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CONNEXI 2016-08 Nephrologie

News High sodium intake

News High sodium intake increases cardiovascular disease events in patients with chronic kidney disease Conferences 53 rd ERA-EDTA Congress, Wien A groundbreaking study by Jiang He et al. [1] was presented May 24, 2016, at the ERA-EDTA Congress in Vienna and published simultaneously in ”JAMA“, the renowned medical journal. The study results have enormous practical relevance – they show that high sodium intake (by measuring urinary sodium excretion), is significantly and independently associated with increased risk of cardiovascular disease (CVD) in patients with chronic kidney disease (CKD). This study suggests that dietary sodium reduction might be beneficial to CKD patients for CVD prevention. Persons with CKD are at increased risk of CVD compared to the general population. A significantly higher cardiovascular risk has even been identified for minor renal dysfunction [2], and the risk level for dialysis patients is very high. It is well known that the cardiovascular risk of patients with end-stage renal disease (ESRD) is increased about 20- to 30-fold compared to people with normal kidney function [3]. A positive association between sodium intake and blood pressure is well established. However, the association between sodium intake and clinical CVD remains controversial. Urinary sodium excretion and clinical CVD events In this prospective cohort study of patients with CKD, cumulative mean urinary sodium excretion from three 24-hour urinary measurements was calculated. A composite of CVD events defined as myocardial infarction, congestive heart failure, or stroke was used. Among 3,757 participants (mean age 58 years, 45 % women), 804 composite CVD events (575 heart failure, 305 myocardial infarction, and 148 stroke) occurred during a median 6.8 years of follow-up. From the lowest (≤2,894 mg/24 hours) to the highest (>4,548 mg/24 hours) quartile of calibrated sodium excretion, 174, 159, 198, and 273 composite CVD events occurred, and the cumulative incidence was 18.4 %, 16.5 %, 20.6 %, and 29.8 % at median follow-up. In addition, the cumulative incidence in the highest quartile of calibrated sodium excretion compared to the lowest was 23.2 % vs. 13.3 % for heart failure, 10.9 % vs. 7.8 % for myocardial infarction, and 6.4 % vs. 2.7 % for stroke at median follow-up. After adjustment for multiple CVD risk factors, the highest quartile of calibrated sodium excretion was associated with a 36 % increased risk of CVD compared to the lowest. Conclusions This study indicates that among patients with CKD, higher urinary sodium excretion was associated with an increased risk of CVD. Urinary sodium excretion is a good estimate of dietary intake. Therefore, these findings suggest that high sodium intake increases risk of CVD among patients with CKD. Future randomized controlled trials should recommend testing the effect of sodium reduction on risk of CVD. References 1. Mills KT, Chen J, Yang W et al.; Chronic Renal Insufficiency Cohort (CRIC) Study Investigators. Sodium excretion and the risk of cardiovascular disease in patients with chronic kidney disease. JAMA 2016; 315(20): 2200–10. 2. Go AS et al. N Engl J Med 2004; 351: 1296–305. 3. Foley RN et al. Am J Kidney Dis 1998; 32 (5 suppl 3): S112–9. Quelle: ERA-EDTA 28

News Epigenetische Veränderung macht anfälliger für Übergewicht und sagt spätere Leberverfettung voraus Wie Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) unter Führung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) am Mausmodell zeigen, kündigt bereits eine im Jungtier zu beobachtende epigenetische Veränderung des Igfbp2-Gens eine spätere Leberverfettung an. Zudem haben Jungtiere mit dieser Veränderung einen gestörten Zuckerstoffwechsel und sind deutlich anfälliger für krankhaftes Übergewicht [1]. „Auch bei krankhaft übergewichtigen Menschen mit einer beginnenden Zuckerkrankheit konnten wir diese Veränderung im entsprechenden Gen nachweisen“, so Annette Schürmann vom DIfE. Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation ist die Zahl der übergewichtigen Menschen weltweit auf über eine halbe Milliarde angestiegen und wird auch künftig weiter zunehmen. Ein Trend, der besorgniserregend ist, denn Übergewicht erhöht das Risiko für Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, die nichtalkoholische Fettleber, Herzinfarkt, Schlaganfall und bestimmte Krebsarten. Dennoch ist nicht jeder Mensch gleichsam anfällig für Übergewicht und seine Folgeerkrankungen. Das heißt, auch die familiäre Herkunft beeinflusst das individuelle Risiko für Übergewicht. Allerdings erklären die bislang identifizierten Genvarianten nur etwa 5 % der familiären Vorbelastung. Diese Diskrepanz legt nahe, dass auch noch andere vererbbare Faktoren eine Rolle spielen, wie zum Beispiel epigenetische Veränderungen des Erbguts. Hierzu zählen unter anderem DNA-Methylierungen. Diese verändern den genetischen Code nicht. Sie können aber dazu beitragen, dass beispielsweise Gene weniger stark abgelesen werden, so dass die Zellen geringere Mengen der entsprechenden Proteine produzieren. Bereits im Jahr 2013 zeigte ein Forscherteam aus Dresden, dass Personen, die unter Typ-2-Diabetes und einer Fettleber leiden, geringere Mengen des Proteins IGFBP2 (insulin-like growth factor binding 2) in der Leber produzieren. Gleichzeitig konnten sie nachweisen, dass die verminderte IGFBP2-Freisetzung mit einer erhöhten DNA-Methylierungsrate verschiedener Gene einhergeht. Um zu prüfen, inwieweit die verringerte Proteinfreisetzung auf die epigenetischen Veränderungen zurückzuführen ist, untersuchten die Wissenschaftler um Annette Schürmann die Zusammenhänge nun an einem geeigneten Mausmodell, der sogenannten C57BL/6J-Maus. Ähnlich wie eineiige Zwillinge sind alle Tiere dieses Zuchtstamms genetisch identisch. Dennoch nehmen einige der Mäuse unter einer fettreichen Ernährung viel stärker zu als andere und entwickeln im Erwachsenenalter mit etwa 20 Wochen eine Fettleber. Wie die Forscher zeigen, war bei diesen Tieren bereits im Alter von sechs Wochen das Igfbp2-Gen stärker methyliert, also epigenetisch verändert, und gleichzeitig die IGFBP2-Synthese in der Leber deutlich verringert. Ebenso traten bei diesen Mäusen schon sehr früh erste Zuckerstoffwechselstörungen auf. Wie weitere molekularbiologische Untersuchungen der Wissenschaftler zeigten, trägt die Methylierung im nicht-codierenden Bereich des Igfbp2-Gens zu der verminderten IGFBP2-Synthese bei. Auch in menschlichen Blutzellen von Personen, die unter krankhaftem Übergewicht litten und deren Zuckerstoffwechsel bereits gestört war, wiesen die Forscher dieselbe epigenetische Veränderung im humanen Gen nach. Da die Methylierung des Gens bereits sehr früh auftritt wäre es denkbar, dieses Wissen zu nutzen, um das Erkrankungsrisiko bereits bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen besser einzuschätzen. Man hätte so die Möglichkeit, der Erkrankung durch geeignete Maßnahmen rechtzeitig vorzubeugen. Referenz 1. Kammel A, Saussenthaler S, Jähnert M et al. hypermethylation of hepatic Igfbp2 results in its reduced expression preceding fatty liver in mice. Hum Mol Genet 2016 Apr 28. [Epub ahead of print]. Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE), Potsdam-Rehbrücke. Conferences 29

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