Aufrufe
vor 1 Jahr

CONNEXIPLUS 2020-6 Kardiorenale Achse

  • Text
  • Achse
  • Intelligenz
  • Ranexa
  • Entresto
  • Evolocumab
  • Ultrafiltration
  • Cardiovascular
  • Erkrankungen
  • Studien
  • Therapie
  • Connexiplus
  • Herzinsuffizienz

GESCHLECHTSSPEZIFISCHE

GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ASPEKTE BEI CHRONISCHER KHK IM PRAXISALLTAG Versorgungsstudie zeigt Optimierungspotenzial Bei der chronischen koronaren Herzkrankheit (KHK) gibt es in Bezug auf die Häufigkeit, beim Symptomspektrum, den Zeitpunkt des Auftretens und der Diagnosestellung Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Zur Darstellung geschlechtsspezifischer Aspekte bei der Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronischer KHK und möglichen Konsequenzen für den Versorgungsalltag niedergelassener Kardiologen wurde zwischen Oktober 2018 und April 2019 die AURORA-Studie durchgeführt. Im Sommer dieses Jahres wurden die Ergebnisse unter Federführung von Professor Dr. med. Vera Regitz-Zagrosek, Charité Berlin, publiziert [1]. von der typischen Angina pectoris (AP) in der Form eines retrosternalen Brustdrucks. Bei Frauen ordneten die Befragten außerdem auch Symptome wie Dyspnoe und Beklemmungsgefühl bzw. Angst als ähnlich relevant ein [1]. Dies steht im Einklang mit der bestehenden Evidenz zu geschlechtsspezifischen Unterschieden in der KHK-Symptomatik [2]. In diesem Kontext deuten die AURORA-Daten zudem darauf hin, dass Kardiologinnen eher als ihre männlichen Kollegen untypische Symptome bei weiblichen Patienten mit einer KHK in Verbindung bringen [1]. Unterschiede auch beim Überweisungsverhalten connexiplus EDUCATION In der bundesweiten Studie wurde mithilfe eines strukturierten Fragebogens eine deutschlandweite Befragung von kardiologisch tätigen Ärztinnen und Ärzten (n=360) im ambulanten Sektor durchgeführt. Das Interview sollte deren persönliche Einschätzung zu geschlechtsspezifischen Aspekten bei der Diagnostik und Therapie von Patientinnen und Patienten mit chronischer KHK und zu möglichen Konsequenzen für die Versorgung in Kooperation mit den Hausärzten reflektieren. Die Befragten beschrieben das Symptomspektrum bei weiblichen Patienten als breiter im Vergleich zum Symptomspektrum bei männlichen Patienten. Letztere berichten demnach vor allem Eine wichtige praxisrelevante Erkenntnis aus AURORA ist, dass Männer offenbar früher zum Kardiologen überwiesen werden als Frauen, sobald sie von ihren Symptomen berichtet haben. Dies gaben 64,3 % der Befragten an. Lediglich 1,9 % von ihnen waren der Meinung, dass Frauen in dieser Situation früher vom Hausarzt an den Kardiologen überwiesen würden. Auch in Bezug auf die spontane Schilderung von Symptomen sagte fast die Hälfte der Befragten aus, dass Männer häufiger von sich aus davon berichten als Frauen (46,9 % vs. 26,1 %). Die AURORA-Studie zeigt somit auf, dass es – auch im hausärztlichen Setting – bei der Anamnese und Diagnostik der chronischen KHK gerade bei den weiblichen Patienten darauf ankommt, noch stärker auf untypische AP-Symp­ 34

tome zu achten und sie als solche zu identifizieren [1]. Antianginöse Therapie Im Zusammenhang mit einer nichtobstruktiven chronischen KHK gaben über 90 % der Interviewten bei entsprechender Diagnose an, selbst eine medikamentöse antianginöse Therapie einzuleiten. 52,8 % der Befragten kontrollierten bzw. titrierten die Therapie anfangs selbst und 40,8 % überwiesen den Patienten direkt nach Einleitung zurück an den Hausarzt. Hatte eine solche Rücküberweisung stattgefunden, gaben fast zwei Drittel der Befragten an, dass sie ihre Therapieempfehlung beim nächsten Kontrolltermin als vom Hausarzt umgesetzt sahen [1]. AURORA-Studie zeigt: Es gibt noch Optimierungspotenzial Insgesamt machen die Ergebnisse der AURORA- Studie deutlich, dass das Bewusstsein für geschlechtsspezifische Aspekte der chronischen KHK unter den niedergelassenen Kardiologen vorhanden ist. Dennoch gibt es weiterhin Potenzial, um die Versorgung vor allem der weiblichen Patienten mit dieser Krankheit zu verbessern. Aus Sicht von Frau Professor Regitz-Zagrosek mangelt es nach wie vor an dezidierten geschlechtsspezifischen Leitlinien zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Menschen mit chronischer KHK. Sie spricht sich außerdem dafür aus, verstärkt geschlechtssensible Daten im Rahmen von Registerstudien und klinischen Studien zur chronischen KHK zu erheben und auszuwerten [1]. Es mangelt nach wie vor an dezidierten geschlechtsspezifischen Leitlinien zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Menschen mit chronischer KHK. Eine mögliche Therapieempfehlung ist in dieser Situation Ranolazin (Ranexa®). Das Arzneimittel kann als Ergänzungstherapie bei Erwachsenen mit stabiler AP zur symptomatischen Behandlung der chronischen KHK eingesetzt werden, wenn diese Patienten unzureichend behandelt sind oder antianginöse Mittel der ersten Wahl nicht vertragen [3]. Ranolazin verfügt über eine solide Evidenzbasis, wirkt hämodynamisch neutral und hat sich in der Regel als gut verträglich erwiesen [3−8]. Die Durchführung der Studie wurde von der Berlin-Chemie AG finanziell unterstützt [1]. Quelle: Pressemitteilung Berlin Chemie Menarini vom 12.08.2020 Literatur: 1. Regitz-Zagrosek V, MMW-Fortschritte der Medizin 2020;162(S5):21−27. 2. Knuuti J et al. Eur Heart J 2019;41:407−477. 3. Aktuelle Fachinformation Ranexa® 4. Chaitman BR et al. JAMA 2004;291:309−316. 5. Chaitman BR et al. J Am Coll Cardiol 2004;43:1375−1382. 6. Stone PH et al. J Am Coll Cardiol 2006;48:566-575 7. Morrow DA et al. JAMA 2007;297:1775−1783. 8. Kosiborod M et al. J Am Coll Cardiol 2013;61:2038−2045. connexiplus EDUCATION 35

connexi Jahrgänge

connexi Themen