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CONNEXI 10-2016 Aids Hepatitis

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Diabetes und HIV

Diabetes und HIV shutterstock: 383390005 Education beim Diabetes. Gemeinsam mit dem Patienten wird je nach Diabetestyp und unter Berücksichtigung individueller Bedürfnisse, Lebensstil, Therapieform und möglicher Begleit- oder Folgeerkrankungen des Diabetes ein individueller HbA1c-Wert angestrebt. So stellt sich zuerst die Frage nach dem HbA1c- Zielbereich bei einem jungen Patienten mit einer HIV-Infektion und Diabetes Typ 1 mit intensivierter Insulintherapie (ICT). Er kommt mit der Insulintherapie gut zurecht, ist sehr diszipliniert, und sein HbA1c liegt eher zu niedrig als zu hoch, zwischen 5,5 und 7,2. Möglicherweise „überschläft“ er hin und wieder eine Hypoglykämie. Für das Therapieziel eines Patienten gibt es keinen festgelegten Wert, der für alle Patienten gleichermaßen anzusteuern sei, vielmehr hänge der Zielwert von mehreren individuellen Faktoren ab, erläuterte Kohn. Grundsätzlich gilt es immer abzuwägen, wie mit der antidiabetischen Therapie Folgekomplikationen bei gleichzeitiger Vermeidung von Hypoglykämien verhindert werden können. Denn die Unterzuckerung sei eine Gefahr, wenn man den Zielwert zu ehrgeizig festlegt. Deshalb gibt es ein therapeutisches Fenster, das bei Diabetes Typ 1 zwischen 7,0 und 7,5 liegt. Zur Risikoreduktion von Folgeerkrankungen und Mortalität spielen neben dem Diabetes viele andere Faktoren eine Rolle: die genetische Disposition, Rauchen, hoher Blutdruck u.s.w. Es gilt aber immer, je normnäher unter Vermeidung der Unterzuckerung die Einstellung ist, desto besser. Therapieziel bei Typ 1 ist eine weitgehende Normalisierung des Blutzuckers (i. d. R. HbA1c < 7,5 %) unter Vermeidung akuter Komplikationen (v. a. Hypoglykämien). 50

Diabetes und HIV Hypoglykämie − kein „leichter Betriebsunfall“ Unterzuckerung und Übergewicht sind zwei wichtige Parameter, die in der Diabetologie zuletzt immer mehr in den Fokus gerückt sind. In Diabetes- Schwerpunktzentren gibt es dazu entsprechende Schulungsangebote, in denen Unterzuckerungszeichen, relevante Risikofaktoren, Therapieanpassung bei Bewegung und Empfehlungen besprochen werden, um das Hypoglykämierisiko zu reduzieren Es gibt mehrere Gründe, warum mit den Zielen inzwischen vorsichtiger umgegangen wird und warum es jetzt ein neues Leitbild gibt, dass Unterzuckerungen unbedingt zu vermeiden sind, erklärte Kohn. Eine Hypoglykämie sei ein lebensbedrohliches Ereignis. Es gab Studien, in denen man versucht hat, Diabetes-Patienten sehr gut (sehr tief) einzustellen, und es hat sich gezeigt, dass sie alle häufiger Unterzuckerungen hatten und die Todesrate höher war. So kann es z. B. zum sog. sudden dead syndrom kommen. Die Leute wachen morgens einfach nicht mehr auf. Die Unterzuckerung führt in der Nacht zu einer Gegenregulation durch Adrenalin- und Stresshormonausschüttung, und wenn jemand kardiovaskulär vorgeschädigt ist, wie viele T2-Diabetiker es sind, dann kann es zu Rhythmusstörungen kommen, und die Patienten können dann auch an einer Unterzuckerung versterben. Eine Hypoglykämie ist also nicht nur ein kurzer Betriebsunfall in der Diabetologie, sondern man kann mehrere Tage danach nachweisen, dass Stufe 1 Diagnose Typ 2 Diabetes Evidenzbasierte Leitlinie der DDG Update vom Oktober 2008 Schulung, Ernährungstherapie, Bewegungstherapie, Metformin Bei KI / UV für Metformin und HbA 1c > 6,5 %* nach 3–6 Monaten unter nicht pharmakologischer Therapie: α-Glucosidase-Inhibitoren, Glitazone, Repaglinid, SH (alphabetische Listung) HbA 1c < 7,5 % HbA 1c ≥ 6,5 %* (n. 3–6 Mon) HbA 1c ≥ 7,5 % OAD-Kombinationstherapie • Met/Acarbose • Met/DPP-IV-Inhibitor • Met/GLP1-Rezeptoragonist • Met/Glitazone • Met/SH • Met/Glinide Stufe 2 HbA 1c ≥ 6,5 %* (n. 3–6 Mon) HbA 1c ≥ 6,5 %* (n. 3–6 Mon) OAD/Insulin Kombinationstherapie • OAD (insbes. Metformin) + Basalinsulin • andere Option: • OAD (insbes. Metformin) + prandiale Insulintherapie Intensivierung der Insulintherapie Stufe 4 • ICT • CT, falls ICT nicht möglich/nicht indiziert • Jeweils Kombination mit Metformin, falls keine KI/UV • Weitere Option: Kombination mit Pioglitazon, falls keine KI/UV • Weitere Option: CSII, falls Therapieziel mit ICT nicht erreicht wird Stufe 3 Abbildung 1: Leitlinie zur Therapie des Typ 2 Diabetes [Matthaei S et al. Behandlung des Diabetes mellitus Typ2. Diabetologie 2010; 5 (Suppl 2): 127-132] Education 51

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