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CONNEXI 10-2016 Aids Hepatitis

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Updates

Updates 2016 von Vorteil, mit einfachen Once daily-Regimen, die gut wirksam sind und deren Langzeitsicherheit gewährleistet ist, beginnen zu können. Damit seien diese Patienten leichter zu einem Therapiebeginn zu bewegen. Circa 8 % der Teilnehmer hatten in dieser Subanalyse einen Anstieg der nonreversiblen Marker im Sinne einer weiteren Fibrose entstehung, wenn sie nicht mit einer Therapie begonnen hatten. Das bestätigt uns, dass die replizierende HIV-Infektion wahrscheinlich schon ein Reiz für die Fibroseenstehung ist. Und außerdem, dass eine frühe HIV-Therapie durch das Abschalten der Replikation und des damit induzierten Entzündungsvorgangs die Organe vor Schädigungen schützt, kommentierte Rockstroh. auch Präventionsaspekte berücksichtigt. Neu hinzugekommen sind die Kapitel Leber und Depression, PrEP und Impfungen sowie Frauen. Mit den neuen TAF-basierten Therapieregimen war eine Überarbeitung des Nierenkapitels erforderlich geworden, außerdem wurden die Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung von Diabetes angepasst. Die aktuellen Leitlinien werden mit dem Praxisleitfaden nicht ersetzt, und er soll keine Einschränkung der individuellen diagnostischen und medizinischen Entscheidungen darstellen, ebensowenig, wie er einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe, betonte Schewe. Er soll als Instrument und Wegweiser lediglich die Arbeit der HIV-Schwerpunkttherapeuten etwas erleichtern. Education Praxisleitfaden* aktualisiert: Praktikable und übersichtliche Empfehlungen Zur Unterstützung des HIV-Schwerpunkttherapeuten bei der Bewältigung der Anforderungen mit zunehmend älter werdenden Patienten und speziellen Patientengruppen wie Frauen wurde von der dagnä vor zwei Jahren ein Praxisleitfaden erarbeitet. Dieser entstand in Zusammenarbeit von klinisch tätigen HIV-Schwerpunktärzten und fachärztlichen Kollegen aus den Bereichen der Kardiologie, Gynäkologie, Nephrologie, Onkologie und der Osteologie. Die Empfehlungen stützen sich, abgestimmt auf die deutsche Versorgungsrealität, auf diverse Leitlinien und bündeln wertvolles Erfahrungswissen. Der Leitfaden greift häufige Erkrankungsbilder und betroffene Organsysteme heraus, geht detailliert auf Screening und Diagnostik ein und gibt Empfehlungen zum therapeutischen Umgang. Im Rahmen des 26. dagnä-Workshops stellte Dr. Knud Schewe, Hamburg, eine aktualisierte Version vor. Sie ist umfangreicher, und es werden nicht nur (Begleit-) Erkrankungen, sondern Elke Klug, Redaktion Literatur: 1. Cahn P et al. Raltegravir (RAL) 1200 mg Once Daily (QD) is Non-Inferior to RAL 400 mg Twice Daily (BID), in Combination with Tenofovir/Emtricitabine, in Treatment-Naïve HIV-1 Infected Subjects: Week 48 Results. 21st International AIDS Conference, 18.-22. Juli 2016 in Durban. Abstract FRAB0103LB. 2. Cahn P et al. Dolutegravir-lamivudine as initial therapy in HIV-infected, ARV naive patients: 48 week results of the PADDLE trial. 21st International AIDS Conference, 18.-22. Juli 2016 in Durban. Abstract FRAB0104LB. 3. Lake J et al. STRIIVING: Switching to dolutegravir/abacavir/lamivudine fixed dose combination (DTG/ABC/3TC FDC) from a PI, INI or NNRTI based regimen maintains HIV suppression at 48 weeks. 21st International AIDS Conference 2016, Durban, South Africa, Abstract THAB0203. 4. Rockstroh JK et al. TURQUOISE-I Part 2: safety and efficacy of ombitasvir+paritaprevir/r±dasabuvir with or without RBV in patients with HIV-1 and HCV GT1 or GT4 co-infection. 21st International AIDS Conference, 18.-22. Juli 2016 in Durban. Abstract WEAB0304LB. 5. Matthews G et al. on behalf of the INSIGHT/START Study Group. Non-invasive serum markers suggest benefit for early ART initiation on liver fibrosis progression within the START study. 21st International AIDS Conference, 18.-22. Juli 2016 in Durban. Poster WEPEB097. * Gedruckte Exemplare können in der Geschäftsstelle bestellt werden. Senden Sie dafür eine Nachricht an verein@dagnae.de. 48

Diabetes und HIV Individuell therapieren, Hypoglykämien vermeiden Symposiumsbericht HIV-Schwerpunktärzte sehen sich zunehmend mit Begleiterkrankungen konfrontiert, die in ihrer Praxis sonst nicht zur Routine gehören. Dazu gehört z. B. Diabetes mellitus. Da bei der Therapie der HIV-Patienten die gleichzeitige ART berücksichtigt werden muss, sei die enge Kooperation von Hausärzten, diabetologisch tätigen Fachärzten und Infektiologen erforderlich, unterstrich Dr. C. Knud Schewe, Hamburg, zu Beginn des von Hexal unterstützten Eröffnungssymposiums des 26. dagnä-Workshops. Anhand von Kasuistiken von HIV-Patienten mit Typ 1- oder Typ 2-Diabetes beantwortete Dr. Wolfgang Kohn, Internist und Diabetologe der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Berlin, im Dialog mit Dr. Tim Kümmerle, Allgemeinarzt und Infektiologe in Köln, häufig in der Praxis auftretende Fragen. Es wurden Therapieziele, Risiken, Behandlungsoptionen, mögliche Interaktionen mit der antiretroviralen Therapie und was es dabei zu beachten gilt, besprochen. Besonderheiten bei Medikation und Lebensstil Der Umgang mit HIV-Patienten, die zusätzlich unter einer Stoffwechselerkrankung wie Diabetes mellitus leiden, ist für den Infektiologen eine besondere Herausforderung. Es handelt sich um jeweils chronische Erkrankungen mit entsprechender Dauermedikation. Antidiabetika können einerseits die Wirkung der ART beeinflussen. Andererseits haben sowohl die HIV-Infektion selbst als auch die antiretrovirale Therapie Einfluss auf den Stoffwechsel. Die Inflammation durch die HIV-Infektion führt getriggert durch TNF alpha und IL-1 zu einer Steigerung der Insulinresistenz. Die antiretrovirale Therapie, v. a. die Proteaseinhibitoren verschlechtern die Insulinresistenz und reduzieren die Betazell-Sekretion durch eine Störung der Glucosetransporter Typ 4 (GLUT-4) zusätzlich. Die Folgen der Insulinresistenz im Rahmen des Metabolischen Syndroms können zu Erkrankungen, wie Typ 2 Diabetes (T2D) durch Versagen der Betazellen, Atherosklerose durch Inflammation, arterielle Hypertension durch Steigerung des Angiotensin 2, Hyperlipidämie durch Lipolyse und Adipositas führen. Es wird empfohlen, ART-Medikamente einzusetzen, die der Insulinresistenz entgegenwirken. Insgesamt gibt es, insbesondere hinsichtlich der neueren antidiabetischen Medikamente, wenige Daten zu potenziellen Interaktionen mit der ART. Ein Blick auf die Internetseite drug interactions. org lohnt sich. Dort findet man entsprechende Hinweise auf günstige Kombinationen, mögliche Spiegelveränderungen, notwendige Dosisanpassungen etc. bei gleichzeitiger Applikation von Antidiabetika und verschiedenen ART-Substanzen. Außerdem sollte bei den Patienten regelmäßig Kreatinin (GFR) kontrolliert werden, mit besonderer Aufmerksamkeit beim Einsatz renal eliminierter ART. Die antidiabetische Therapie orientiert sich grundsätzlich an den Leitlinien der DDG. Alkoholexzesse, Partydrogen etc. ... Besondere Lebensstile und der Umgang mit dem Diabetes z. B. bei Partybesuchen muss man erfragen und mit dem Patienten besprechen, rät Dr. Kohn. Es gibt z. B. für Alkohol eine Regel: zwei Gläser Alkohol zum Essen. Wenn man weitertrinkt, sollte man immer wieder auch essen, damit die Absenkung des Blutzuckers durch den Alkohol aufgefangen wird. Also BEs zu sich nehmen ohne sie zu berechnen. Zielwertbestimmung Der HbA1c ist ein sehr wichtiger Wert sowohl bei der Diagnostik wie auch für das Therapiemonitoring Education 49

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