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CONNEXI 2019-3 Neurologie

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NEUE THERAPIEOPTION

NEUE THERAPIEOPTION EDUCATION chen Migränetage halbiert werden: Bei der monatlichen Dosierung wiesen 47,7 % eine mindestens 50%ige Verbesserung auf, bei der Quartalsdosis waren es 44,4 % (p=0,0001 vs. Plazebo). Besonders hervorzuheben ist das schnelle Ansprechen unter Fremanezumab. So konnten in der Studie zur chronischen Migräne bereits nach einer Woche im Vergleich zu Plazebo signifikante Verbesserungen erzielt werden [6]. Darüber hinaus wurden in den Studien verschiedene patientenorientierte Parameter wie Behinderungsgrad, Lebensqualität, Produktivität am Arbeitsplatz, psychische Gesundheit als explorative Endpunkte gemessen, bei denen unter Fremanezumab teilweise signifikante Verbesserungen erzielt werden konnten. Der Antikörper kann monatlich oder – in höherer Dosierung – auch vierteljährlich subkutan injiziert werden. Er besitzt eine Halbwertszeit von 32 Tagen, was für die Möglichkeit der vierteljährlichen Anwendung spricht. Der Antikörper wird mittels rekombinanter DNA-Technik aus Ovarienzellen des chinesischen Hamsters (Chinese Hamster Ovary, CHO) hergestellt. Aufgrund der niedrigen Immunogenität treten nur wenig nicht gewollte Reaktionen des Immunsystems auf. Fremanezumab ist zugelassen für die Migräneprophylaxe bei Erwachsenen mit mindestens vier Migränetagen pro Monat. Versorgung im Praxisalltag Mit den CGRP-Antikörpern hat sich das Spektrum der Behandlungsoptionen jetzt um eine Wirkstoffgruppe erweitert, die sich wegen ihrer guten Verträglichkeit sehr positiv auf die Adhärenz und somit den Therapieerfolg auswirken wird, ist Dr. med. Astrid Gendolla, niedergelassene Neurologin und Schmerztherapeutin in Essen, überzeugt. Wichtig für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität seien allerdings nicht nur die medikamentöse, sondern gleichermaßen nichtmedikamentöse Maßnahmen sowie ein multidisziplinärer Ansatz, der neben dem Facharzt auch Hausärzte, Psychologen, MFAs und Physiotherapeuten einbezieht. Für den Praxisalltag, der in Deutschland durch komplizierte Versorgungsstrukturen und das Wirtschaftlichkeitsgebot geprägt ist, gelte es nun Algorithmen zu finden, bei welcher Patientenklientel die Therapie zu welchem Zeitpunkt anzuwenden ist. Mit der nun bestehenden Möglichkeit einen CGRP-Antikörper nur einmal im Quartal zu verabreichen, könne die Therapie flexibel – an die individuelle Situation des Patienten angepasst – gestaltet werden, unterstreicht Frau Gendolla einen der wesentlichen Vorteile der neu in den Markt gekommenen Substanz. Die Injektionen von Fremanezumab können von Praxispersonal verabreicht werden, aber es ist nach entsprechender Schulung auch zu Hause eine Selbstinjektion durch den Patienten möglich. „Ich gehe davon aus, dass, sobald einige Praxiserfahrungen mit Fremanezumab vorliegen, ein Teil der Patienten die Möglichkeit der Quartalsdosis in Anspruch nehmen wird“, so die Erwartung der Schmerztherapeutin. Bericht: Elke Klug, Redaktion Quelle: Launch-Pressekonferenz „Schnell, stark und flexibel: AJOVY® schafft Entscheidungsfreiheit in der spezifischen Migräne-Prophylaxe“ am 09.04.2019 in Berlin. Referenzen 1. Teva Fachinformation AJOVY. Stand März 2018. 2. Lipton RB et al. Neurology 2007;68:343−349. 3. Vander Pluym J et al. Headache 2016;56:1335−1343. 4. Silberstein SD et al. NEJM 2017;377:2113−2122. 5. Dodick DW et al. JAMA 2018;319:1999−2008. 6. Brandes J et al. AAN 2018.Poster P4.102 46

ALZHEIMER DIAGNOSTIK Multimodale Bildgebung – reif für die Praxis? Stefan Teipel, Rostock Eine Demenzerkrankung wird in der Versorgung in weniger als der Hälfte der Fälle diagnostiziert [1]. Eine frühzeitige Diagnose gibt Zugang zu einer symptomatischen Behandlung, Reduktion potenziell schädlicher Medikamente, kognitiver Rehabilitation sowie patienten- und angehörigenbezogener Beratung. Daher liegt eine frühe und zuverlässige Diagnose einer Alzheimer-Krankheit als häufigste Ursache für eine Demenzerkrankung im Interesse der Betroffenen und des Gesundheitssystems. Im Jahr 2018 wurden revidierte Forschungskriterien der Alzheimer-Krankheit vorgelegt, die die Erkrankungsdiagnose unabhängig vom klinischen Phänotyp auf krankheitsdefinierende Biomarker gründen [2]. Dementsprechend werden Personen mit Nachweis einer alzheimertypischen Amyloid- Pathologie im Gehirn (durch Amyloid-PET oder Abeta42-Nachweis im Liquor) dem Alzheimer- Kontinuum zugeordnet. Der zusätzliche Nachweis einer alzheimertypischen Tau-Pathologie (über Tau-PET oder CSF-Tau) führt zur Diagnose einer Alzheimer-Krankheit. Die Stadieneinteilung erfolgt nach dem Ausmaß der kognitiven Einschränkungen. Personen mit einer unauffälligen kognitiven Leistung erhalten bei Nachweis von Amyloid und Tau die Diagnose einer präklinischen, Personen mit einer leichten kognitiven Störung (LKS) die Diagnose einer prodromalen Alzheimer-Krankheit. Während Forscher, Ärzte und Fachgesellschaften noch darüber diskutieren, wie sich Forschungskriterien auf die Versorgung auswirken, bieten Unternehmen bereits anlassloses Alzheimer-Screening, basierend z. B. auf MRT-Biomarkern, als IGeL-Leistung an. Solche Angebote sind gegenwärtig aber nicht durch klinische Studiendaten begründbar, wie im Folgenden gezeigt werden wird. Präklinische Alzheimer-Krankheit Diese ist u. a. durch den PET-basierten Nachweis von Amyloid-Akkumulation im Gehirn definiert. Somit hat diese Methodik automatisch eine hohe Genauigkeit für den Nachweis einer präklinischen CONFERENCES 47

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