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CONNEXI 2017-02 Schmerz

Migräne Radar 2.0 Daten

Migräne Radar 2.0 Daten sammeln gegen die Volkskrankheit Migräne In Deutschland leiden etwa acht Millionen Menschen an Migräne. Häufig geben Patienten an, dass die Attacken mit Wetterumschwüngen zu tun hätten. Wissenschaftlich nachgewiesen ist dies jedoch bislang nicht. Forscher der Hochschule Hof gehen mit dem Projekt „Migräne Radar 2.0“ (www.migraene-radar.de) diesem möglichen Zusammenhang nach. News Auf einer Internetplattform können Betroffene ihre Migräne-Attacken oder Anfälle von Spannungskopfschmerz melden. Anschließend werten die Forscher die Daten wissenschaftlich aus. „Von einem solchen Projekt ganz im Sinne einer modernen Bürgerwissenschaft profitieren beide Seiten“, sagt Professor Dr. med. Stefan Evers, Tagungspräsident des Deutschen Schmerzkongresses 2016. „Viele Migräne-Patienten sind fest davon überzeugt, dass das Wetter großen Einfluss auf ihre Krankheit hat“, so Evers. Weitere bekannte Trigger seien Stress, Schlaf- oder Flüssigkeitsmangel, sowie bestimmte Medikamente oder Nahrungsbestandteile. „Die Trigger sind jedoch von Patient zu Patient sehr unterschiedlich und lassen sich daher nur schlecht statistisch erfassen“, sagt Evers. Auch ein möglicher Einfluss des Wetters ist bislang nicht 54

Migräne Radar 2.0 wissenschaftlich belegt. Projekte wie der „Migräne Radar 2.0“, die die Auswertung einer großen Zahl von Kopfschmerzattacken ermöglichen, könnten diesen Beweis nun endlich liefern. Schon das Vorläuferprojekt „Migräne Radar“ wurde von den Patienten sehr gut angenommen. Ermutigt von der großen Akzeptanz starteten die Wissenschaftler dann den „Migräne Radar 2.0“, der deutlich mehr Daten abfragt und eine genauere Auswertung ermöglicht. Mittlerweile haben auch hier schon über 3.000 Patienten Informationen über ihre Migräneanfälle eingespeist. Die Meldung von Kopfschmerzattacken erfolgt nach wie vor anonym, im Gegensatz zum Vorläuferprojekt müssen die Teilnehmer sich jedoch zunächst registrieren. So können die Forscher nachvollziehen, ob Patienten nur mal „reingeschnuppert“ haben oder ob sie ihre Anfälle regelmäßig melden. Online oder per Smartphone-App geben die Teilnehmer Art, Ort und Dauer ihrer Attacken ein. Zusätzlich geben sie Auskunft über die Begleitumstände des Anfalls sowie über Gegenmaßnahmen, die sie ergriffen haben. Aus diesen Daten erhoffen die Forscher sich neue Erkenntnisse nicht nur in Bezug auf die populäre Frage nach dem Wetter. „Auch Hinweise auf saisonale Unterschiede, besonders anfällige Altersgruppen oder Wochentage, an denen die Migräne bevorzugt zuschlägt – die sogenannte Wochenend- Migräne – wären sehr aufschlussreich“, sagt Evers. Für eine Auswertung ist es allerdings noch zu früh. Auch für Patienten bringt die „Radar“-Plattform Vorteile: So bündelt ein individueller Online- Migränekalender alle Meldungen eines Patienten. Dieser kann wie ein Kopfschmerztagebuch genutzt werden und Aufschluss über das Muster der Anfälle und mögliche Trigger geben. Außerdem kann die Übersicht ausgedruckt und dem behandelnden Arzt vorgelegt werden. Registrierte Teilnehmer haben auch Zugriff auf die statistische Auswertung der bislang gemeldeten Daten. Referenz 1. Drescher J, Wogenstein F, Evers S, Gaul C, Scheidt J. Projekt Migräne Radar. Nervenheilkunde 2015; 10: 818–24. Weitere Informationen unter: www.migraene-radar.de Quelle: Pressekonferenz anlässlich des Deutschen Schmerzkongresses der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. vom 19. bis 21. Oktober 2016 am Donnerstag, den 20. Oktober 2016. Buchtipp Charly Gaul, Andreas Totzek, Anja Nicpon, Hans-Christoph Diener Patientenratgeber Kopfschmerzen und Migräne 3., überarbeitete und erweiterte Auflage ABW Wissenschafts verlag GmbH 2016 Broschur, 148 Seiten, 28 Abbildungen. 978-3-940615-53-4, EUR 12,95 [D] News 55

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