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CONNEXI 2015-01 Schmerz und Palliativmedizin

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Retrospektive vom Deutschen Schmerzkongress 2014

Palexia® retard

Palexia® retard Deutliche Schmerzlinderung bei Patienten mit starken chronischen Rückenschmerzen Daten einer prospektiven, offenen, randomisierten, kontrollierten Phase IIIb/IV-Studie zum direkten Vergleich von Palexia® retard (Tapentadol retard) mit retardiertem Oxycodon/Naloxon zeigten eine stärkere Wirksamkeit und gute gastrointestinale Verträglichkeit von Tapentadol bei der Behandlung von Patienten mit starken chronischen Rückenschmerzen mit neuropathischer Komponente. Auch Funktionsfähigkeit und Lebensqualität verbesserten sich stärker im Tapentadol-Kollektiv, und die Therapietreue war höher. Vorgestellt wurden die Studienergebnisse von Prof. Dr. Ralf Baron, Kiel, beim Deutschen Schmerzkongress 2014 in Hamburg. Anschließend wurde die Bedeutung der Studiendaten für die Praxis von Dr. Stefan Regner, Mainz, diskutiert. Education Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten chronischen Schmerzzuständen. Studien haben gezeigt, dass bis zu 85 % aller Menschen weltweit irgendwann in ihrem Leben von Rückenschmerzen betroffen sind [1]. Bei einem hohen Prozentsatz der Patienten mit starken chronischen Rückenschmerzen wird die Behandlung dadurch erschwert, dass eine neuropathische Schmerzkomponente beteiligt ist [2, 3]. In rund 80 % aller Fälle mit starken chronischen Rückenschmerzen, bei denen eine derartige neuropathische Schmerzkomponente nicht ausgeschlossen werden kann, erfordert eine adäquate Schmerzbehandlung die Berücksichtigung sowohl der nozizeptiven als auch der neuropathischen Komponenten [4]. Mit retardiertem Tapentadol, das über einen innovativen, synergistischen Wirkmechanismus verfügt, gibt es eine Behandlungsoption, die bei nozizeptiven, neuropathischen und gemischten Schmerzen wirksam ist [5–7]. Tapentadol retard zeigte eine 37 % stärkere Schmerzlinderung bei verbesserter Kontrolle neuropathischer Schmerzsymptome Eine angemessene Analgesie zu erzielen, ist bei Patienten mit starken chronischen Rückenschmerzen schwierig, zumal eine neuropathische Komponente bei einem hohen Prozentsatz der Betroffenen nicht ausgeschlossen werden kann [4]. Laut Studienautor Prof. Dr. Ralf Baron, Kiel, kann auf Basis der in Hamburg vorgestellten Studienergebnisse Tapentadol retard als eine Erstlinienoption für die Behandlung starker chronischer Rückenschmerzen mit neuropathischer Schmerzkomponente erwogen werden. Bei Wirksamkeit, Lebensqualität und der gastrointestinalen Verträglichkeit, ebenso wie bei der Reduktion von neuropathischen Symptomen waren die Ergebnisse in dem Tapentadol-Kollektiv günstiger als in dem Oxycodon/Naloxon-Kollektiv. Die Studienergebnisse demonstrierten eine stärkere analgetische Wirksamkeit von retardiertem Tapentadol gegenüber der Fixkombination Oxycodon/Naloxon retard [8]. Hinsichtlich der Veränderung der Schmerzintensität von der Baseline bis zur Abschlussuntersuchung lag die Verringerung der Schmerzintensität unter Tapentadol retard 37 % über derjenigen unter Oxycodon/Naloxon retard [8]. Außerdem konnte bei den Patienten des Tapentadol-Kollektivs auch bei den neuropathischen Schmerzsymptomen ein signifikant stärkerer Rückgang und eine Verringerung der Schmerzattacken im Behandlungsverlauf verzeichnet werden [8]. Lebensqualität und Funktionsfähigkeit wurden verbessert Eine Studie konnte aufzeigen, dass Tapentadol retard im Vergleich zu Oxycodon/Naloxon retard mit signifikanten Verbesserungen bei den 34

Deutliche Schmerzlinderung bei Patienten mit starken chronischen Rückenschmerzen Parametern für die gesundheitsbezogene Lebensqualität und die Funktionalität assoziiert war. Diese Verbesserungen wurden über ein Spektrum verschiedener validierter Kriterien beobachtet, z. B. bei den Beurteilungen der körperlichen Funktionsfähigkeit, der körperlichen Schmerzen, der Vitalität und der sozialen Funktionsfähigkeit (basierend auf dem SF-12-Fragebogen). Nach Abschluss der Behandlung mit der Studienmedikation beurteilten ungefähr 79 % der Patienten, die mit Tapentadol retard behandelt worden waren, ihren Gesamt- Gesundheitszustand als besser (basierend auf patients global impression of change, PGIC) [9]. Studienergebnisse spiegeln sich in der Praxis wider Starke chronische Rückenschmerzen treten laut Dr. Regner, in der Hausarztpraxis häufig auf. Die Versorgung von Rückenschmerzpatienten sei außerdem oft zeitintensiv und gestalte sich nicht selten langwierig und schwierig. „Es ist bekannt, dass der chronische Rückenschmerz häufig eine neuropathische Komponente aufweist. Trotzdem ist in der Praxis eine eindeutige Diagnose der Schmerzkomponenten oft nicht möglich. Denn dem Hausarzt fehlt in der Regel die Zeit für eine tiefergehende Diagnostik und zum Teil auch die Ausbildung dafür“, meinte Regner. Insbesondere bei starken chronischen Rückenschmerzen seien die Therapieoptionen oft ausgereizt und seiner Erfahrung nach werden viele Behandlungen insbesondere aufgrund von gastrointestinalen Nebenwirkungen von den Patienten abgebrochen. Durch die aktuelle Schmerzvergleichsstudie konnte nun eindrucksvoll gezeigt werden, dass Tapentadol retard eine stärkere Wirksamkeit und gute gastrointestinale Verträglichkeit gegenüber retardiertem Naloxon/Oxycodon besitzt. Damit steht dem Hausarzt eine wirksamere und nebenwirkungsärmere Medikation zur Behandlung starker chronischer Rückenschmerzen zur Verfügung. Die deutsche S3-Leitlinie „Langzeitanwendung von Opioiden bei nicht tumorbedingten Schmerzen“ (LONTS) wurde im September 2014 aktualisiert und dabei um explizite Aussagen zu Tapentadol retard erweitert. Die positiven Studiendaten vs. Oxycodon zusammen mit einer überzeugenden Argumentation gegenüber den Leitlinienautoren haben dazu geführt, dass in der aktualisierten Leitlinie auf die „günstigen Werte für Tapentadol bei Schmerzreduktion und Verträglichkeit“ explizit Bezug genommen wird [10]. Referenzen 1. The Bone & Joint Decade Department of Orthopedics: European Action Towards Better Musculoskeletal Health: A Public Health Strategy to Reduce the Burden of Musculoskeletal Conditions. [cited 2010 September 9]. Available from: http://ec.europa.eu/health/ph_projects/2000/promotion/fp_promotion_2000_frep_15_en.pdf. 2. Fishbain DA et al. Pain Med 2014; 15(1): 4–15. 3. Baron R et al. Lancet Neurol 2010; 9(8): 807–19. 4. Freynhagen R et al. Curr Med Res Opin 2006; 22(10): 1911– 20. 5. Buynak R et al. Expert Opin Pharmacother 2010; 11(11): 1787–804. 6. Afilalo M et al. Clin Drug Invest 2010; 30(8): 489–505. 7. Schwartz S et al. Curr Med Res Opin 2011; 27(1): 151–62. 8. Baron R et al. Poster presented at PAIN Week September 2014, Las Vegas, USA. 9. Schwittay A et al. Poster presented at PAIN Week September 2014, Las Vegas, USA. 10. Empfehlungen der S3 - Leitlinie „Langzeitanwendung von Opioiden bei nicht tumorbedingten Schmerzen - „LONTS“ (Stand 09/2014) http://www.awmf.org/uploads/tx_ szleitlinien/145-003l_S3_LONTS_2014-09.pdf. Quelle: Meet the Expert zum DGSS-Symposium „Aktuelle Studie belegt: Palexia® retard wirksam und verträglich“ am 23. Oktober 2014 anlässlich des Deutschen Schmerzkongresses vom 22. bis 25. Oktober 2014 in Hamburg, unterstützt durch die Grünenthal GmbH. Education 35

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