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CONNEXI 10-2016 Aids Hepatitis

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Diabetes und HIV

Diabetes und HIV Gerinnungsfaktoren aktiviert sind, die Gefäßwände starr sind, das Gehirn Schaden nimmt und die Demenzrate höher ist, wenn regelmäßig heftige Unterzuckerungen auftreten. Ein zweiter Fall betraf einen 63-jährigen HIV- Patienten mit zusätzlichen Begleiterkrankungen, wie Hypertonie und Adipositas, bei dem in der Folge ein Typ 2 Diabetes (T2D) diagnostiziert wurde. Sein aktueller HbA1c liegt zwischen 7,5 und 9 % unter oraler Kombinationstherapie, die Verträglichkeit von Metformin ist mäßig, die Compliance bzgl. Antidiabetika und Lebensstil ist insgesamt eher schlecht. Beim T2D gelte es, den HbA1c-Zielwert in Abhängigkeit von Diabetesdauer, Alter, Komorbidität(en) bzw. bereits vorhandenen kardiovaskulären oder nephrologischen Sekundärschäden und anderen Risikofaktoren zu bestimmen, erläuterte Kohn. Dieser liege zwischen 6,6 und 7,5 %, bei Jüngeren eher niedriger, bei Älteren können höhere Werte toleriert werden. Generell sollte der HbA1c so niedrig wie möglich unter Vermeidung von Gewichtszunahme und Hypoglykämien liegen. Aufgrund guter Wirksamkeit und unkomplizierter Einnahme sollten orale Antidiabetika auch bei HIV-Patienten bevorzugt werden. Entsprechend der aktuellen Nationalen Versorgungs-Leitlinie zur Behandlung des T2D ist Metformin Mittel der 1. Wahl, insbesondere bei der Insulinresistenz. Es ist gewichtsneutral und führt nicht zu Hypoglykämien. Bei auftretenden Nebenwirkungen sollte eine Dosisreduktion erfolgen und Kontraindikationen sind zu beachten. Dazu gehören Nierenversagen, GFR

Diabetes und HIV Die Insulinpumpe ist ein nützliches Tool, weil man „an vielen Schrauben drehen“ kann – temporäre Basalraten nach Bedarf ausgleichen, den Bolus variieren u.s.w. Aber, die Pumpe ist nicht die Krone der Diabetes-Therapie. Indikation und Kontraindikationen sind zu beachten. Komorbiditäten Sehr hilfreich, insbesondere bei T2D, sind die Diabetes-Desease Management Programme (DMP). Sie strukturieren die Behandlung sehr gut, um z. B. auch regelmäßige Voruntersuchungen zu diabetischen Spätfolgen wie Retinopathie, Neuropathie und Nephropathie zu gewährleisten: einmal im Jahr die Konsultation beim Augenarzt; einmal im Jahr die Füße anschauen; einmal im Jahr, wenn alles unauffällig ist, Mikroalbuminurie und bei jedem Quartalsbesuch HbA1c, Blutzucker, Größe, Gewicht und Blutdruck messen. Das sind die Standarduntersuchungen, es sei denn, es ergeben sich andere Dinge, weil der Patient Beschwerden hat. Dann sollte interdisziplinär mit dem Ophthalmologen oder bei diabetischer Nephropathie in Abstimmung mit dem Nephrologen behandelt werden. Prognose Bei der Abschätzung der Prognose dürfe man den Diabetes nicht isoliert betrachten, sagte Kohn. Wir müssen die Familienanamnese sehen, den Blutzucker optimal einstellen und internistische Komorbiditäten, wie Hypertonie, Adipositas und Hypercholesterinämie bedenken und behandeln. Bei Typ 1 gibt es zur Lebenszeitverkürzung wenige Daten, aber gut eingestellt dürfte die Lebenserwartung aufgrund der Diabetes-Erkrankung nicht eingeschränkt sein. Beim Diabetes Typ 2 sieht das etwas anders aus. Folgeerkrankungen gänzlich zu verhindern sei sicher nicht möglich. Ansporn sollte aber sein, auch außerhalb der Glukozentrik von hohen Werten herunterzukommen auf die individuell angepassten Zielwerte. Eine generelle Primärprophylaxe bzgl. der Folgeerkrankungen ist nicht sinnvoll, weder mit Statin noch mit ASS. Beim T2D ist die Lebenszeit deutlich reduziert, wenn der Patient schlecht eingestellt ist und die Komorbiditäten wie Blutdruck, Cholesterin etc. nicht adäquat behandelt sind. Ernährung Laut Deutscher Diabetes Gesellschaft gibt es für Diabetespatienten keine anderen Ernährungs- Empfehlungen als für die Allgemeinbevölkerung. Wichtig ist, wie sich die Ernährung zusammensetzt (Kohlenhydrate, Eiweiß, Fett) und was sind es für Kohlenhydrate, schnell oder langsam wirksame − also Sprite, Gummibärchen, Zuckerwatte sind nicht günstig, weil sie eine extreme Zuckerspitze auslösen, die man mit dem herkömmlichen Insulin nicht abfangen kann. Auch beim T2D haben sich die Diätvorschriften völlig liberalisiert. Die Ernährung vonT2- Diabetikern unterscheidet sich nicht mehr von der der Allgemeinbevölkerung: Vielfältig, fett- und zuckerarm. Diabetiker- bzw. Diätlebensmittel sind obsolet. Es gibt für Menschen mit Diabetes mellitus keine speziellen Ernährungs- oder Diätempfehlungen. Aber der Patient muss wissen, was gut ist und was nicht. Elke Klug, Redaktion Quelle: Symposium „Diabetes und HIV - was ist möglich?“ im Rahmen des 26. dagnä-Workshops 2016 am 09.09.2016 in Köln. Mit freundlicher Unterstützung von HIV Hexal Education 53

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