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CONNEXI 10-2016 Aids Hepatitis

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Nach erfolgreicher Hepatitis C-Therapie: immer geheilt? Spätrelapse einer HCV-Infektion Genotyp 1a in der koinfizierten Behandlungssituation Susanne Wiebecke, Würzburg Seit langem stellt sich mit dem kombinierten Einsatz antiviral wirksamer Substanzen in der Behandlung der chronischen Virushepatitis C die Frage der Tragfähigkeit eines virologischen Ansprechens bei anhaltender Virusfreiheit (sustained virological response) im Sinne einer klinischen und virologischen Ausheilung (SVR) [1]. In einer Posterpräsentation im Rahmen des KIT 2016 berichten wir von dem Fall eines koinfizierten Patienten mit Spätrelapse (11 Monate nach Therapieende). Conferences Auf der Basis von Studiendaten interferonhaltiger Behandlungsregime wurde bei Nichtnachweisbarkeit von HCV-RNA zu Woche 24 nach Behandlungsende von einer SVR (24) als klinischem Endpunkt ausgegangen [1]. Bereits 2010 untersuchten Martinot- Peignoux et al. an 573 Patienten die Gleichwertigkeit der prädiktiven Aussagekraft bzgl. einer SVR mittels einer Viruslastmessung zu Woche 12 nach Behandlungsende (SVR12). Hier ließen sich keine Unterschiede nachweisen [2]. Ein negativer Einfluss bzgl. der langfristigen HCV-Freiheit kann bei Interaktionen einzelner Faktoren nicht ausgeschlossen werden. In der Ära direkt antiviral wirksamer Substanzen (DAA) ist neben einer Optimierung des Therapieansprechens und guter klinischer Verträglichkeit eine Verkürzung der Behandlungsdauer möglich. Hier ist die Viruslastkontrolle Woche 12 nach Therapieende (SVR12) etabliert. Weiterführende Empfehlungen bzgl. eines HCV-Monitorings in den Folgejahren bestehen aktuell nicht, ein Relapse der Hepatitis ist in diesem Zeitraum nach aktueller Datenlage extrem selten. Kasuistik Bei einem 43-jährigen Patienten war seit 1992 eine HCV-Infektion, Genotyp 1a auf der Basis eines i.v.-Drogenabusus bekannt, seit 1995 eine HIV- Infektion im CDC-Stadium B3. Es erfolgte zeitnah die antiretrovirale Therapieeinleitung. Der aktuelle HIV-Status zeigte unter Einsatz von TDF/FTC sowie Raltegravir eine HI- Viruslast

Nach erfolgreicher Hepatitis C-Therapie: immer geheilt? Vor diesem Hintergrund erfolgte im April 2015 eine erneute antivirale Therapie, nun mit Sofosbuvir und Ledipasvir über 12 Wochen. Die 24-Wochen-Kontrolle nach Abschluss der Behandlung erbrachte eine negative HC-Viruslast (SVR 24) im Sinne einer klinischen Ausheilung, dies konnte aktuell (Monat 11 nach Therapieende) bestätigt werden. Diskussion Der vorliegende Fallbericht illustriert die sehr heterogene klinische Ausgangssituation bei (HCV-) Therapiestart, hier in der koinfizierten Situation. Ein negativer Einfluss bzgl. der langfristigen Virusfreiheit kann bei Interaktionen einzelner Faktoren (z. B. BMI, HIV-Koinfektion, Steatosis hepatis) nicht ausgeschlossen werden [3]. Dies rechtfertigt, unter Berücksichtigung des individuellen Risikoprofils, die Empfehlung einer längerfristigen Leberwertund ggf. HC-Viruslastkontrolle auch ohne fortbestehendem HCV-Reinfektionsrisiko. Die aktuellen EASL-Leitlinien empfehlen hier eine Kontrolle zu Woche 48 p.t. auch bei nicht zirrhotischen Pa tienten [4]. Eine Tiefensequenzierung zur Genotypisierung des vorliegenden Virusstammes ist in Einzelfällen unter der Fragestellung Neuinfektion/ Spätrelapse sinnvoll. Dr. med. Susanne Wiebecke Wiebecke_S@ukw.de Literatur: 1. Hara K, Rivera M, Koh C et al. Sequence analysis of hepatitis C virus from patients with relapse after a sustained virological response: relapse oder reinfection? JID 2014; 209: 38−45. 2. Martinot- Peignoux M, Stern C, Maylin S et al. Twelve weeks posttreatment follow- up is as revelant as 24 weeks to determine the sustained virologic response in patients with hepatitis C virus receiving pegylated interferon and ribavirin. Hepatology 2010; 51: 1122−1126. 3. Simmons B, Saleem J, Hill A et al. Risk of late relapse or reinfection with hepatitis C virus after achieving a sustained virological response: a systematic review and metaanalysis. Clin Infect Dis 2016; 62: 683−94. 4. European Association for the Study of the Liver. J Hepatol 2015; 63: 199−236. Dieser Beitrag basiert auf der Posterpräsentation im Rahmen des 13. Kongresses für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin vom 15.-18. Juni in Würzburg. Welche Antwort ist richtig? Unter einem Spätrelapse im Rahmen einer Hepatitis C-Therapie versteht man: 1. Ein Wiederauftreten von HCV-RNA unter antiviraler Therapie nach mehr als der Hälfte der Behandlungsdauer. 2. Ein erstmaliges Wiederauftreten von HCV-RNA nach mehr als vier Wochen nach Behandlungsende. 3. Ein Wiederauftreten von HCV-RNA nach mehr als 24 Wochen nach Behandlungsende. 4. Ein Wiederauftreten von HCV-RNA durch eine Re-Infektion nach Behandlungsende. Die Lösung finden Sie auf Seite 56. Conferences 41

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