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CONNEXI 2016-04 Neurologie

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Emotional instabile

Emotional instabile Persönlichkeitsstörung Was hat sich in 15 Jahren stationärer Pharmakotherapie geändert? Dirk Wedekind, Kirsten Engel, Borwin Bandelow, Göttingen In Anbetracht der sich zunehmend etablierenden nationalen Versorgungsleitlinien zu verschiedenen psychiatrischen Störungsbildern sind die wissenschaftlich-evidenzbasierten Empfehlungen zur Behandlung der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung noch relativ wenig aussagekräftig. Die klinische Praxis zeigt allerdings, dass eine psychopharmakologische Behandlung bei einem Großteil der stationären Patienten verordnet wird. Auf der Basis einer strukturierten psychotherapeutischen Behandlung könnten bestimmte Substanzen bzw. Substanzgruppen auch zur Behandlung bestimmter Symptomkomplexe der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung auf einer wissenschaftlichen Grundlage angewendet werden. In den zurückliegenden Jahren konnte in unterschiedlichen offenen und kontrollierten Studien gezeigt werden, dass Kurz- und auch Langzeiteffekte auf affektive Symptome, Impulsivität und Selbstdestruktivität sowie Kognition und Wahrnehmung durch bestimmte Antidepressiva und Antipsychotika (Affekt), Antikonvulsiva und bestimmte Antidepressiva (Impulsivität und Selbstdestruktivität) sowie Antipsychotika und Patienten, die mit der Hauptdiagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung nach ICD- 10 stationär behandelt wurden, eingeschlossen. Sie wurden retrospektiv anhand der Behandlungsakten auf Behandlungsvariablen und soziodemografische Merkmale untersucht, wobei die Patientengruppe unterteilt wurde in Patienten, die im Zeitraum 1996 bis 2004 sowie im Zeitraum 2008 bis 2012 in der Behandlung waren. Für die Pharmakotherapie der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung liege n erste Therapiealgorithmen vor. DGPPN-Kongress 2015 Conferences Antikonvulsiva (Kognitions- und Wahrnehmungsstörungen) angewendet werden können. Diese führen zu einer Verbesserung von Symptomkomplexen mit mittleren bis hohen Effektstärken. Ein zunehmendes Interesse diesbezüglich besteht auch für den Opiatrezeptorantagonisten Naltrexon. Erste Behandlungsalgorhithmen für die Pharmakotherapie der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung liegen vor. Retrospektive Untersuchung an der Uni Göttingen In einer Untersuchung, die an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen durchgeführt wurde, wurden 229 Insgesamt zeigte sich, dass der überwiegende Anteil der Patienten wegen affektiver und suizidaler Symptome einschließlich selbstverletzendem Verhalten oder wegen Symptomen einer komorbiden depressiven oder Angst-Störung in Behandlung kamen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 22,7 Tage und war überraschenderweise bei Kriseninterventionen mit 24,1 Tagen im Durchschnitt länger als bei einer geplanten Psychotherapie (20,3 Tage) oder einer geplanten Suchtmittelentgiftungsbehandlung (15,6 Tage). Eine signifikante Veränderung der Liegezeit im Vergleich der beiden Zeiträume ließ sich nicht ermitteln. Insgesamt zeigte sich, dass 83 % der Patienten eine pharmakologische Behandlung während der 62

Emotional instabile Persönlichkeitsstörung stationären Behandlung erhielten. Der Anteil verordneter Antipsychotika (37,3 % auf 46,0 %) und Antidepressiva (47,0 % auf 67,8 %) ist tendenziell, aber nicht signifikant gestiegen. Der Anteil an stationär verordneten Antikonvulsiva ist von 24,6 % auf 9,2 % signifikant (p

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