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CONNEXI 10-2016 Aids Hepatitis

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Updates

Updates 2016 Abbildung 1: Bereits zum zweiten Mal fand die größte wissenschaftliche Fachkonferenz zu HIV und AIDS im südafrikanischen Durban statt. Sie stand ganz im Zeichen des Ziels Aids bis 2030 zu beenden. Education definiert als der Anteil der Patienten, die nach 48 Wochen eine Viruslast von 100.000 HIV-RNA-Kopien/ml zu Studienbeginn gezeigt. Bei ihnen lag der Anteil, der nach 48 Wochen 100.000 Kopien/ml. Alle Patienten waren nach drei Wochen < 400 Kopien/ ml, 90 % hatten eine vollständig supprimierte VL zu Woche 48. Es kam zu einem virologischen Versagen zwischen Woche 24 und 48 ohne RT-Mutationen mit Re-Suppression nach Fortsetzung. Rockstroh sprach von einer „schönen proof of concept-Studie“, die Hinweise gibt, dass man zumindest moderat virämischen Patienten eine vereinfachte Therapie anbieten könnte. Größere Datenanalysen werden 2017 erwartet. Therapiewechsel Erfahrungen aus der klinischen Praxis zeigen, dass es viele Gründe gibt, eine laufende Therapie 46

Updates 2016 umzustellen. Häufig wird eine Vereinfachung des Einnahmeschemas gewünscht, oder es geht um die Reduktion der Tablettenanzahl bzw. des Interaktionspotenzials. In der STRIVING-Studie [3] wurde untersucht, welche Effekte der Switch von einer gegenwärtigen Therapie zu DTG/ABC/3TC bei virologisch supprimierten Patienten hat. Zu Woche 24 zeigten die Patienten, die gewechselt hatten, ein sehr gutes virologisches Ansprechen, d. h. die Nichtunterlegenheit des neuen Regimes gegenüber der bisherigen Therapie unter Non-NRTI-, INI- und geboosteten PI-Regimen. Andererseits wurden in der Gruppe, die umgestellt hatte, mehr Therapieabbrüche aufgrund von milden und moderaten Nebenwirkungen beobachtet, und zwar häufiger bei den Patienten, die früher gewechselt hatten. Allerdings war die Inzidenz schwerwiegender Nebenwirkungen mit ca. 2 % in beiden Gruppen vergleichbar. Fazit Generell, so fasste Rockstroh zusammen, habe sich gezeigt, dass es kein Regime gibt, das bei allen Patienten gleichermaßen gut funktioniert. Verträglichkeit im Langzeitsetting sei ein entscheidender Faktor, aber wenn ein Präparat von vielen gut vertragen wird, heiße das trotzdem noch nicht, dass es von allen gut vertragen wird. Virushepatitis Ein Blick auf die Todesursachenstatistik im Verlauf der letzten 20 Jahre verdeutlicht den aktuellen klinischen Stellenwert der Virushepatitis: Bei insgesamt 21 erfassten Erkrankungen stehen Herz- Kreislauferkrankungen nach wie vor auf Position eins der Todesursachen, die Virushepatitis ist inzwischen von Platz zehn auf sieben vorgerückt. Angesichts der guten Behandlungsmöglichkeiten, die heute insbesondere bei Hepatitis C zur Verfügung stehen, wies Rockstroh darauf hin, dass es jetzt darauf ankomme, sich für die Verbreitung des Einsatzes entsprechender HCV-Therapien einzusetzen und dass mehr Pa tienten Zugang zu diesen Medikamenten haben. Die globale WHO-Kampagne „NOhep… für eine Welt ohne Hepatitis“ mit diversen Maßnahmen zur Eliminierung der Hepatitis B und C bis 2030 soll dazu einen Beitrag leisten. Aus den in Durban vorgestellten Daten präsentierte Rockstroh Ergebnisse der TURQUOISE-I Part 2-Studie [4], in der rund 200 HCV/HIV-koinfizierte Pa tienten mit z. T. kompliziertem Baselineprofil (GT 1, GT 4 mit und ohne Zirrhose) untersucht wurden, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir + Dasabuvir (OBV/PTV/r + DSV) mit oder ohne Ribavirin (RBV) erhielten. Es zeigten sich bei diesen Patienten hohe Heilungsraten, unabhängig von NS5A-RAVs. Mindestens 90 % der HCV-Patienten sprechen auf eine direkte antivirale Therapie mit DAAs virologisch anhaltend − zwölf Wochen nach Ende der Therapie (sustained virologic response, SVR12) − im Sinne einer Heilung an. Die Verträglichkeit war sehr gut. Unter Berücksichtigung der bereits applizierten HCV-Medikamente sei es jedoch wichtig, bei der Wahl der HIV-Substanzen auf das mögliche Interaktionspotenzial zu achten. So könne es z. B. bei Einsatz eines geboosteten PI erforderlich sein Dosisanpassungen vorzunehmen. Mit einem Integrasehemmer gebe es diesbezüglich offensichtliche keine Probleme, berichtete Rockstroh. Zuletzt präsentierte der Referent eine Subanalyse der START-Studie [5], die sich damit beschäftigte, ob und wie eine frühe ART möglicherweise auch eine Fibroseentstehung bei unbehandelten Patienten beeinflussen kann. Es zeigte sich, dass die Patienten, die initial keine Leberveränderungen hatten, über die Zeit weniger Fibrose entwickelten, wenn sie früh mit der Therapie begonnen hatten. Besonders bei jüngeren, therapienaiven Patienten ohne weitere Komedikationen sei es heute sicher Education 47

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