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CONNEXIPLUS 2020-4 Kardiorenale Achse

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ESC NEWS Weniger als die

ESC NEWS Weniger als die Hälfte erreicht Zielwerte In der DA-VINCI-Studie wurde untersucht, wie lipidsenkende Therapien in der Primär- und Sekundärversorgung angewendet wurden und ob die in den Leitlinien genannten Zielwerte erreicht wurden. Analysen ergaben, dass 84 % der Patienten Statine als primäre lipidsenkende Therapie erhielten und eine intensive Statintherapie nur bei rund einem Viertel (28 %) der Patienten angewendet wurde. Nur 9 % der Patienten wurde Ezetimib in Kombination mit einer moderat intensiven Statintherapie verordnet, und nur 1 % der Patienten erhielten PCSK9-Inhibitoren in Kombination mit Statinen und/oder Ezetimib. Das Studienteam stellte fest, dass insgesamt weniger als die Hälfte der Patienten die aktuellen, in der Leitlinie empfohlenen Cholesterinzielwerte erreichte. Unter den Patienten, die eine intensive Statintherapie erhielten, wurden die 2019er LDL- Cholesterinzielwerte von 22 % der Patienten mit bestehender kardiovaskulärer Erkrankung erreicht. Von den Patienten hingegen, die Statine in Kombination mit einem PCSK9-Inhibitor erhielten, erreichten rund zwei Drittel die neuen, von ESC/ EAS empfohlenen niedrigeren Cholesterinzielwerte. und der Mortalität um 5 % ermöglichen könnte. Die Autoren fügen hinzu, dass keine unbehandelten Lipidwerte verfügbar gewesen seien und sie nicht hätten quantifizieren können, inwieweit die Senkung des LDL-Cholesterins um ≥50 % gegenüber dem Ausgangswert erreicht wurde, sondern als Surrogat dieser Bemessung die Anwendung einer intensiven Statintherapie herangezogen hätten. Professor Ray ergänzt: „In den letzten 15 Jahren haben wir Verbesserungen bei der Umsetzung der Leitlinie und der Kontrolle der kardiovaskulären Risikofaktoren beobachtet. Sie beruhten auf einer besseren Erstlinientherapie, wie den Statinen. Jetzt, mit der Absenkung der Cholesterinziele, deuten unsere Daten darauf hin, dass dies nicht ausreichen wird und wir das Cholesterin so betrachten müssen wie den Blutdruck, bei dem häufig Kombinationstherapien erforderlich sind, um die Zielwerte zu optimieren.“ Die Forschungsarbeit wurde von Amgen, dem Hersteller des PCSK9-Inhibitors Evolocumab, finanziert. Referenz 1. Ray KK et al., DA VINCI study. EU-wide cross-sectional observational study of lipid-modifying therapy use in secondary and primary care: the DA VINCI study, European Journal of Preventive Cardiology, zwaa047, https:// doi.org/10.1093/eurjpc/zwaa047. connexiplus NEWS Kombinationstherapie kann Lücke schließen Den Autoren zufolge unterstreichen die Ergebnisse das Potenzial von lipidsenkenden Kombinationstherapien, diese Lücke schließen zu können und das Risiko bei Millionen von Patienten in Europa zu senken. Sie erklären, dass die Senkung des LDL-C bei Hochrisikopatienten (von beobachteten Werten über 2 mmol/l auf unter 1,4 mmol/l) eine relative Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse um 11 % Quellen: Kongress der European Society of Cardiology (ESC) 2020. Ryan O’Hare, Research Media Office (Medicine), Imperial College London. 16

PCI UND DANN? Kardiovaskuläre Risikoreduktion bei Patienten mit Diabetes Nikolaus Marx, Aachen Patienten mit Diabetes mellitus haben ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen wie koronare Herzerkrankung und Herzinsuffizienz. Das Vorliegen zum Beispiel einer koronaren Herzerkrankung führt bei Patienten mit Diabetes zu einer deutlichen Verschlechterung der Prognose. Neben der Einstellung anderer Risikofaktoren, wie Blutdruck und Dyslipidämie, ist die Therapie mit neuen blutzuckersenkenden Substanzen in den Focus der Risikoreduktion gerückt. In den letzten sieben Jahren wurden insgesamt 16 kardiovaskuläre Outcome-Studien bei Patienten mit Typ-2-Diabetes publiziert [1]. Für die Substanzklasse der SGLT-2-Inhibitoren sowie der GLP-1-Rezeptoragonisten konnte in einigen Studien im Vergleich zu Placebo eine signifikante Reduktion kardiovaskulärer Endpunkte gezeigt werden. Diese Ergebnisse haben zu einem Paradigmenwechsel in der Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes geführt und maßgeblich Eingang in die aktuellen Leitlinien gefunden. SGLT-2-Inhibitoren SGLT-2-Inhibitoren hemmen im proximalen Tubulus die Glukosereabsorption und führen so zu einer Glukosurie. Für die Substanzen wurden vier große placebokontrollierte kardiovaskuläre Outcome-Studien bei Patienten mit Typ-2-Diabetes publiziert: EMPA-REG OUTCOME-Studie mit Empagliflozin [2], das CANVAS Trial-Programm mit Canagliflozin [3], DECLARE-TIMI 58-Studie mit Dapagliflozin [4] sowie die CREDENCE-Studie mit Canagliflozin [5]. In drei dieser vier Studien konnte eine Reduktion des 3-Punkt-MACE-Endpunktes (kardiovaskulärer Tod, nichttödlicher Myokardinfarkt oder nichttödlicher Schlaganfall) gegenüber Placebo gezeigt werden. Zusätzlich zeigte sich für alle in diesen Studien untersuchten SGLT-2-Inhibitoren eine signifikante Reduktion der Hospitalisierung für Herzinsuffizienz oder des kardiovaskulären Todes. Zusätzlich fand sich in der EMPA-REG OUTCOME-Studie eine signifikante Reduktion der Gesamtmortalität. connexiplus 17

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