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CONNEXI 10-2016 Aids Hepatitis

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Adhärenz bei

Adhärenz bei multiprofessionell betreuten HIV-Patienten und München) in Schwerpunkt-Apotheken durchgeführt. Die fünf beteiligten Apotheken haben ein spezielles pharmazeutisches Betreuungsmodell etabliert, welches anhand von Leitlinien ein effektives Medikationsmanagement von HIV-Infizierten ermöglicht und in dem die geschulten Apotheker/ innen in der Lage sind, als kompetente Ansprechpartner in Sachen Pharmakotherapie zu fungieren. Gerade bei einer Polymedikation, vor allem, wenn diese von verschiedenen (Fach-)Ärzten durchgeführt wird, kann der Apotheker eine Sicherheitsrolle im Medikationsprozess einnehmen und so die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) erhöhen. Ergebnisse In der durchgeführten Studie waren über 70 % der Patienten in der Altersspanne zwischen 36 und 55 Jahren, und es konnte eine mittlere Adhärenz von 87,2 % für die HIV-Medikation erreicht wer- Conferences Abbildung 1: Einflussfaktoren auf die Adärenz von HIV-Patienten. 36

Adhärenz bei multiprofessionell betreuten HIV-Patienten den. Als ein signifikanter Einflussfaktor auf die Tabletteneinnahme konnte ein vorhandener Migrationshintergrund identifiziert werden. Das kann diverse Gründe haben: Sicherlich sind es zum einen sprachliche Verständigungsprobleme, aber auch ein anderer kultureller und religiöser Umgang mit den Themen Gesundheit, Arzneimitteleinnahme und HIV/AIDS. Hier gilt es für alle Beteiligten im Medikationsprozess Lösungen und Wege zur besseren Aufklärung und zum Abbau von Barrieren zu finden. Auf der anderen Seite konnte gezeigt werden, dass das Geschlecht, Arbeit bzw. Arbeitslosigkeit oder die Unterstützung von Partner und/ oder Familie keinen signifikanten Einfluss auf die Adhärenz haben (Abbildung 1). Im Bereich der Einnahmehäufigkeit konnte kein signifikanter Vorteil für die einmal tägliche Gabe gezeigt werden, aber ein Trend zur höheren Therapietreue bei nur einmal täglicher Gabe ist zu sehen. Dass dies so ist, könnte dem geschuldet sein, dass in dieser Untersuchung nur die HIV-Medikation erhoben wurde und weitere Tabletteneinnahmen keine Berücksichtigung fanden. Angesichts dessen ist es vorstellbar, dass ein möglicher Effekt nur verschwommen dargestellt wurde. Fazit Die Adhärenz der betreuten Patienten mit einer mittleren Adhärenzrate von 87,2 % liegt deutlich über der Rate von 73 %, die kürzlich in einer anderen Studie erreicht werden konnte [4]. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass die multiprofessionelle Betreuung von Patienten einen Vorteil für die Adhärenz hat. Für die weitere Verbesserung gilt es, besonderes Augenmerk auf die Patienten zu richten, die Adhärenzraten weit abweichend vom Mittelwert aufweisen. Damit diese schneller gescreent werden können, müssen in der Zukunft durch weitere Analysen mögliche Risikofaktoren Dipl.-Pharm. Nico Kraft n.kraft@uni-bonn.de charakterisiert werden. Diese könnten Nebenwirkungen, Probleme in der Versorgung oder Drogengebrauch sein. Mit dem Migrationshintergrund kann schon ein Einflussfaktor benannt werden. Literatur: 1. Knopf H, Grams D. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2013; 56: 868−77. 2. Barat I, Andreasen F, Damsgaard EM. Drug therapy in the elderly: what doctors believe and patients actually do. Br J Clin Pharmacol 2001; 51: 615−622. 3. ABDA. Forsa-Umfrage zur Polymedikation. http://www. abda.de/uploads/tx_news/ABDA-Umfrage_Polymedikation_2015_ Ergebnistabellen.pdf 4. Genberg BL, Lee Y, Rogers WH, Wilson IB. Four types of barriers to adherence of antiretroviral therapy are associated with decreased adherence over time. AIDS Behav. 2015; 19(1): 85−92. Dieser Beitrag basiert auf der Posterpräsentation im Rahmen des 13. Kongresses für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin vom 15.-18. Juni 2016 in Würzburg. Conferences 37

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