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CONNEXI 2016-07 Kardiologie Herzchirurgie

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Myokardinfarkt Milde

Myokardinfarkt Milde Hypothermie im CS – die SHOCK-COOL Pilotstudie Georg Fürnau, Lübeck Ursprünglich war das Konzept einer milden therapeutischen Hypothermie (MTH) im kardiogenen Schock (CS) in der Theorie als schädlich angesehen worden. Daher wurden Patienten im CS bei den großen Studien, die nach Reanimationen die Wirkung der MTH untersuchten, ausgeschlossen [1, 2]. Auch in der zuletzt publizierten Target Temperature Trial, welche eine Temperaturkontrolle mit 33 vs. 36°C untersuchte, waren schwere CS ein Ausschlussgrund [3]. Aus diesem Grund gibt es sehr wenige Daten, die über Effekte einer Kühlung im CS berichten. Kürzlich publizierte tierexperimentelle Studien schürten die Hoffnung, dass durch die MTH positive hämodynamische Effekt erzielt werden können [4, 5]. Ziel der aktuellen Studie war es, nun erstmals in randomisierter Form die hämodynamischen Effekte einer MTH im CS am Patienten zu untersuchen. Conferences Insgesamt wurden 40 Patienten im Rahmen eines Myokardinfarktes mit CS während der akuten Koronarintervention in einem 1:1 Verhältnis zu MTH oder in die Kontrollgruppe randomisiert. Primärer Endpunkt waren hämodynamische Messungen nach 24 h, insbesondere der „cardiac power index“ (CPI) als Produkt aus Herzindex und mittlerem arteriellen Druck, sowie serielle Messungen des Serumlaktats. Es bestanden bezüglich der Basischarakteristika keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Für den primären Endpunkt (CPI nach 24 h), sowohl wenn die Bestimmung nach Thermodilution erfolgte als auch über die Ficksche Gleichung berechnet wurde, konnten keine Unterschiede zwischen den Gruppen gesehen werden. Auch die weiteren hämodynamischen Endpunkte und auch die gemischtvenöse Sättigung zeigten keine signfikanten Unterschiede zwischen MTH und Kontrolle. Ein signifikanter Unterschied ergab sich in der Dynamik des Serumlaktats, welches in der MTH-Gruppe später abfiel und nach 6, 8 und 10 Stunden auch signifikant gegenüber der Kontrollgruppe erhöht war. Bezüglich der 30-Tages-Mortalität zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass in dieser kleinen randomisierten Pilotstudie kein hämodynamischer Vorteil durch eine MTH im infarktbedingten CS gesehen werden konnte und der Verlauf des Serumlaktats eher gegen eine Kühlung in diesem Patientenkollektiv spricht. Referenzen: 1. The Hypothermia after Cardiac Arrest Study Group. (2002). The New England journal of medicine 346 (8):549- 556. doi:10.1056/NEJMoa012689 2. Bernard SA et al. (2002) The New England journal of medicine 346 (8):557-563. doi:10.1056/NEJMoa003289 3. Nielsen N et al. (2013) The New England journal of medicine 369 (23):2197-2206. doi:10.1056/NEJMoa1310519 4. Schwarzl M et al.(2012) Resuscitation 83 (12):1503-1510. doi:S0300-9572(12)00260-2 [pii];10.1016/j.resuscitation.2012.05.011 [doi] 5. Schwarzl M et al. (2011) Acta Physiol (Oxf) 203 (4):409- 418. doi:10.1111/j.1748-1716.2011.02332.x [doi] Quelle: Pressetext DGK 04/2016 Dr. med. Georg Fürnau georg.fuernau@uksh.de 38

Langzeitbetrachtung bei TAVI Hämodynamik und Öffnungsflächen drei Jahre nach TAVI Fabian Knebel, Berlin Die Hämodynamik unmittelbar nach perkutaner Aortenklappenimplantation ist mit den Ergebnissen der herzchirurgisch implantierten Prothesen vergleichbar. Allerdings besteht bei Bioprothesen grundsätzlich die Gefahr einer frühen Degeneration. Ziel dieser echokardiografischen Studie war es, den intraindividuellen Verlauf der Hämodynamik und der Öffnungsflächen drei Jahre nach TAVI zu untersuchen. Patienten und Methoden: 124 Patienten wurden prospektiv eingeschlossen. 44 (35,5 %) Patienten verstarben während des dreijährigen Follow-up. Von den eingeschlossenen Patienten konnten 37 (29,8 %) im Drei-Jahres Follow-up echokardiografisch untersucht werden (mittleres Alter 76 Jahre, mitterer EuroScore 13,0 ±10,6). Bei diesen Patienten wurden 28 CoreValve und neun Edwards Sapien-Prothesen implantiert. Zwei Patienten erhielten einen transapikalen Aortenklappenersatz. Die Patienten wiesen folgende Komorbiditäten auf: KHK 51,4 %, art. Hypertonus 91,9 %, COPD 18,9 %, Diabetes mellitus 35,1 %, pulmonale Hypertonie 43,2 %. Prof. Dr. med. Fabian Knebel fabian.knebel@charite.de Ergebnisse: Die hämodynamischen Kenndaten der untersuchten Klappenprothesen blieben über drei Jah re unverändert (mittlerer systolischer Gradient: 11,0±5,4 mmHg unmittelbar nach TAVI vs. 9,6±5,5 mmHg nach drei Jahren, p=ns, Aortenklappenöffnungsfläche: 1,8±0,47 cm 2 unmittelbar nach TAVI vs. 2,0±0,48 cm 2 nach drei Jahren, p=0,047). Entscheidend in der Beurteilung der flussabhängigen transvalvulären Druckgradienten ist das Schlagvolumen, das über den Beobachtungszeitraum stabil blieb (Schlagvolumen-Index 45,8±15,1 ml/m 2 vs. 39,7±13,6, p=ns). Interessanterweise sahen wir im Dreijahresverlauf keine Zunahme, sondern sogar eine Abnahme der Aortenklappeninsuffizienz im Vergleich zur Untersuchung unmittelbar nach TAVI (p=0,007). Die Mitralinsuffizienz nahm im Vergleich zur Ausgangssituation vor TAVI nach drei Jahren ebenfalls ab (p=0,041). Die größte Limitation der Studie ist die geringe Patientenzahl. Eine Stärke unserer Daten ist die Analyse des Schlagvolumens, da nur vor diesem Hintergrund die flussabhängigen transvalvulären Druckgradienten adäquat beurteilt werden können. Zusammenfassung und Ausblick: Die exzellenten transvalvulären Druckgradienten und Öffnungsflächen der perkutan implantierten Aortenklappen Edwards SAPIEN und Medtronic CoreValve blieben über mindestens drei Jahre stabil, ohne dass sich ein Anhalt für eine verfrühte Klappendegeneration fand. Zusätzlich kam es während des Follow-up zu keiner Zunahme der Aortenklappeninsuffizienz. Darüber hinaus war der Schweregrad einer begleitenden Mitralinsuffizienz im Vergleich zur Untersuchung vor TAVI signifikant reduziert. Quelle: Pressetext DGK 04/2016 Conferences 39

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