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CONNEXI 10-2016 Aids Hepatitis

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Gesundheitspolitik unter

Gesundheitspolitik unter der Lupe Die neue HIV/Hepatitis/STI-Strategie der Bundesregierung Robin Rüsenberg, Berlin Im April 2016 beschloss das Bundeskabinett die „Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI)“. Wie der Vorstoß der Bundesregierung konkret gelebt werden kann, diskutierten Experten aus Politik, Selbsthilfe und Ärzteschaft auf dem dagnä-Workshop in Köln. Leitgedanken: bedarfsorientiert, integriert und sektorübergreifend Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2030 HIV, Hepatitis und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) nachhaltig und erfolgreich eindämmen. „Unsere erfolgreiche Präventionsarbeit und eine hochwertige Behandlung haben dazu geführt, dass Deutschland zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa gehört“, betonte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei der Präsentation der Strategie Auszug aus der „Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI)“ „Das Ziel der Strategie ist die nachhaltige Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C, Syphilis, Gonorrhö, Chlamydien, HPV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Damit kann insgesamt die Gesundheit der Bevölkerung verbessert werden, indem schwere gesundheitliche Folgeerkrankungen wie Aids, Krebs oder Leberzirrhosen verhindert werden. Ungewollter Kinderlosigkeit und Fehlgeburten wird vorgebeugt und die Erkrankung Neugeborener verhindert. Neben positiven individuellen und gesellschaftlichen Effekten kann die Vorbeugung, Früherkennung und Verhinderung von Infektionen auch zu einer Verringerung der Gesundheitsausgaben beitragen. Conferences Die Strategie zielt darauf ab, • ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, das die Akzeptanz von sexuellen Orientierungen und unterschiedlichen Lebensstilen fördert, das unterschiedliche Sexualpraktiken nicht tabuisiert, das die Kommunikation über Sexualität und sexuell übertragbare Infektionen fördert und das betroffene Menschen nicht ausgrenzt; • bedarfsgerechte Angebote weiter auszubauen, um unterschiedliche Lebenssituationen zu berücksichtigen, sich an besonders betroffenen Gruppen ausgerichtet auf unterschiedliche Lebenssituationen, besonders betroffene Gruppen und die sehr unterschiedlichen, regionalen Prävalenzen; • integrierte Angebote zu entwickeln, die die verschiedenen Erreger berücksichtigen und aufeinander abgestimmte Präventions-, Test- und Versorgungsangebote bereitstellen, um Übertragungen und Koinfektionen zu verhindern und Infektionen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Testung, als Bindeglied zwischen Prävention und Versorgung, kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu; • sektorübergreifend Akteure miteinander zu vernetzen, um Menschen in ihren jeweiligen Lebenswelten zu erreichen und eine abgestimmte, integrierte Vorgehensweise in der Prävention, Testung und Versorgung zu ermöglichen; • aktuelle Daten als Grundlage für die Planung und Umsetzung von Präventions-, Test- und Behandlungsmaßnahmen zu generieren und die Wissensgrundlagen weiter auszubauen.“ 16

Gesundheitspolitik unter der Lupe im Frühjahr 2016. Die aktuellen Zahlen zeigten aber auch, dass die Anstrengungen nicht nachlassen dürfen. Dabei sei es wichtig, alle sexuell und durch Blut übertragbaren Krankheiten in den Blick zu nehmen. Die neue Strategie der Bundesregierung ist eminent wichtig, da es sich bei HIV, Hepatitis und STI um alles andere als medizinische Nischenthemen handelt. Bei allem im Bereich HIV/Aids Erreichten gibt es aber keinen Grund, sich zurückzulehnen: Vielmehr ist ein gemeinsamer Ansatz notwendig, der vor allem bei STI Prävention, Diagnostik und Behandlung integriert. Zu diesem Ergebnis kam die Diskussionsrunde aus Politik, Selbsthilfe und Ärzteschaft um Ines Perea, Elfi Scho-Antwerpes und Axel Baumgarten zum Thema „Unter der Lupe: Neue HIV/Hepatitis/STI-Strategie der Bundesregierung“. Offene Fragen existieren aber bei der Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) als neuer HIV- Prävention. 0 10 20 30 40 50 60 70 Hepati- tis-B- Impfung Aufklärung und Verhaltensprävention Alter HPV- Impfung Mädchen Chlamydien - screening junge Frauen Wissensvermittlung und Sensibilisierung der Gesamtbevölkerung Spezifische Präventionsangebote u. a. für Männer, die Sex mit Männern haben; Menschen mit injizierendem Drogenkonsum; Migrantinnen und Migranten; Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter sowie Kundinnen und Kunden Hepatitis-B-Impfangebote für Menschen mit erhöhtem Risiko Niedrigschwellige Testangebote bei Gesundheitsämtern, freien Trägern und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten Abklärung und ggf. Behandlung von HIV, Hepatitis B, Syphilis und Chlamydien im Rahmen der Schwangerschaft und Geburt Medizinische Versorgungsangebote durch Ärzteschaft und Gesundheitsämter Pflege von Menschen mit HIV, Hepatitis B und C Abbildung 1: Sexuell und durch Blut übertragbare Infektionen: Präventions-, Test- und Versorgungsangebote. [Quelle: Auszug aus HIV/HEP/STI-Strategie und S. 12, S. 17]. Conferences 17

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