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CONNEXI 2016-04 Neurologie

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Levodopa und chronische

Levodopa und chronische Neurodegeneration Folsäure, selbstfinanziert ohne überflüssige Vitaminspiegelmessungen sinnvoll [5]. Deshalb sollten neue Levodopaformulierungen entwickelt werden, die nicht nur Levodopa möglichst gleichmäßig dem Gehirn zur Verfügung stellen, sondern auch mit den Vitaminen E, C, B 6 , B 12 und Folsäure kombiniert sind. Es sollten neue Levodopaformulierungen entwickelt werden, die dem Gehirn Levodopa und gleichzeitig Vitamin E, C, B 6 , B 12 und Folsäure zur Verfügung stellen. Conferences wird durch den Abbau des Levodopametaboliten Dopamin über die Monoaminooxidase B verstärkt. Daher wird mehr Glutathion verbraucht, da Glutathion nach Kontakt mit freien Radikalen in die Dimer-Variante GSSG und nicht in den Metaboliten Cysteinylglycin umgewandelt wird. Nach Levodopagabe wurde ein Abfall von Cysteinylglycin als Hinweis für eine durch freie Radikale ausgelöste Umwandlung von Gluthathion in GSSG gezeigt. Auch die Cysteinkonzentration verringerte sich als Folge einer kompensatorisch vermehrten Glutathionsynthese durch Levodopa induzierten oxidativen Stress [9] (Abbildung 2). In der ELLDOPA (Earlier vs. Later LD in Parkinson’s disease)-Studie, bei der Patienten nach neunmonatiger Levodopatherapie mit Patienten nach analoger Plazebo-Therapie verglichen wurden, zeigte sich zwei Wochen nach Beendigung der Behandlung eine höhere Dichte des präsynaptischen Dopamintransporters bei Patienten der Plazebogruppe [10]. Dies kann auch als mögliche Schädigung präsynaptischer dopaminerger Neurone durch vermehrten oxidativen Stress nach Levodopatherapie interpretiert werden. Deshalb ist bei chronischer Levodopatherapie die additive Gabe von freie Radikale abfangenden Vi taminen, wie z. B. Ascorbinsäure oder Tocopherol, in Kombination mit Vitamin B 12 , Vitamin B 6 und Referenzen 1. Müller T, Werne B, Fowler B, Kuhn W. Nigral endothelial dysfunction, homocysteine, and Parkinson‘s disease. Lancet 1999; 354(9173): 126−127. 2. Müller T. Role of homocysteine in the treatment of Parkinson‘s disease. Expert Review of Neurotherapeutics 2008; 8(6): 957−967. 3. Müller T, Kuhn W. Tolcapone decreases plasma levels of S-adenosyl-L-homocysteine and homocysteine in treated Parkinson‘s disease patients. Eur J Clin Pharmacol 2006; 62(6): 447−450. 4. Müller T, Muhlack S. Peripheral COMT inhibition prevents levodopa associated homocysteine increase. J Neural Transm 2009; 116(10): 1253−1256. 5. Müller T. Detoxification and antioxidative therapy for levodopa-induced neurodegeneration in Parkinson‘s disease. Expert Rev Neurother 2013; 13(6): 707−718. 6. Müller T, Renger K, Kuhn W. Levodopa-associated increase of homocysteine levels and sural axonal neurodegeneration. Arch Neurol 2004; 61(5): 657−660. 7. Müller T, van LT, Cornblath DR, Odin P, Klostermann F, Grandas FJ et al. Peripheral neuropathy in Parkinson‘s disease: levodopa exposure and implications for duodenal delivery. Parkinsonism Relat Disord 2013; 19(5): 501−507. 8. Jugel C, Ehlen F, Taskin B, Marzinzik F, Muller T, Klostermann F. Neuropathy in Parkinson‘s disease patients with intestinal levodopa infusion versus oral drugs. PLoS One 2013; 8(6):e66639. 9. Müller T, Muhlack S. Levodopa-related cysteinyl-glycine and cysteine reduction with and without catechol-Omethyltransferase inhibition in Parkinson‘s disease patients. J Neural Transm 2014; 121(6): 643−648. 10. Fahn S, Oakes D, Shoulson I, Kieburtz K, Rudolph A, Lang A et al. Levodopa and the progression of Parkinson‘s disease. N Engl J Med 2004; 351(24): 2498−2508. 34

Neurosonologie Neue Ultraschalltechnologien - Klinische Relevanz? Stephan Schreiber, Berlin Der diagnostische Ultraschall hat in der Neurologie im Laufe der letzten 20 Jahre eine enorme Entwicklung vollzogen. Beginnend von den ersten Untersuchungen intrakranieller Gefäße mit der transkraniellen Dopplersonographie (TCD) durch Aaslid et al. [1] sind Doppler- und Duplexsonographie heute etablierte und wichtige diagnostische Werkzeuge in der Hand der Neurologen. Standardfragestellungen an ein neurologisches Ultraschalllabor sind sowohl die nach dem vaskulären Befund z. B. einer Stenose oder Okklusion hirnversorgender Gefäße, nach Zeichen für eine Vaskulitis, nach einem Thoracic Outlet Syndrom, der zerebralen Vasomotorenreaktivität oder nach indirekten Zeichen für einen kardialen rechtslinks Shunt (PFO-Test). Darüber hinaus lassen sich aber auch zahlreiche strukturelle Veränderungen, z. B. eine Mittellinienverlagerung bei Ischämie oder Blutung, eine intrakranielle Blutung selbst oder die Substantia nigra und andere Hirnstrukturen bei neurodegenerativen Erkrankungen wie z. B. dem M. Parkinson beurteilen. Die Optimierung etablierter Technologien mit dem Schwerpunkt zur Gerätevereinfachung, Geräteverkleinerung und vor allem zur Verbesserung der B-Bild-Qualität führten zu einer sukzessiven Erweiterung der verfügbaren Indikationen für den diagnostischen Ultraschall in der Neurologie. Während noch vor zehn Jahren ausschließlich klassische Standgeräte verfügbar waren, hat die Miniaturisierung elektronischer Bauteile und Computer zu immer kleineren und damit auch im klinischen Alltag bettseitig einfacher einsetzbaren Geräten z. B. in Laptopgröße oder kleiner geführt. Besonders anschaulich sind diese Entwicklungen z. B. in der Nervensonographie. Das nach Kenntnis des Autors kleinste verfügbare Ultraschallgerät in diesem Bereich besteht lediglich noch aus einer Ultraschallsonde mit USB-Anschluss und einem Softwarepaket, welches prinzipiell auf einem beliebigen PC oder PC-basierten System installiert werden kann (Abbildung 1). Verbesserungen der B-Bild-Qualität klassischer Linearschallköpfe durch Verwendung höherer Schallfrequenzen von 15-18 bis zu derzeitig 22 MHz sowie der Schallkopfarchitektur und der Bildverarbeitung führten zu einer Revolutionierung der Nervensonographie, da die verbesserte räumliche Auflösung zur Erkennung einer Vielzahl struktureller Nervenveränderungen, z. B. Schwellung von Nerven oder sonographisch abgrenzbaren Nervenfaszikeln bei Trauma oder bei Neuropathien geführt hat [2]. Selbst eine Darstellung größerer Vasa nervorum wird z. B. mit dieser Technik möglich Abbildung 1: Beispiel der technischen Entwicklung zur Geräteminiaturisierung: oben: VistaTM Ultrasound-Schallsonde mit USB-Stecker (Natus neurology, Middleton, USA) unten: Ultraschallbild des Nervus medianus (rot umrandet) auf Höhe des Karpaltunnels. 88. DGN-Kongress Conferences 35

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