Aufrufe
vor 5 Jahren

CONNEXI 10-2016 Aids Hepatitis

  • Text
  • Patienten
  • Hepatitis
  • Therapie
  • Behandlung
  • Prep
  • Conferences
  • Menschen
  • Deutschland
  • Frauen
  • Diabetes

Chronische

Chronische Hepatitis C Genotyp 1 oder 4 Education untersucht wurde. Die chronische HCV-Infektion kann sowohl Ursache als auch potenzielle Komplikation bei der Behandlung einer chronischen Nierenerkrankung sein. Für diese Patienten gab es bisher keine zufriedenstellende Therapieoption zur Behandlung ihrer HCV-Infektion, da die bisher zugelassenen DAAs entweder Metabolite über die Nieren ausscheiden oder Ribavirin nötig ist, das zu einer Anämie führen kann. Die zwölfwöchige Therapie mit Elbasvir/Grazoprevir erzielte in C-SURFER bei 94 % (n=115/122) der Patienten eine SVR12 [4]. Zu den häufigsten Nebenwirkungen (≥10 %), die sowohl in der Verum- als auch in der Plazebo-Gruppe auftraten, gehörten Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit. Die Häufigkeit der unerwünschten Ereignisse unter Verum und Plazebo war vergleichbar. Eine weitere Studie mit spezieller Patientenpopulation ist die C-EDGE CO-STAR, in der HCV-Patienten unter einer Opioid-Agonist-Therapie z. T. mit Drogen-Beikonsum untersucht wurden. In dieser randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studie erreichten nach zwölfwöchiger Therapie mit Elbasvir/Grazoprevir 93,4 % (n=183/196) der GT 1- und 4-Patienten eine SVR12 [5]. Trotz Beikonsum von Kokain, Heroin und Amphetaminen zeigte sich eine hohe Adhärenz bei der Mehrheit der Patienten. Die Kombination Elbasvir/Grazoprevir kann mit vielen gängigen Komedikationen, z. B. Protonenpumpenhemmern, H2-Antagonisten, Antazida sowie Kontrazeptiva (Ethinylestradiaol/Levonorgestrel) ohne Dosisanpassung eingenommen werden. Eliminierung der Hepatitis C in Deutschland möglich Um das Fortschreiten einer Hepatitis C aufzuhalten, ist neben individuell einsetzbaren Behandlungsoptionen ein früher Therapiebeginn erforderlich. Damit ist auch eine Reduktion des erhöhten Mortalitätsrisikos aufgrund hepatischer und extrahepatischer Ursachen zu erwarten. Zudem reduziert eine frühe Detektion, Behandlung und Heilung infizierter Patienten die Transmission in Risikogruppen. Vor diesem Hintergrund wiesen Ein verbessertes Screening und eine höhere Behandlungs rate können die Elimi nation der Hepatitis C vorantreiben. die Referenten der Launchpressekonferenz auf die Bedeutung des Screenings der Risikopopulationen hin, um sie „in Therapie zu bekommen“. Mit einem verbesserten Screening und höheren Diagnose- und Behandlungsraten wäre es einer Modellrechnung zufolge mit einer Behandlungsrate von mindestens 10 % möglich, nicht nur die HCV-assoziierte Mortalität und Morbidität drastisch zu verringern, sondern bis zum Jahr 2030 auch die Infektionsrate um mehr als 90 % zu senken [6]. Elke Klug, Redaktion Referenzen: 1. Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 29/2016 2. Fachinformation Zepatier®, Stand Juli 2016 3. Gower et al. Journal of Hepatology 2014; vol 61: 45−57 4. Roth D et al. Lancet 2015; 386: 1537−1545 5. Dore G et al. Ann Intern Med 9 2016; doi10.7326/ M16−0816 6. Wedemeyer H et al. J Viral Hepatitis 2014; 21(suppl1): 60−69 Quelle: Launchpressekonferenz „Zepatier: Eine neue Option zur Behandlung der chronischen Hepatitis C“ am 30. 08. 2016 in Berlin. Veranstalter: MSD, MSD-Pressemitteilungen v. 01.08.2016 und v. 23.11.2016 44

Updates 2016 HIV-Therapie in Deutschland nach der Welt-Aids-Konferenz Symposiumsbericht Ob und wie es gelingen könnte, angesichts weltweit noch zahlreich bestehender Probleme das HI-Virus und Aids bis zum Jahr 2030 zu besiegen, diskutierten im Juli dieses Jahres rund 18.000 Forscher aus 180 Ländern im südafrikanischen Durban. Welche Ergebnisse hierzulande relevant sind und wie der niedergelassene HIV-Behandler neue Erkenntnisse im Praxisalltag umsetzen kann, wurde im Symposium „BE UP TO DATE!“ im Rahmen des diesjährigen dagnä Workshops diskutiert. Nachdem Südafrika im Jahr 2000 bereits Gastgeber der Welt-AIDS-Konferenz gewesen war, hatte die International AIDS Society 2016 die HIV-Experten wieder nach Durban eingeladen. Prof. Dr. Jürgen Rockstroh, Bonn, fasste einige Highlights der diesjährigen Konferenz zusammen. Er beschrieb, wie im südafrikanischen „real life“ der höchst unterschiedliche Stellenwert und die Ausbreitung der Probleme der HIV-Infektion in den verschiedenen Teilen der Welt offensichtlich war. Obwohl sich in den vergangenen Jahren viel getan habe − ca. 46 % der Infizierten sind auf Therapie − und HIV-Patienten in den Ländern mit guter Versorgung heute eine Lebenserwartung haben, die sich von der Allgemeinbevölkerung kaum noch unterscheidet, sei das Glas andererseits eben immer noch halbleer: Weltweit erhalten 20 Millionen HIV-positive Menschen keine medizinische Behandlung. 1,1 Millionen Menschen sterben jährlich an den Folgen der Krankheit, und jedes Jahr infizieren sich zwei Millionen Menschen neu mit dem Virus. In Durban „kam man mit den Problemen in unmittelbaren Kontakt, wo sie wirklich existieren, in sehr lebendigen Bildern und mit der Stimme Afrikas, die dort sehr laut erhoben wurde“, berichtete Rockstroh. Deshalb dürfe die Weltgemeinschaft trotz aller Erfolge nicht nachlassen in Gebieten mit hoher Prävalenz zu investieren, Therapie zur Verfügung zu stellen, um damit Effekte auf die Neuinfektionen und letztendlich auf die Verbesserung des Überlebens zu erzielen. Neue Studienergebnisse Im Fokus des wissenschaftlichen Programms standen in diesem Jahr die Themen Präexpositionsprophylaxe (PrEP), die Behandlung von Hepatitis-Koinfektionen, aber auch wieder Ansätze zur Heilung und nach wie vor die Forschung zur Entwicklung eines Impfstoffs sowie aktualisierte Therapie-Leitlinien. Darin zeichne sich eine Priorisierung des Substanzeinsatzes ab, erläuterte Rockstroh. So gibt es bereits Länder, die Tenofoviralafenamid (TAF)- gegenüber Tenofovirdisoproxilfumarat (TDF)-Kombinationen eindeutig den Vorzug geben. Rilpivirin taucht nicht mehr als Erstlinienmedikament auf, und während PI-Regime immer weniger eingesetzt werden, gehe der Trend stark hin zu integraseinhibitorbasierten Regimen. INIs, wie ISENTRESS® (Raltegravir), gelten neben NNRTIs als eine gute Option zur Kombination. Vor diesem Hintergrund wurden in Durban auch die lang erwarteten neuen Daten zu Raltegravir präsentiert. Höherer Komfort und bessere Compliance durch einmal tägliche Einnahme Eine Analyse der noch laufenden Phase-III-Studie ONCEMRK [1] zur Wirksamkeit und Verträglichkeit der einmal täglichen Gabe von Raltegravir hat gezeigt, dass die einmal tägliche Applikation (1.200 mg, zwei Tabletten à 600 mg) der zweimal täglichen Gabe von 400 mg Raltegravir bei der Behandlung von therapienaiven erwachsenen HIV-Patienten statistisch nicht unterlegen war, demonstrierte Rockstroh. Der primäre Endpunkt der auf Nichtunterlegenheit ausgerichteten Studie wurde erreicht. Kombiniert wurde Raltegravir jeweils mit der Fixkombination Tenofovirdisoproxil 245 mg/Emtricitabin 200 mg. Der primäre Endpunkt der Studie war Education 45

connexi Jahrgänge

connexi Themen