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CONNEXIPLUS 2020-4 Kardiorenale Achse

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KÖRPERLICHE FITNESS

KÖRPERLICHE FITNESS Welche Diabetestherapie unterstützt den Trainingserfolg? Ulrike Becker, Niederkassel-Rheidt Menschen mit Typ-2-Diabetes haben im Vergleich zu Stoffwechselgesunden auch bei gleichem Bewegungsumfang und Körpergewicht oft eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit. Dies ist auch bei Fehlen einer Herzinsuffizienz zu beobachten und ist mit dem Vorliegen einer Insulinresistenz, einer endothelialen Dysfunktion, einer verminderten myokardialen Perfusion, einer veränderten Sauerstoffsättigung des Hämoglobins und einer mitochondrialen Dysfunktion des Skelettmuskels assoziiert. Gerade die Menschen, die sich aufgrund ihrer Erkrankung besonders viel bewegen sollten, tun dies am wenigsten, zusätzlich fällt es ihnen auch besonders schwer [1]. Bei der Auswahl eines optimalen Diabetesmedikaments werden Folge- und Begleiterkrankungen miteinbezogen, es gibt Medikamente, die eine vorbestehende Herzinsuffizienz verbessern oder das Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis senken können [2]. Es stellt sich die Frage, ob es zur Behandlung des Typ-2-Diabetes auch Medikamente gibt, welche die eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit verbessern. Metformin connexiplus Metformin führt zu einem blutzuckersenkenden Effekt durch die Hemmung der hepatischen Glukoneogenese und Lipogenese [3], aktiviert den zellulären Energiesensor (AMP-aktivierte Proteinkinase) und wirkt kardioprotektiv [4]. Es wirkt antientzündlich, stimuliert indirekt die GLP-1-Ausschüttung und führt zu einer besseren Glukoseverwertung in den peripheren Geweben [5]. Bei der Behandlung des Frühdiabetes zeigt sich in einigen Studien eine Verschlechterung der körperlichen Leistungsfähigkeit unter einer Metformintherapie [6, 7]. Bei der Therapie des metabolischen Syndroms gibt es Hinweise dafür, dass keine wei- 24

tere Verbesserung durch Bewegung und Metformin im Vergleich zu den Monotherapien bezüglich der Insulinresistenz entsteht [7–9]. Beim manifesten Diabetes führt Metformin – trotz Verbesserung der Insulinresistenz – zu keiner Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit an sich [10]. In der Kombination mit einer Bewegungstherapie sind die Ergebnisse uneinheitlich, es gibt sowohl Studien, die einen zusätzlichen Effekt einer Bewegungsintervention auf eine vorbestehende Metformintherapie beobachteten [11, 12], als auch solche, die einen geringer ausgeprägten [13] oder keinen zusätzlichen Effekt [14] sahen. Diese Unterschiede hängen möglicherweise mit der Art der Bewegung und dem Ausmaß einer vorbestehenden Insulinresistenz zusammen. Dr. med. Ulrike Becker dr-becker@diabetespraxis-rhein-sieg.de SGLT-2-Inhibitoren SGLT-2-Inhibitoren erhöhen die renale Glukoseausscheidung durch Hemmung des Natrium-Glukose-Co-Transporter-2 im proximalen Tubulus der Niere. Dies bewirkt eine Gewichtsabnahme, eine Verbesserung der Insulinsensitivität, eine Blutdrucksenkung, eine Entzündungshemmung sowie einen Schutz des Herz-Kreislauf-Systems und der Nierenfunktion [15]. SGLT-2-Inhibitoren führen zu einer Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei Menschen mit Typ-2-Diabetes mit und ohne Herzinsuffizienz [16–18]. Allerdings konnte bei einer Interventionsstudie mit SGLT-2-Inhibitoren und körperlichem Training kein zusätzlicher Effekt der Kombinationstherapie im Vergleich zu den Einzelinterventionen beobachtet werden [19]. Glitazone Glitazone sind aufgrund eines Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) nicht mehr zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen zu verordnen. Sie aktivieren den Zellkernrezeptor PPAR-Gamma in verschiedenen Geweben, üben einen insulinsensibilisierenden Effekt über eine vermehrte Aufnahme von Fettsäure aus, modulieren die Sekretion von Adipokinen (Verbesserung der mitochon drialen Dysfunktion), führen zu Flüssigkeitsretention, reduzieren inflammatorische Zytokine, verbessern eine Dyslipidämie, reduzieren den Fettgehalt der Leber und verbessern eine Endotheldysfunktion [20]. Glitazone können zu einer Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei Menschen mit Typ-2-Diabetes oder metabolischem Syndrom führen [21–23]. In der Diabetestherapie kommt es zu einem additiven Effekt der zusätzlichen Glitazongabe zur Bewegungstherapie [24, 25]. DPP-4-Inhibitoren DPP-4-Inhibitoren verstärken die körpereigene GLP-1-Wirkung, führen zu einer verbesserten Insulinsekretion, hemmen die Glukagonausschüttung connexiplus 25

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