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CONNEXI 2014-02 Kardiologie

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Retrospektive der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie 2014

Deutsches

Deutsches Mitralklappen-Register Minimal-invasives MitraClip® —Verfahren nützt Patienten unabhängig vom Herzrhythmus Alexander Jabs, Mainz Das MitraClip®-Verfahren hat sich seit einigen Jahren als eine kathetergestützte Methode zur Behandlung der symptomatischen hochgradigen Mitralklappen-Insuffizienz etabliert [1]. Gegenstand der aktuellen Untersuchung war der mögliche Einfluss von Vorhofflimmern versus Sinusrhythmus (abhängig von der Herzfrequenz) auf Sicherheit und Wirksamkeit des MitraClip® Verfahrens. Durch auflegen, fangen und schließen eines oder mehrerer MitraClips® wird kathetergestützt minimal-invasiv eine Verbindung von anteriorem und posteriorem Mitralsegel hergestellt; dies bewirkt gleichzeitig eine Raffung des Mitralrings [2]. Von weltweit mehr als 13.000 mit MitraClip® behandelten Patienten wurden bislang über 800 an 21 deutschen Zentren in das Deutsche Mitralklappenregister (Transcatheter Mitral Valve Interventions (TRAMI)-Register) [3]) eingeschlossen. Damit stellt TRAMI derzeit die weltweit größte Real-World-Kohorte von Patienten dar, die mit dem MitraClip®-Verfahren behandelt wurden. Patientencharakteristika Dr. med. Alexander Jabs alexander.jabs@uni-medizin-mainz.de Conferences Vorhofflimmern (VHF) im Aufnahme-EKG hatten 47,9 % der Patienten, die zwischen Januar 2009 und Juli 2013 in das TRAMI-Register aufgenommen wurden. Diese wurden mit Patienten im Sinusrhythmus verglichen, von denen 26,2 % eine Herzfrequenz >70/Minute (SR70+) und 25,8 % eine Herzfrequenz ≤70/Minute aufwiesen. Eine schwere Herzinsuffizienz (NYHA Klasse ≥III) bestand vor der Behandlung bei 88,5 (VHF), 87,1 (SR70+) bzw. 83,4 % (SR70-) der Patienten. Der Anteil funktioneller Mitralinsuffizienzen lag bei 62,2 (VHF), 68,9 (SR70+) bzw. 68,0 % (SR70-) und unterschied sich nicht signifikant zwischen den Gruppen. Jedoch hatten in der VHF-Gruppe 22,4 % eine LVEF ≤30 % im Gegensatz zu 38,1 % in der SR70+ Gruppe und 32,1 % in der SR70- Gruppe (p

Minimal-invasives MitraClip®-Verfahren nützt Patienten unabhängig vom Herzrhythmus Follow-up Untersuchungen 38 bis 181 Tage nach dem Eingriff wurden bei 223 (45,1 %) der VHF- Patienten bzw. 137 (27,7 %) und 135 (27,3 %) der SR-Patienten durchgeführt. Die hier erfassten schwerwiegenden Ereignisse (Tod, Myokardinfarkt, Apoplexie) waren nicht signifikant unterschiedlich (VHF 14,3 %; SR70+ 8,0 %; SR70- 10,4 %; p=0,17). Ebenso fand sich kein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Re-Hospitalisierungshäufigkeit. Die Häufigkeit einer NYHA III/IV Herzinsuffizienz-Symptomatik im Vergleich zur Situation vor MitraClip® war deutlich rückläufig. Entsprechend schätzten 64,7 (VHF), 58,3 (SR70+) und 65,7 % (SR70-) der Patienten ihren Gesamtgesundheitszustand, verglichen mit ihrem Befinden vor 12 Monaten, als verbessert ein. Fazit Die hier vorgestellten TRAMI-Registerdaten belegen — trotz Register-abhängiger Limitationen (retrospektiver und prospektiver Patienteneinschluss, Follow-up Zeitpunkt und -Häufigkeit, unterschiedliche Patientenanzahl je Zentrum) — , dass das MitraClip®-Verfahren als eine kathetergestützte Methode zur Behandlung der symptomatischen hochgradigen Mitralklappeninsuffizienz in dem untersuchten Patientenkollektiv unabhängig vom Herzrhythmus im Aufnahme-EKG sicher und effektiv durchgeführt werden kann, die Mitralklappeninsuffizienz bei der großen Mehrheit (>94 %) der Patienten reduziert wird, und die Patienten auch längerfristig klinisch hiervon profitieren. * Abbildung 1: Post-Mitraclip Referenzen 1. Boekstegers P, Hausleiter J, Baldus S, von Bardeleben RS, Beucher H, Butter C, Franzen O, Hoffmann R, Ince H, Kuck KH, Rudolph V, Schäfer U, Schillinger W, Wunderlich N. Interventionelle Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz mit dem MitraClip®-Verfahren. Kardiologe 2013;7:91-104. 2. Schmidt FP, von Bardeleben RS, Nikolai P, Jabs A, Wunderlich N, Münzel T, Hink U, Warnholtz A. Immediate effect of the MitraClip® procedure on mitral ring geometry in primary and secondary mitral regurgitation. Eur Heart J Cardiovasc Img 2013;14:851-857. 3. Schillinger W, Senges J. TRAMI (Transcatheter Mitral Valve Interventions)-Register. Herz 2013;38:453-459. *Basierend auf DGK-Pressemtitteilung 4/2014 Conferences 41

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