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CONNEXI 10-2016 Aids Hepatitis

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Deutschland erreicht die UNAIDS-Ziele zum Therapieerfolg HIV-Versorgungsforschung: Die PROPHET-Studie Knud Schewe, Hamburg Im Sommer 2016 wurde mit dem „first patient last visit“ ein wichtiger Meilenstein der PROPHET-Studie erreicht. Wo steht die dagnä-Versorgungsforschung zu HIV-Primärtherapiestrategien? Die HIV-Behandlung in Deutschland ist im internationalen Vergleich vorbildlich. Nicht vergessen werden darf aber, dass die HIV-Therapie immer noch eine Herausforderung in der klinischen Praxis ist: Welche Primärtherapie ist wann, bei welchem Patienten genau erfolgversprechend? Was ist mit Komorbiditäten, was mit Resistenzen? Es existieren bisher keine prospektiven Studien über die klinischen und pharmaökonomischen Konsequenzen. Die Versorgungsforschung der dagnä setzt hier an – sie soll neue Erkenntnisse für Versorgung und Therapie geben. Erste Zwischenergebnisse liegen vor Die PROPHET-Studie (Prospective clinical and pharmacoeconomic outcomes study of different first-line antiretroviral treatment strategies) bil- Conferences Patients without ART change due to VF [%] 100 % 75 50 25 0 Numbers at risk INI arm NNRTI arm PI arm – INI arm – NNRTI arm – PI arm 0 1 2 3 4 5 6 Months 160 160 160 159 156 154 121 87 87 86 75 71 66 47 88 88 86 75 70 65 38 Abbildung 1: Innerhalb der PROPHET-Studie gibt es drei verschiedene Studienarme. Virologisches Versagen war nur in 1,6 % der Fälle Grund für eine Therapieumstellung, die in allen drei Armen hauptsächlich aufgrund von Nebenwirkungen oder zur Therapievereinfachung erfolgte. 22

Deutschland erreicht die UNAIDS-Ziele zum Therapieerfolg det anhand von 460 nicht selektionierten HIVinfizierten Patienten die klinischen Konsequenzen und die Krankheitskosten verschiedener aktuell empfohlener antiretroviraler Primärtherapien ab. Am 21. Juli 2016 wurde mit dem „first patient last visit“ ein wichtiger Meilenstein der PROPHET-Studie erreicht. Der „last patient last visit“ wird voraussichtlich im letzten Quartal 2017 stattfinden. Erste Erkenntnisse auf der Basis von 335 Patienten liegen aber schon heute vor: •• In der ambulanten Schwerpunktbehandlung in Deutschland haben erfreulicherweise über 92 % der Therapierten nach zwölf Monaten eine nicht nachweisbare Viruslast. Das dritte UNAIDS-Ziel des Therapieerfolgs im Rahmen der 90-90-90-Strategie, wonach bei mindestens 90 % der HIV-Infizierten unter Therapie die Viruslast effektiv supprimiert ist, wird also nicht nur erreicht, sondern übererfüllt. Die HIV-Behandlung in Deutschland ist im internationalen Vergleich vorbildlich. •• Bedenklich ist, dass der Anteil der Patienten mit später Diagnose („Late Presenter“) mit 46 % relativ hoch ist. Eine späte Diagnose erschwert aber eine erfolgreiche Behandlung. Positiv hingegen: Trotz signifikanter Unterschiede in den individuellen Patientenprofilen und der hohen Anzahl von „Late Presenter“, gab es nur 1,6 % Therapieumstellungen aufgrund virologischen Versagens (Abbildung 1). Dr. med. Knud Schewe schewe@dagnae.de •• Hauptgründe für die Auswahl einer HIV-Therapie sind die Höhe der Viruslast, die Einfachheit der Einnahme, eine gute Verträglichkeit, die CD4-Zellzahl und eine hohe Resistenzbarriere. Der Einsatz der Wirkstoffklassen ist kalkuliert und orientiert sich an den Patienteneigenschaften. Die PROPHET-Versorgungsstudie ist eine erneute Kooperation der dagnä mit dem Lehrstuhl für Medizinmanagement an der Universität Duisburg- Essen. Die prospektive, multizentrische, beobachtende Kohortenstudie wurde 2014 gestartet. Die sich beteiligenden 24 HIV-Schwerpunktzentren decken sowohl den ambulanten wie auch stationären Sektor ab. Dr. Knud Schewe ist Sprecher des dagnä-Vorstandes. Conferences 23

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