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CONNEXI 2017-02 Schmerz

Evidenzlage Abbildung 1:

Evidenzlage Abbildung 1: Das richtige Buch die richtige Information zur patientengerechten Edukation hilft oft ebenso gut wie Medizin. Effekte ließen sich auch nach zwei Jahren noch nachweisen [8]. Conferences schmerzfrequenz zu Studienbeginn war, desto besser waren die Effekte. Dass kurze und intensive Interventionen einen Effekt auf Kopfschmerzen und den Umgang mit Kopf schmerzerkrankungen haben, konnte auch eine große Münchner Studie an Gymnasiasten zeigen (MUKIS) [9]. Diese erhielten eine 60-minütige Informationsstunde über Kopfschmerzen, Risikofaktoren für Kopfschmerzerkrankungen (kör perliche Inaktivität, erhöhter Kaffee- und Alkoholkonsum etc.), Hinweise zum Umgang mit Stress und vier einfache Übungen zur Lockerung und Dehnung der Schultermuskulatur. Im Vergleich zwischen Schulklassen, die diese Schulklassen- Edukation erhielten, und solchen Schulklassen, die lediglich an einer Befragung teilnahmen, konnte gezeigt werden, dass die Kurzintervention signifikant wirksam ist und dass eine Awareness für Risikofaktoren und eine Vermittlung einfacher Copingstrategien bereits mit einer solchen kurzen Intervention möglich ist. Die Edukation von Kopfschmerzpatienten ist mit einfachen strukturierten Programmen möglich, Schulungsmaterial steht in Deutschland zur Verfügung, die Wirksamkeit solcher Interventionen ist nachgewiesen. Es lassen sich mit vertretbarem Aufwand messbare Effekte erreichen, von denen die Betroffenen gut profitieren können. Referenzen 1. Gaul C. Kopfschmerzen – Patientenschulung als Baustein multimodaler Therapieprogramme. Was ist gesichert? Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2014; 57: 961–6. 2. Resch S, Gaul C. Patientenedukation. In: Gaul C, Diener HC: Kopfschmerzen. Pathophysiologie, Klinik, Diagnostik, Therapie. Thieme 2016 3. www.migraeneliga.de 4. Gaul C, Visscher CM, Bhola R et al. Team players against headache: multidisciplinary treatment of primary headaches and medication overuse headache. J Headache Pain 2011; 12: 511–9. 5. Gaul C, Liesering-Latta E, Schäfer B et al. Integrated multidisciplinary care of headache disorders: A narrative review. Cephalalgia 2015 [Epub ahead of print]. 6. Kropp P, Meyer B, Dresler T et al. Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen zur Behandlung der Migräne. Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Nervenheilkunde 2016; 35: 502–15. 7. Kindelan-Calvo P, Gil-Martínez A, Paris-Alemany A et al. Effectiveness of therapeutic patient education for adults with migraine. A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Pain Med 2014; 15: 1619–36. 8. Fritsche G, Frettlöh J, Hüppe M et al. Prevention of medication overuse in patients with migraine. Pain 2010; 151: 404–13. 9. Albers L, Heinen F, Landgraf M et al. Headache cessation by an educational intervention in grammar schools: a cluster randomized trial. Eur J Neurol 2015; 22: 270–6. 12

Kostenübernahme für Cannabis gesichert DSL und DGS begrüßen Gesetz zur vereinfachten Verordnung von Cannabis als Medizin Die Deutsche Schmerzliga e. V. (DSL) und die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. (DGS) begrüßen die einstimmige Verabschiedung des Gesetzes zum Einsatz von Cannabis als Medizin im Deutschen Bundestag. Danach können künftig schwerkranke Patienten zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung mit Cannabis-Arzneimitteln versorgt werden. Mit dem nun vorliegenden Gesetz wird nicht nur eine Vereinfachung der Verordnung von Cannabis als Medizin möglich, sondern in vielen Fällen insbesondere auch die Kostenübernahme durch die Krankenkassen gesichert. So dürfen Krankenkassen die Erstattung der mit der Verordnung von cannabishaltigen Arzneien verbundenen Kosten nur in begründeten Ausnahmefällen verweigern und werden gleichzeitig verpflichtet, die Entscheidung über die Kostenübernahme binnen fünf Wochen (bei Patienten im Rahmen der SAPV binnen drei Tagen) ab Antragstellung zu treffen. „Hiermit fällt voraussichtlich ab März 2017 für viele Menschen mit chronischen therapieschwierigen Schmerzen die entscheidende Hürde für den medizinischen Einsatz von cannabishaltigen Arzneien, und wir dürfen hoffen, dass mit dieser fraktionsübergreifend getroffenen Entscheidung des Deutschen Bundestages sowohl das frustrierende Warten auf einen Entscheid über die Kostenübernahme als auch die hohe Zahl an ablehnenden Bescheiden endlich ein Ende hat“, fasst Privatdozent Dr. Michael A. Überall, Präsident der Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL) und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS), seine Erwartungen bzgl. der positiven Auswirkungen dieses Gesetzes zusammen. „Erfreulich ist auch“, so Überall weiter, „dass die im Rahmen der Anhörungen im Gesundheitsausschuss sowie in zahlreichen schriftlichen Stellungnahmen seitens Patienten- und Ärzteorganisationen formulierten Änderungsempfehlungen von den Fraktionen der Regierungskoalition aufgenommen und in dem nun verabschiedeten Gesetzestext zum größten Teil auch wirklich umgesetzt wurden. Diese positive Erfahrung und der konstruktive Dialog lässt hoffen, dass wir auch bezüglich anderer Anliegen chronisch schmerzkranker Menschen mit den verantwortlichen Gesundheitspolitikern ins Gespräch kommen und gemeinsam patientenorientierte Lösungen entwickeln können.“ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. News 13

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