themen wie etwa das Management von Begleitinfektionen oder Patienten mit resistenten Viren. Wir werden auch künftig behutsam Ergänzungen vornehmen, um den Interessen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch besser gerecht zu werden. Ein Thema mehrerer Veranstaltungen des diesjährigen Workshops war die PrEP. Wie bringt sich die dagnä ein in den Gesetzgebungsprozess zur PrEP als Kassenleistung, der zum April 2019 mit dem geplanten Inkrafttreten zwar ein Etappenziel erreicht haben wird, aber dessen Ausgestaltung ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen sein wird? Rüsenberg: Die PrEP wurde nicht nur auf dem Workshop 2018 diskutiert, schließlich beschäftigt sich die dagnä schon seit geraumer Zeit mit der Thematik. Aktuell befindet sich das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) im parlamentarischen Verfahren. Es soll die PrEP gesetzlich verankern. Anschließend müssen die Partner des „Bundesmantelvertrags Ärzte“ über die Rahmenbedingungen verhandeln. Gesundheitsminister Jens Spahn setzt damit das richtige Signal: Die PrEP ist eine große Chance für die HIV-Prävention in Deutschland. Sie gehört konsequenterweise bei Ärzten und Apothekern in Spezialistenhände. Wichtig sind Qualität und Beratung. Eine Lösung über Bundesmantelvertrag und EBM ist deshalb sinnvoll – nicht nur bei HIV, auch bei anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Wie schon in der Vergangenheit wird sich die dagnä auch künftig für gute Lösungen bei der PrEP einsetzen – die HIV-Behandler sind, wie sich in den Praxen bemerkbar macht, schließlich die ersten Ansprechpartner. Die dagnä versteht sich auch als Ansprechpartner für Politik und Selbstverwaltung. Mit welchen Themen und Problemen beschäftigt sich der Verein aktuell? Rüsenberg: Die Arbeit der dagnä für eine Versorgung auf Höhe der Zeit ist facettenreich. Es gibt medizinische wie versorgungspolitische Herausforderungen, die uns beschäftigen: Wichtig wird 6

INTERVIEW Stichwort Wirtschaftlichkeit bei der Verordnung von HIV-Medikamenten. Wie kann die dagnä die niedergelassenen HIV- Behandler bei der Bewältigung der zweifellos entstehenden Probleme, Fragen und Unsicherheiten im Spannungsfeld zwischen AMNOG und Therapiefreiheit unterstützen? Rüsenberg: In Fragen der Wirtschaftlichkeit fühlt sich der Vertragsarzt mitunter an das Damoklesschwert erinnert, für Schwerpunktbehandler ist dies umso mehr ein Thema. Wichtig ist es deshalb, auf sinnvolle Regelungen zu drängen – im Übrigen nicht nur beim AMNOG, sondern auch bei der Reform der regionalen Wirtschaftlichkeitsprüfungen. Auf dem Workshop 2018 konnten wir etwa mit Johann Fischaleck von der KV Bayerns, der in Bayern eine – bundesweit einmalige – explizite HIV-Quote einführt, über die neue „Regulierungswelt“ diskutieren. Robin Rüsenberg ruesenberg@dagnae.de sein, die qualitativ sehr gute Versorgung für HIV- Patienten in Deutschland zu sichern und weiterzuentwickeln. Hier wird auch zu überlegen sein, wie die Behandlung weiterer Infektionserkrankungen im ambulanten Bereich dauerhaft strukturell gefasst werden kann. Ein Beispiel ist die Zusatzweiterbildung Infektiologie: Die Verbreiterung der Angebotskapazitäten geht in die richtige Richtung, jetzt ist die Umsetzung in den Landesärztekammern entscheidend. Zwei der schon zu ihrer Gründung 1990 formulierten dagnä-Ziele sind die Optimierung einer qualitätsgesicherten Versorgung und die Anerkennung der Arbeit von HIV-Schwerpunktbehandlern und ambulant tätiger Infektiologen. Was von dem, was auf diesem Weg bis heute erreicht wurde, kann sich die dagnä ins Stammbuch schreiben? Rüsenberg: Die Arbeit der dagnä ist, wie gesagt, facettenreich. Sie war bisher – so hoffen und denken wir – auch erfolgreich: Hierzu zählt die Qualitätssicherungsvereinbarung HIV/Aids, aber auch die Fortbildungsformate für Ärzte und Medizinische Fachangestellte, die Unterstützung bei der Entwicklung von Therapieleitlinien und Instrumenten der Qualitätssicherung oder die Umsetzung von Versorgungskonzepten, ganz aktuell etwa Checkpoint-Projekte in Berlin und Freiburg. Allerdings gehen für die Zukunft die Aufgaben nicht aus. Auch hier ein Beispiel: Late Presenter sind nach wie vor ein Thema. In diesem Zusammenhang erwarten wir viel von unserem neuen Forschungsprojekt „FindHIV“, welches durch den Innovationsfonds gefördert wird. Zusammengefasst: HIV/Aids bleibt speziell – eine Behandlung aus Spezialistenhand ist auch künftig notwendig. CONFERENCES 7

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