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CONNEXI 2016-08 Nephrologie

Virusinfektion und

Virusinfektion und Dialyse Dialyse und nephrologische Versorgung bei Ebola-Erkrankten Helmut Geiger, Frankfurt am Main Virusinfektionen sind ein Problem bei Patienten, bei denen eine akute oder chronische Nierenersatztherapie durchgeführt werden muss. Es besteht ein erhöhtes Risiko sowohl für das behandelnde Personal (Pfleger/ Ärzte) als auch für die Patienten, die in derselben Dialyseeinheit behandelt werden müssen. Wenn die Virusinfektion ein sehr hohes Infektionsrisiko hat und mit einer hohen Morbidität und Mortalität assoziiert ist, müssen entsprechende – außergewöhnliche – Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Conferences 40. Nephrologisches Seminar in Heidelberg Ein weiterer neuer und innovativer Aspekt ist die mögliche Entfernung von Viren durch einen extrakorporalen Kreislauf und damit die Reduktion der Viruslast ohne gleichzeitig das Immunsystem durch Entfernung von sich bildenden antiviralen Antikörpern zu schwächen. Infektion mit dem Ebola-Virus 1. Wie wird das Ebola-Virus übertragen? Das Ebola-Virus kann durch Körperflüssigkeiten (Blut, Erbrochenes, Stuhl, Urin, Speichel, Schweiß, Spermien) übertragen werden. Je höher die Viruslast, umso höher die Infektiosität. Im Gegensatz zur Influenza, Masern oder Tuberkulose erfolgt keine Luftübertragung über größere Entfernungen. Es muss allerdings bedacht werden, dass eine Übertragung durch Aerosol-Tropfen möglich ist (>10 μmol), deshalb besteht eine Gefährdung von Mund und Augen des Behandlers bei Distanzen bis zu einem Meter. Die Ebola-Viren können auf Oberflächen verwendeter apparativer Geräte zwei bis sechs Tage überleben. 2. Wann wird das Ebola-Virus übertragen? Symptome nach Ebola-Infektion treten in der Regel zehn bis 21 Tage nach Exposition auf (durchschnittlich acht bis zehn Tage). Symptome der Ebola-Infektion sind Fieber, Abgeschlagenheit, Anorexie, Myalgie und Bauchschmerzen. Der Bluttest wird erst drei Tage nach Auftreten der Symptome positiv (PCR). 3. Wie infektiös ist das Ebola-Virus? Die Infektiosität des Ebola-Virus richtet sich nach der Körperflüssigkeit und der Viruslast. Es besteht eine hohe Übertragungswahrscheinlichkeit bei schwer kranken Ebola-Patienten. Die generelle Übertragungswahrscheinlichkeit ist eher niedrig. Es besteht ein hohes Risiko für medizinisches Personal und die Mortalität korreliert mit der Viruslast im Blut. 4. Welche Schutzmaßnahmen sind notwendig für medizinisches Personal? Schutzmaßnahmen für medizinisches Personal sind die Meidung eines Hautkontaktes, Atemschutz, Überwachung der Ein- und Auskleidung, spezielle Handdesinfektion beim Auskleiden, Duschen nach Auskleiden bei längerem Aufenthalt am Patienten, entsprechende Trainingsprogramme und standardisierte Vorgehensweisen beim medizinischen Personal. 5. Notwendigkeit einer Isolationseinheit bzw. Isolationsstation Die Isolationseinheit bzw. Isolationsstation sollte eine Überwachung via Fenster und/oder Videomonitoring sicherstellen. Die Luft muss desinfiziert werden. Es ist notwendig, in der Isolationseinheit ein Point-of- Care-Labor zu etablieren, bei dem vor Ort die wichtigen Laboruntersuchungen durchgeführt werden können. Es müssen spezielle Räume zur Abfallbeseitigung vorgehalten werden und eine räumliche Trennung von anderen Behandlungseinheiten sichergestellt sein. Ganz essenziell ist die Einhaltung eines standardisierten Desinfektionsprotokolls. 6. Labor und medizinische Ausstattung in der Isoliereinheit Neben der Point-of-Care-Laborausstattung der Sonderisoliereinheit ist eine ergänzende medizi nische 10

KONGRESS FÜR NEPHROLOGIE 8. JAHRESTAGUNG DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR NEPHROLOGIE 10. – 13. SEPTEMBER 2016 BERLIN KONGRESS KONGRESSPRÄSIDENTEN FÜR NEPHROLOGI Prof. Dr. Mark Dominik Alscher 10. - 13. SEPTEMBER 201 Robert-Bosch-Krankenhaus Abteilung für Allgemeine Innere Medizin und Nephrologie Stuttgart BERLIN Prof. Dr. Gerd Walz Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Universitätsklinikum Medizinische Klinik IV/ Abteilung Nephrologie Freiburg HAUPTTHEMEN > Update membranöse GN > Hepatitis C-Behandlung und MPGN > ANCA-assoziierte Vaskulitiden > Thrombotische Mikroangiopathie > Nierenbeteiligung bei Tumorerkrankungen > Genetische Nierenerkrankungen > Nephrologie ist komplexe Innere Medizin > Peritonealdialyse WEITERE INFORMATIONEN http://nephrologie2016.aey-congresse.de/

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