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CONNEXI 2015-01 Schmerz und Palliativmedizin

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Retrospektive vom Deutschen Schmerzkongress 2014

News Professor Schäfer

News Professor Schäfer ist neuer Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft Seit Jahresbeginn 2015 ist Prof. Dr. med. Michael Schäfer neuer Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. Der 54-jährige Anästhesist, leitende Oberarzt und Schmerzforscher der Berliner Charité folgt in diesem Amt für die nächsten zwei Jahre seinem Vorgänger Prof. Dr. Dr. Thomas R. Tölle, dessen Wahlperiode zum Jahreswechsel endete. (Karl-Feuerstein-Stiftungsprofessur für Schmerzforschung, Universität Mannheim/Heidelberg). Professor Schmelz ist zudem der gewählte designierte Präsident für den in zwei Jahren startenden Präsidiumsturnus 2017/18. Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft bleibt Thomas Isenberg, der dieses Amt bereits vor zweieinhalb Jahren angetreten und die Neuausrichtung der Gesellschaft in Berlin erfolgreich verankert hat. Die Versorgung von Schmerzpatienten muss besser werden Conferences 26 Vizepräsidentin der Gesellschaft bleibt die Diplom- Psychologin Frau Priv.-Doz. Dr. phil. habil. Regine Klinger, Leiterin der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz Verhaltenstherapie an der Universität Hamburg und amtierende Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für psychologische Schmerztherapie und -forschung e. V. (DGPSF). Weiterhin im Präsidium der Wahlperiode 2015/16 wirken mit: Prof. Dr. med. Hans-Raimund Casser (Ärztlicher Direktor des DRK Schmerz-Zentrum Mainz), Prof. Dr. med. Winfried Meißner (Leiter Fachbereich Schmerztherapie, Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie und Chefarzt der Abteilung Palliativmedizin am Universitätsklinikum Jena) sowie Prof. Dr. med. Martin Schmelz „Als Präsident Europas größter wissenschaftlichmedizinischer Schmerzfachgesellschaft ist es mein Ziel, dass in Deutschland die millionenfache Fehl- und Unterversorgung von Schmerzpatienten abgebaut wird“, so Prof. Dr. Michael Schäfer. „Mit dem multiprofessionellen Know-how der Deutschen Schmerzgesellschaft werden wir den Akteuren in Forschung und Wissenschaft, aber auch den gesundheits- und wissenschaftspolitischen Zielgruppen als fachlich versierter Gesprächspartner helfen, die Versorgung zu verbessen“, so der „Schmerz-Präsident“ weiter. Quelle: Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. Deutscher Schmerzkongress 2015 „SCHMERZ IM LEBEN – SCHMERZ (ER)LEBEN“ 14. bis 17. Oktober 2015 in Mannheim Kongresspräsidenten: Prof. Dr. med. Hans-Georg Schaible Prof. Dr. med. Martin Marziniak Tagungsort: Congress Center Rosengarten Mannheim http://schmerzkongress2015.de

Chronische Schmerzen und Opioidabhängigkeit Mögliche Wege aus der behandlungsbedürftigen Abhängigkeit „Schmerztherapie befreit“ lautete das Motto des letzten Deutschen Schmerzkongresses. Die Langzeitanwendung von opioidhaltigen Schmerzmitteln bei chronischen nicht tumorbedingten Schmerzen (CNTS) wird kritisch diskutiert. Neuere Daten zeigen, dass Opioide auch Schmerzpatienten abhängig machen können. Die substitutionsgestützte Behandlung, zum Beispiel mit Suboxone®, ist eine bisher selten angewandte Option, diesen Patienten zu helfen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Opioidverordnungen deutlich angestiegen. Die klinische Erfahrung zeigt, dass mittlerweile zunehmend Opioidentzüge notwendig werden. Für die sichere Langzeitanwendung von Opioiden bei chronischen nicht tumorbedingten Schmerzen ist eine differenziertere Betrachtungsweise erforderlich. Die Patientenauswahl muss sorgfältig erfolgen. Erhöhtes Risiko und Verhaltensauffälligkeiten Patienten mit depressiven Störungen bzw. einer Angst- oder Suchterkrankung in der Anamnese haben ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Abhängigkeit, weil Opioide eine sedierende bzw. euphorisierende Komponente aufweisen [1]. Einer systematischen Übersichtsarbeit zufolge liegt die Inzidenz der psychischen Opioidabhängigkeit unter einer Langzeittherapie bei Patienten mit CNTS bei circa 3,3 Prozent [2]. Die Autoren sprechen übrigens nicht von Sucht oder Abhängigkeit, sondern von aberrant drug-related behavior. Verhaltensauffälligkeiten, die auf eine psychische Opioidabhängigkeit hinweisen: •• fehlender Zusammenhang zwischen Dosiserhöhung und einer analgetischen Wirkung, •• Zunahme von Nebenwirkungen wie Dysphorie, Antriebshemmung etc., •• aggressives Einfordern stärkerer Medikation, •• Abweichen von Einnahmevorschriften, z. B. eigenständige Dosiserhöhung, •• nicht verordnete Verwendung, z. B. zur Stressminderung, Schlafinduktion etc., •• wiederholtes Verlieren von Rezepten und Rezept-Shopping. Wenn bei CNTS-Patienten eine behandlungsbedürftige Opioidabhängigkeit vorliegt, bestehen folgende Therapieoptionen: Opioidentzug: „Bei Patienten mit persistierenden starken Schmerzen und/oder Beeinträchtigungen unter langfristiger Einnahme von opioidhaltigen Analgetika kann ein Opioidentzug innerhalb eines multimodalen Therapieprogrammes als therapeutische Maßnahme erwogen werden“, lautet die Empfehlung der aktuellen S3-Leitlinie „LONTS“ [3]. Ein stationärer Entzug des Opioidschmerzmittels ist jedoch nicht für alle Patienten geeignet. Abdosierung: Eine schrittweise Reduktion der Opioiddosis über oftmals mehrere Monate kann insbesondere für multimorbide Patienten mit psychischen Komorbiditäten schwierig sein. Suchttherapie: Die substitutionsgestützte Behandlung, zum Beispiel mit Suboxone®, kann insbesondere für diejenigen Patienten eine neue Option darstellen, bei denen Entzugstherapien nicht erfolgreich waren oder nicht möglich sind. Wirkweise von Suboxone® in der Substitutionstherapie Die Fixkombination aus Buprenorphin und Naloxon ist zur Suchttherapie bei Opioidabhängigkeit zugelassen und hat sich seit Jahren in der ambulanten Substitutionstherapie bewährt [4]. Auch für die Suchtbehandlung chronischer Schmerzpatienten mit einer Opioid-Schmerzmittelabhängigkeit ist Suboxone® geeignet [5, 6]. Education 27

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